Busshismus wiedergeburt?


30.07.2022, 18:43

Achso... oder meint man mit den Besten Wünschen einer Wiedergeburt ins Nirwana. Glaube das meinen die danke

3 Antworten

Von Experte Buddhismus bestätigt
  • wieso Wollen buddhisten wiedergeboren werden

Jene Buddhisten, welche die "Eigenart dieser Welt" (tilakkhaṇa) begriffen haben, wollen nicht mehr wiedergeboren werden.

  • Und zu "Gott" zu werden bzw eins zu werden

Nein. Zu Gott besteht eine andere Auffassung. Höchstens im Hinduismus könnte man hier einen Ansatz sehen (Atman).

  • oder meint man mit den Besten Wünschen einer Wiedergeburt ins Nirwana

Das ist zu hoch gegriffen (Nirwana). Man meint hier eine Geburt in einem menschlichen oder übermenschlichen Bereich unter Umständen, die es einem ermöglichen, die Lehre Buddhas kennenzulernen und umzusetzen. In untermenschlichen Bereichen hat man diese Möglichkeit nicht.

Die meisten Menschen brauchen nach Bekanntwerden mit dem Dhamma mehrere bis viele Geburten bis sie Nirwana verwirklichen.

  • Was muss man machen um zu "entkommen" kurzgefasst, einfach ein guter Mensch sein?

Nein, das reicht (leider) nicht (ist aber natürlich dennoch eine Voraussetzung). Man könnte als Erläuterung sich vorstellen, daß jemand durch ehrliche Arbeit Ersparnisse bildet und sich damit einen angenehmen Urlaub gönnen kann - aber irgendwann geht der Urlaub zu Ende und es muß wieder gearbeitet werden.

Entkommen ist man, wenn man alle Anhaftungen an die Welt gelöst hat (es zieht einen nichts mehr in diese Welt zurück).

Das geschieht nicht durch "bitteren Verzicht" sondern die Einsicht, daß es in dieser Welt absolut nichts gibt, das einem zu dauerhaftem Wohl verhelfen kann.

Ein gutes Beispiel hierfür ist Buddha selbst. Anstatt daß er nach seiner Erwachung sein Lebensende geruhsam in seinem Palast abgewartet hat, ist er Jahrzehnte lang als hausloser Bettelasket lehrend durch Nordindien gewandert.

"Das geschieht nicht durch "bitteren Verzicht" sondern die Einsicht, daß es in dieser Welt absolut nichts gibt, das einem zu dauerhaftem Wohl verhelfen kann" was ist wenn uch davon Gebrauch mache von den Gegenständen des leben aber akzeptiere das es eines Tages vorbei sein wird und nicht daran hafte?

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@verreisterNutzer

Das ist ein guter Ansatz. Nicht anhaften bedeutet bei uns ja keinesfalls, daß man sofort alle "Besitztümer" wegwirft und künftig unter einer Brücke schläft.

Man sollte nie radikal von 100 auf 0 umschwenken, es ist schließlich ein Weg, der schrittweise zurückgelegt wird. Ebenso ist klar, daß wir gewisse Gegenstände benötigen, um uns selbst und unsere Angehörigen zu versorgen.

Vermeiden sollte man nur Übertreibung. Wenn ich ein "neues" Auto brauche, sollte die Nützlichkeit im Vordergrund stehen und nicht Prestige und Protzsucht. Ich kann ja auch mit einem Kleinwagen zum Einkaufen fahren anstelle mit einem Rolls-Royce.

Übrigens, was viele nicht wissen: Buddha hat seinen Laienanhängern geraten, es sich (und auch seinen Angehörigen und Bediensteten) von seinem ehrlich erworbenen Vermögen angenehm zu machen. Alles andere wäre ja Geiz - eine unerwünschte und getadelte Eigenschaft. Man könnte das jetzt als "standesgemäß" oder "angemessen" bezeichnen.

Wo aber liegt die Grenze? Darüber zu meditieren ist eine lohnende Aufgabe.

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Und zu "Gott" zu werden bzw eins zu werden

Woher hast du denn diesen Unsinn ? Man pustet doch nicht einfach Etwas raus als Anlass für eine Hinterfragung ohne daß es dafür einen Anhalt gibt .

Wieso wollen sie also doch wiedergeboren werden?

Auch das ist Unsinn - sie wollen ja garnicht, im Gegenteil.

Buddhisten wollen dem Kreislauf von Ursache und Wirkung entgehen.

Solange werden sie wiedergeboren

Was muss man machen um zu "entkommen" kurzgefasst, einfach ein guter Mensch sein?

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@verreisterNutzer

Das ist Buddhismus. Kurz und knapp:

1. Alle Existenz ist leidvoll, unvollkommen

2. Das hat Ursachen

3. Was Ursachen hat, wird beendet, wenn die Ursachen wegfallen

4. Der Weg dorthin ist der edle achtfache Pfad

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@mendrup

Also ist der Nirwana Zustand das Ziel zu sterben? Da Existenz Leiden bedeutet? Und im Nirwana Zustand spürt man nichts mehr, bzw kein Glück kein gar nix. Also ist man sozusagen tot?

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@mendrup

Also ist das Ziel vom Leben zu steben? Im Nirwana Zustand? Sich zu lösen von der Welt und ihren materiellen gütern und zu sterben? Irgendwie traurig :(

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@verreisterNutzer

Nein, das ist vorschnell. Existenz hört nicht auf. Sie wird immer angenehmer, je mehr wir uns von unseren Anhaftungen entfernen. Sie verschwinden einfach. Nichts hält uns mehr. Vollkommene Freiheit ohne Ego und Konzept. Alles ist zerfallen bis auf das Gewahrsein selbst, das sich in vollkommenem Frieden befindet.

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@mendrup

Mag sein, damit ignorierst du zwar Ursache und Wirkung, aber sie bleibt bestehen,da kommst du nicht raus

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@mendrup

Aber was tut man denn dann im Nirwana. Man kann ja nicht sprechen oder sonstiges, also ist es wie ein Koma Zustand. Man lebt nicht, aber ist auch nicht tot.

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@LDSchurch

Nun ja. Manche sehen Götter und Teufel. Aber wenn das glücklich macht, ist ja alles super.

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@verreisterNutzer

Alles ist jetzt richtig. Aber wir sehen es nicht oder nur selten durchschimmern. Das kann plötzlich passieren, ich bin z.B. nach einiger Zeit in der Natur sehr zufrieden. Das ist wie Urlaub. Und dann kehre ich zurück und die Wohnung ist so, wie ich sie verlassen habe. Sagte der Buddha nicht etwas davon? Unsere Masken und Ideen werden zerfallen. Besser, wir sind darauf vorbereitet.

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@mendrup

Sehr hilfreich, aber du sprichst wie ein weiser möch, ich verstehe nur die Hälfte:(

Wie meinst du unsere Masken werden zerfallen?

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@mendrup

Darf ich singen? Also Lieder singen und ähnliches. Charaoke oder solo lieder. Danke. LG

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@verreisterNutzer

Mit Masken meine ich unsere Rollen(bilder), die wir uns angeeignet haben. Wir konstruieren unser "ich" aus einer Geschichte, die wir uns selber erzählen. Wir sehen z.B. immer wieder die Notwendigkeit, einen Lebenslauf zu verfassen, spätestens, wenn wir uns für eine Arbeitsstelle bewerben. Darin sind maximal nutzlose Angaben wie Geburtsort und Namen der Eltern, aber auch deren Beruf und unsere Grundschule. Schon haben wir eine Person mit zugehöriger Geschichte konstruiert, die uns von Kriegswaisen ohne Schulabschluss unterscheidet.

Diese Rollenzuschreibungen sind fiktiv und stark wertend. Das macht auf vielen Ebenen krank.

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@verreisterNutzer

Singen ist schön und eine Kunst. Es geht um den natürlichen Ausdruck von Gefühlen. Das ist bei uns leider nicht mehr so üblich.

"Naturvölker" haben Gesänge und Tanz als integrativen Teil ihrer Identität und als Ausdruck von purer Lebensenergie angenommen.

Heute sehen wir künstliche Stars, die nur noch einen Personenkult zum Ausdruck bringen, der Träume von individuellem Erfolg und Ruhm füttert. Damit können wir unseren Lebenslauf ordentlich pimpen.

Die Frage ist nie, was Du tust, sondern wie Du es tust.

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