Ca(OH)2 reagiert mit Wasser. Wie kommt man auf das Ergebnis: Ca²+ (aq) + 2OH^- (aq)?

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2 Antworten

Ca(OH)2 reagiert nicht wirklich mit Wasser. Da es sich bei dieser Verbindung um eine Ionen-Bindung handelt, trennen sich die Ionen wenn sie in Wasser Gelöst werden. Deshalb sind Säuren erst gelöst wirksam, da das H+ Ion erst dann frei ist und nicht an den Säurerest gebunden ist.

Naja, Ca(OH)2 besteht eben aus einem Ca-Atom und zwei OH-Molekülen. Wenn man es in Lösung gibt, trennen sich die beiden Teile. Dafür reagiert es aber nicht mit dem Wasser, sondern wird lediglich darin gelöst.

DedeM 28.06.2017, 14:25

Es handelt sich um Calcium-Kationen, nicht um Atome. Auch sind es im Verhältnis zu den Kationen zwei Hydroxid-Anionen und keine OH-Moleküle, die beim Auflösen freigesetzt werden. Dann gibt man das Calciumhydroxid in Wasser (in dem es sich löst). Man gibt es also nicht in Lösung. Und schließlich trennen sich folglich pro Formeleinheit drei Teilchen, nicht zwei (ein Calcium-Kation und zwei Hydroxid-Anionen).

Aber sonst... Schön, dass du geantwortet hast.

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Comment0815 28.06.2017, 14:38
@DedeM

Im Ca(OH)2 handelt es sich sehr wohl um ein Calcium-Atom. Erst in der Lösung wird es zum Kation.

Moleküle sind neutrale Teilchen, die aus mindestens zwei Atomen bestehen. Im Ca(OH)2 sind die OH-Anhänge noch nicht elektrisch geladen. Daher finde ich meine Bezeichnung des OH als "Molekül" passend.

Das mit "in Lösung geben" halte ich auch für Haarspalterei. Denn sobald ein Krümel Ca(OH)2 im Wasser gelöst ist, handelt es sich schon um eine Lösung, in die der Rest reingegeben wird. Vielleicht ist meine Formulierung nicht ideal, aber sicher kein Grund, sich zu echauffieren...

Mit den beiden Teilen, hab ich mich auf zwei unterschiedliche Teile bezogen. Nachdem das Ca(OH)2 in Lösung geht, befinden sich in der Lösung zwei unterschiedliche Teile deshalb schreibe ich von "zwei" Teilen.

Aber sonst... schön, dass du meine Antwort kommentiert hast.

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DedeM 28.06.2017, 19:40
@Comment0815

Au contraire mon frère

Calciumhydroxid ist eine Ionenverbindung. Darin sind Calcium-Kationen und Hydroxid-Anionen enthalten, die im Verhältnis 1:2 zueinander stehen und ein trigonales Kristallsystem bilden. Das Calcium-Kation entsteht also nicht erst beim Lösen, sondern wird vom Calciumhydroxid bereits "mitgebracht". Genau so verhält es sich dann auch mit den Hydroxid-Anionen. Sie sind als Anionen (HO^–) bereits vorhanden. Beide Ionensorten werden im Wasser (schlecht, aber immerhin doch etwas) aus einem Kristallverband gelöst und von einer Wasserhülle (Hydrathülle) umgeben. Sie werden also nicht erst dabei gebildet, sondern sind schon da und werden höchstens aus dem Kristallgitter herausgelöst.
Beim Hydroxid-Anion handelt es sich um ein zusammengesetztes Ion, in dem der Sauerstoff tatsächlich über eine Atombindung mit dem Wasserstoff verbunden ist. Das ändert jedoch nichts daran, dass das gesamte Teilchen negativ geladen, also ein Anion ist. Ein Molekül wäre - wie du richtig schreibst - ungeladen. Ich weiß allerdings nicht, wie du darauf kommst, dass Hydroxid-Anionen nicht geladen seien?! Die "Dinger" werden doch nicht umsonst in der chemischen Symbolsprache mit "OH^–" wiedergegeben. Da Hydroxid-Anionen also nicht ungeladen sind, können sie keine Moleküle sein, q.e.d.!
Vielleicht gehst du fälschlicherweise davon aus, dass die nicht angegebene Ladung in der Verhältnisformel "Ca(OH)2" bedeutet, dass dann die einzelnen Bausteine auch nicht geladen seien. Aber das sind sie. Es ist nur so, dass sich die zweifach positive Ladung eines Calcium-Kations ("Ca^2+") und die jeweils einfachen negativen Ladungen der zweifach vorhandenen Hydroxid-Anionen ("HO^–) gerade gegenseitig kompensieren, so dass man sie aus Konventionsgründen in der Verhältnisformel nicht mehr hinschreibt. Es bleiben dennoch geladene Teilchen, also Ionen!
Es handelt sich hierbei ja auch nicht um eine "Molekülformel" wie beispielsweise beim Wasser, "H2O", sondern - wie gesagt - um eine Verhältnisformel. In den Calciumhydroxid-Kristallen stecken nämlich Milliarden und Abermilliarden dieser Ionen (die zusammen eben den Kristall bilden). Es gibt also kein einzelnes Ca(OH)2-Molekül, sondern höchstens die Ionenverbindung, die (theoretisch) durch die Zusammenlagerung von einem Calcium-Kation und zwei Hydroxid-Anionen gebildet wird. In Wirklichkeit lagern sich natürlich Unmengen dieser gegensätzlich geladenen Ionen aneinander...
Aber vielleicht verwechselst du das alles auch mit der Reaktion, die passiert, wenn du elementares Calcium in Wasser gibst. Dabei reagieren die tatsächlich vorhandenen Calcium-Atome heftigst mit den Wasser-Molekülen, wobei Calciumhydroxid und Wasserstoff-Gas entstehen.

Ca (s) + 2 H2O (l)   ----> Ca(OH)2 (aq / s) + H2 (g)

Aber dieser Reaktion liegt zugrunde, dass diese Calcium-Atome derart "unedel" sind, dass bereits Wasser wie eine Säure auf sie wirkt, wodurch der allgemeine Versuchsverlauf

(unedles) Metall + Säure ---> Salz und Wasserstoff

gilt. Aber auch hier trifft dann wieder zu, dass das entstehende Calciumhydroxid eine Ionenverbindung (eine Art Salz) ist, die sich aus geladenen Ionen zusammensetzt und nicht aus ungeladenen Calcium-Atomen und OH-Molekülen. Da ist deine Sicht der Dinge schlichtweg falsch!

Was den Rest angeht: Ja, deine Formulierung war ungeschickt. Nein, das echauffiert mich nicht, sondern lässt mich durchaus kaltblütig. Und dass du mir Haarspalterei vorwirfst, finde ich lustig, denn "haarspalterisch" finde ich eher die Überlegung, dass bereits ein Krümelchen das Ganze zur Lösung macht, so dass das nachfolgende Calciumhydroxid dann in eine Lösung gegeben wird. Aber hier stimme ich dir jetzt einfach einmal zu, dann hast du Recht und ich (hoffentlich) meine Ruhe...

LG von der Waterkant.

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Comment0815 28.06.2017, 21:06
@DedeM

Du hast natürlich recht. Die Ionisation findet schon vor dem Lösen statt. Und natürlich ordnet sich das Calciumhydroxid vor dem Lösen auch in einem Kristallgitter an.

Da hab ich wohl über ein paar Details nicht genau nachgedacht, bevor ich geantwortet habe.

Also danke für die Hinweise. ;-)

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