Caesar's Jugend

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Gaius Iulius Caesar hat die Jugend eines damaligen vornehmen Römers gehabt. Über diese Zeit gibt es kaum Mittelungen in antiken Quellen (bei anderen Personen der Antike gibt es gewöhnlich auch höchstens sehr wenige Informationen).

Sein Vater hieß ebenfalls Gaius Iulius Caesar, seine Mutter war Aurelia (aus einer Familie der Nobilität, deren männliche Angehörige nach ihrem jeweiligen Vornamen (praenomen) mit Familiennamen (nomen gentile) und Beinamen (cognomen) Aurelius Cotta hießen).

Die Familie der Iulier (gens Iulia) gehörte zur Nobilität und war patrizisch (während die Familie der Aurelier (gens Aurelia*) nicht zum ganz alten Adel gehörte, sondern plebejisch war). Reichtum, Macht und Einfluß der Familie der Iulier war damals geringer als ihre Vornehmheit. Nach der Frühzeit der römischen Republik waren nur noch selten Vorfahren Konsul geworden, im 3. Jahrhundert v. Chr. nur einmal 267 v. Chr. und im 2. Jahrhundert v Chr. nur einmal 157 v. Chr.

In Rom hatte die Familie ein für eine vornehme Familie nicht besonders großes, eher bescheidenes Haus im Stadtviertel Subura, in dem Gaius Iulius Caesar wohnte, bis er (63 v. Chr.) Pontifex Maximus wurde (Sueton, Divus Iulius 46, 1).

Rückschlüsse über die Jugend lassen sich ein wenig aus dem gewinnen, was über Kindheit, Jugend Erzeihung und Bildung der damaligen Römer allgemein bekannt ist. Caesar ist in den ersten Lebensjahren in der Obhut seiner Mutter und von Dienerinnen aufgewachsen. Seine Mutter Aurelia, die als intelligent, und tüchtig/tugendhaft gilt, hat sich um seine Erziehung gekümmert (Tacitus, Dialogus de oratoribus 28, 6 – 7).

Im Alter von etwa 7 Jahren besuchte ein Römer den Elementarunterricht, im Alter von etwa 10 – 15 Jahren den Grammatikunterricht (griechische und lateinische Literatur). Caesar hat wohl Unterricht bei guten Lehrern gehabt. Marcus Antonius Gnipho, der als sehr fähig in griechische und lateinische Sprache und Literatur sowie in Rhetorik dargestellt wird, hat zuerst im Haus des Gaius Iulius Caesar gelehrt, dann in seinem eigenen Privathaus (Sueton, De grammaticis 7; auch Marcus Tullius Cicero hat später dessen Unterricht besucht).

Meistens zwischen dem 14. und 17. Lebensjahr (mit Erreichen einer bestimmten körperlichen Reife verbunden, nach Augenschein festgestellt; 14 war traditionell ein Mindestalter dafür; der genau gewählte Zeitpunkt war eine Entscheidung der Eltern/Erziehungsberechtigten) legte ein junger Römer statt der Knabentoga, einer Toga mit einem Purpurstreifen (toga praetexta), die Männertoga (toga virilis) an, die gewöhnliche weißen Toga. Dies war ein Ereignis, das im Rahmen der Familie gefeiert wurde.

Dann wurde ein junger Römer unter Anleitung eines mit der Familie befreundeten Mannes etwa ein Jahr lang mit den staatlichen Institutionen (Einrichtungen) vertraut gemacht (diese Art Lehrzeit wurde tirocinium fori «Rekrutenzeit auf dem Forum» genannt. Darauf folgte gewöhnlich der Militärdienst.

Caesar war der einzige Sohn (er hatte noch zwei Schwestern namens Iulia). Er wurde für eine politische Laufbahn erzogen und dabei wurden wohl große Erwartungen auf ihn gesetzt. Er hat wohl früh etwas von Abstammung seiner Familie erfahren, die sich auf Iulus, den Sohn des Aeneas zurückführte und damit die Göttin Venus (griechisch Aphrodite) als Ahnherrin/Stammmutter angab. Er hat wohl einiges über Recht, religiöse Gebräuche und Militärwesen gelernt. Wahrscheinlich wurde Caesar auch im Reiten, Schwimmen und Fechten ausgebildet (er hat später darin Fähigkeiten gezeigt).

In Caesars Kindheit und Jugend fiel der Bundesgenossenkrieg (91 – 88 v. Chr.), der Erste Mithridatische Krieg (88 – 84 v. Chr.) und Bürgerkrieg (88 – 82 v. Chr.; zwischen Optimaten, mit Lucius Cornelius Sulla an der Spitze, und Popularen, darunter Gaius Marius (Caesars Tante Iulia war mit diesem verheiratet) und Lucius Cornelius Cinna).

Caesars Vater war 100 v. Chr. Quaestor, später (wohl 92 v. Chr.) Praetor und wurde dann Statthalter der römischen Provinz Asia. Er starb, ohne Konsul geworden zu sein, in Pisae, wohl 85 v. Chr. (als sein Sohn Gaius Iulius Caesar 16 Jahre alt war, nach Sueton, Divus Iulius 1,1).

Caesar war noch als Knabe mit Cossutia aus einer ritterständischen (also wohlhabenden, allerdings nicht senatorischen), aber reichen Familie verlobt worden (Sueton, Divus Iulius 1, 1). 85 oder 84 v. Chr. wurde Caesar aber dazu bestimmt/ausgewählt, Jupiterpriester (Flamen Dialis) zu werden. Dieser mußte Patrizier und mit einer Patrizierin verheiratet sein. Caesar trennte sich von Cossutia und heiratete Cornelia, Cinnas Tochter (Sueton, Divus Iulius 1, 1; Plutarch, Caesar 1, 1). Cinna starb 84 v. Chr. bei einer Meuterei seiner Soldaten.

Das Amt eines Flamen Dialis war mit Ehren verbunden, zugleich aber mit unbequemen Einschränkungen. Unter anderem durfte er kein Pferd besteigen, kein bewaffnetes Heer außerhalb des Pomerium, der sakralen Stadtgrenze Roms, ansehen, und nicht mehr als 3 Tage im Jahr außerhalb seines Bettes in seiner Wohnung schlafen (also Rom nicht für längere Zeit verlassen).

Caesar ist höchstwahrscheinlich nicht mehr offiziell in das Amt des Flamen Dialis eingesetzt (inauguriert) worden (nach Sueton Divus Iulius 1, 1 – 2 wurde er vom Diktator Sulla mit Verlust des Priesteramtes bestraft und er war dafür bestimmt (destinatus), was etwas anderes ist, als es schon ausgeübt zu haben; Velleius Paterculus 2, 2, 1 erzählt, Caesar sei von Marius und Cinna zum Flamen Dialis gewählt worden (creatus) und habe das Priesteramt durch den Sieg Sullas verloren, was aber nicht bedeuten muß, Caesar habe ein Priesteramt verloren, in das er schon offiziell eingeführt war; nach Cassius Dio 54, 36, 1, Sueton, Divus Augustus 31, 4, Tacitus, Annales 3, 58 ist das Priesteramt des Flamen Dialis nach dem Tod des Lucius Cornelius Merula (87 v. Chr.) bis in die Zeit des Augustus unbesetzt geblieben.

Aus der Ehe mit Cornelia ging bald die Tochter Iulia hervor (diese blieb Caesars einziges eheliches Kind). Der Diktator Lucius Cornelius Sulla hat die Scheidung von Cornelia verlangt. Caesar weigerte sich und kam dadurch in große Schwierigkeiten, wurde aber schließlich auf Vermittlung der Vestalinnen und zweier angesehener Verwandter mütterlicherseits, die nicht auf der Gegenseite zu Sulla gestanden hatten begnadigt.

In Büchern in Bibliotheken gibt es reichlich Informationen zu Caesar, z. B.:

Werner Dahlheim, Julius Caesar : die Ehre des Kriegers und die Not des Staates. Paderborn ; München : Wien ; Zürich : Schöningh, 2005. ISBN 3-506-71981-5

Matthias Gelzer, Caesar : der Politiker und Staatsmann. Mit einer Einführung und einer Auswahlbibliographie von Ernst Baltrusch. Neudruck der Ausgabe von 1983. Stuttgart : Steiner, 2008 (Alte Geschichte). ISBN 978-3-515-09112-1

Martin Jehne, Caesar. Originalausgabe, 4., aktualisierte Auflage. München : Beck, 2008 (Beck'sche Reihe : C. H. Beck Wissen ; 2044). ISBN 978-3-406-41044-4

Christian Meier, Caesar. Ungekürzte Ausgabe, 3. Auflage. München : Deutscher Taschenbuch-Verlag, 1993 (dtv : Wissenschaft ; 4596). ISBN 3-423-04596-5

Wolfgang Will, Julius Caesar : eine Bilanz. Stuttgart ; Berlin ; Köln ; Mainz : Kohlhammer, 1992 (Urban-Taschenbücher ; Band 448). ISBN 3-17-009978-7

Wolfgang Will, Caesar I. Historisch. In: Der neue Pauly (DNP) : Enzyklopädie der Antike ; Altertum. Herausgegeben von Hubert Cancik und Helmuth Schneider. Band, 2: Ark – Cis, Stuttgart ; Weimar : Metzler, 1997, Spalte 909 - 916

Wolfgang Will, Caesar. Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2009 (Gestalten der Antike). ISBN 978-3-534-15417-3

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