Caritas Schuldenberatung?!

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1 Antwort

Gemeinnützige Schuldnerberatungsstellen versuchen euch in mehreren Schritten zu helfen.

Der erste Schritt ist die Existenzsicherung. Dabei geht es darum, unmittelbar drohende Wohnungskündigungen, Stromsperren usw. abzuwenden oder zumindest auszusetzen. Dazu kann je nach Situation auch gehören, durch Vermittlungsarbeit die Versorgung mit Lebensmitteln sicherzustellen.

Im nächsten Schritt werden die Situation geklärt und die vorhandenen Unterlagen gesicht. Damit soll euch der Überblick über eure Schuldensituation zurückgegeben werden, wenn ihr ihn verloren habt. Wie diese Phase genau abläuft, hängt vom Konzept und der Arbeitsauslastung der Beratungsstelle ab. Manche Berater unterstützen euch aktiv bei der Ordnung eurer Unterlagen. Andere geben euch Tipps und Anleitungen, wie ihr diese Ordnung selbst herstellen könnt, was zugleich auch Schuldenpräventionsarbeit sein kann.

Parallel zur zweiten Phase werden Schuldnerberater auch eure Einkommenssituation überprüfen und euch auf eventuelle Unterstützungsmöglichkeiten hinweisen (sehr günstiges Schulmaterial für Kinder, Befreiungsmöglichkeiten von der GEZ, ggf. auch Beantragung bestimmter Leistungen).

Im dritten Schritt wird eure Ausgabe- und Schuldensituation analysiert. Dabei wird der Berater mit euch zu klären versuchen, inwieweit ihr eure Ausgaben evtl. einschränken könnt, bei wie vielen Gläubigern ihr wie viele Schulden habt und was ihr bisher dagegen unternommen habt. Anschließend werdet ihr einen ersten Vorschlag hören, wie ihr weiter verfahren könnt.

Im vierten Schritt schließt sich der Versuch der außergerichtlichen Schuldenbereinigung an, z.B. durch Ratenzahlungsvereinbarungen mit den Gläubigern oder durch Vergleichsvorschläge. Diese Phase kann auch bei völliger Überschuldung nicht ganz übersprungen werden, weil mindestens ein außergerichtlicher Einigungsversuch Grundlage für den fünften Schritt ist.

Der fünfte Schritt wäre bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen die Beantragung der Eröffnung des Verbraucherinsolvenzverfahrens (Privatinsolvenz). Dabei würde euch der Berater ausführlich über das Verfahren informieren, das für euch so einige Fallen auf dem Weg zur Restschuldbefreiung bereithält (Regelungen zum Einkommen, zu pfändbaren Geld- und Sachwerten usw.).

Die ersten beiden Schritte können im ersten Termin stattfinden, je nachdem wie übersichtlich eure Situation ist. Die weiteren Schritte können sich (jeweils) auf mehrere Termine erstrecken, je nachdem wie gut ihr ein Haushaltsbuch führen könnt und wie viele verschiedene Gläubiger und offene Forderungen ihr habt.

Ein Schuldnerberater ist auf eure aktive Mitarbeit angewiesen, damit er euch möglichst gut helfen kann. Ihr solltet immer sofort nachfragen, wenn euch etwas unklar ist oder wenn euch der Schuldnerberater schon nach fünf Minuten eine Verbraucherinsolvenz vorschlägt (ganz so einfach ist die Privatinsolvenz nämlich nicht).

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Kommentar von kaetzchen333
15.03.2012, 19:56

Vielen,vielen,vielen,vielen Dank! :]

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