BW-Offiziere im Ausland?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Um mit dem innerhalb und ausserhalb der Bundeswehr weit verbreitetem Gerücht mal vorab aufzuräumen:

NIEMAND MUSS SICH VERSETZEN LASSEN!

Die Versetzung ist kein Befehl sondern eine Verfügung und man kann sie aus diversen Gründen ablehnen. Da eine Versetzungsverfügung mit Standortwechsel immer in die persönlichen Verhältnisse des Soldaten eingreift, stellt sie einen Verwaltungsakt dar, der zumutbar sein muss, um nicht angefochten werden zu können. Einer solchen Versetzung ist immer eine Anhörung vorgeschaltet und man muss ihr zustimmen, damit die Versetzung wirksam wird.

Fakt ist aber auch, dass man in vielen Fällen nicht mehr gefördert wird, wenn man einer solchen Einplanung nicht zustimmt - d.h. Karriereaus. Bei einem 60-jährigen Offizier ist das aber in dem Alter auch irrelevant, es sei denn, er ist Oberst oder General.

Zu Deiner Frage: Nein. Er kann aber dorthin kommandiert werden (also für eine beschränkte Zeit zu einer bestimmten Dienstleistung). Einer Kommandierung kann er nur widersprechen, wenn sie mit besonderen Härten verbunden wäre (zB eigene Karrierenachteile).

Woher ich das weiß:Beruf – Seit 2000 bei der Bundeswehr tätig

Ganz, ganz herzlichen Dank. Hast mir sehr geholfen.

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Da fällt mir gleich noch ne Frage ein: kann man als Zivi wie ich, überprüfen (lassen), wie eine solche Versetzung zustande gekommen ist. Also z. B. einfach mal dem Kommandeur anschreiben, wenn es dafür plausible Gründe gibt?

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@koala150

Selbstverständlich nicht 😉

1. Handelt es sich dabei um Amts-/Dienstgeheimnis, für dessen Kenntnis es einen dienstlichen Grund geben muss,

2. Handelt es sich bei solchen Verfügungen um persönliche Daten, die dem Datenschutz unterliegen,

Sofern es sich bei dem Offizier um Deinen Vater handelt, könnte ich mir allerdings gut vorstellen, dass der Kommandeur durchaus ein Gespräch mit Dir führen würde.

Sei Dir bitte aber eines bewusst:

Gute Soldaten verstehen eine Personalverfügung (wie eine Versetzung) immer als Auftrag, der befolgt werden muss. Sie werden diesen Auftrag umsomehr umsetzen, als die Verwendung für sie förderlich ist (Karriere, Spaß, gute Verwendung ezc.).

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@Zwicknick

Danke noch mal, mein vater ist er nicht, er ist so alt wie ich. ;-)) Und entschuldigung für die doofen Fragen, ich kenn mich mit den Gepflogenheiten da nicht aus.

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Wenn er dort gebraucht wird.

Wenn nicht wäre er ja nicht mehr in der Lage seinen Job auszuüben und müsste in Rente geschickt werden.

Außerdem sollte man es als Offizier in diesem Alter in eine sehr hohe Position geschafft haben und eh nur ab Schreibtisch hocken.

Das ist möglich. Solange er aktiven Dienst tut und für den vorgesehenen Einsatz verwendungsfähig ist, muss er das akzeptieren.

Bestünde denn auch die Möglichkeit, dass man sich freiwillig für solche Jobs meldet, oder werden die immer nur auf Befehl vergeben?

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@koala150

Natürlich wird man zunächst schauen, wer sich freiwillig meldet. Und wenn nicht genügend Freiwillige Meldungen da sind, dann bekommen eben welche befohlen, an dem Einsatz teilzunehmen. Mit Letzterem muss man rechnen, wenn man dafür unterschrieben hat und zu dem Zeitpunkt die geforderte Tauglichkeit (Auslandsverwendungsfähigkeit) hat. Wenn man Soldat ist, gehört das zum "Job" dazu, das weiß man, sobald man beim Militär anfängt.

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