Bußgeldrechner Frage

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Die 3 % (bzw. 3 km/h bei Geschwindigkeiten unter 100 km/h) werden von der gemessenen Geschwindigkeit abgezogen (und nicht von der tatsächlichen oder der auf dem Tacho abgelesenen), um den maximal möglichen Messfehler des Messgerätes auszugleichen. Jedes Messgerät hat einen Fehlerbereich - es kann zuwenig, insbesondere aber auch zuviel anzeigen. Deshalb muss zur Berechnung der vorwerfbaren Geschwindigkeit der maximal mögliche Fehler von dem gemessenen Wert abgezogen werden, andernfalls wäre die Berechnung rechtsfehlerhaft und somit anfechtbar. Dieser Fehlerbereich beträgt höchstens +/- 3 % des gemessenen Wertes.

Da du aber nicht weißt, welche Geschwindigkeit das Messgerät gemessen hat und welchen Fehler es dabei begangen hat, weißt du (und somit auch der Bußgeldrechner) nicht, von welchem Messwert die 3 km/h bzw. die 3 % abzuziehen sind.

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Beispiel:

Deine tatsächlich gefahrene (aber NIEMANDEM bekannte) Geschwindigkeit möge 75 km/h betragen. Erlaubt sind jedoch nur 50 km/h.

Das Messgerät misst nun deine Geschwindigkeit. Aufgrund seines Messfehlers (+/- 3 km/h) wird der gemessene Wert im Bereich zwischen 72 und 78 km/h liegen. Von diesem Messwert werden nun 3 km/h abgezogen, sodass die vorwerfbare Geschwindigkeit im Bereich zwischen 69 und 75 km/h zu liegen kommt.

Mit Glück, nämlich dann, wenn das Messgerät seinen maximalen Messfehler nach unten begangen hat, werden dir also nur 69 km/h vorgeworfen. Damit bist du gerade noch im Verwarnungsgeldbereich (35 Euro, keine Punkte).

Im anderen Extremfall, nämlich dann, wenn das Messgerät seinen maximalen Messfehler nach oben "begangen" hat, werden dir hingegen die tatsächlich gefahrenen 75 km/h vorgeworfen. Damit bist du im Bußgeldbereich, musst 80 Euro (innerhalb geschlossener Ortschaften) bezahlen und erhältst 1 Punkt in Flensburg. Bei Fahranfängern werden zudem Probzeitmaßnahmen angeordnet.

Da du aber nicht weißt, welchen Wert das Messgerät gemessen hast, weißt du auch nicht, von welchem Wert die 3 km/h abzuziehen sind. Und der Bußgeldrechner weiß es natürlich auch nicht.

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Ein seriöser Bußgeldrechner muss also entweder nach der vorwerfbaren Geschwindigkeit (= gemessene Geschwindigkeit - 3 km/h) oder der gemessenen Geschwindigkeit fragen (die man beide aber erst kennt, wenn man den Bescheid erhalten hat) oder er muss nach der geschätzten tatsächlichen Geschwindigkeit fragen und dann die minimalen und die maximalen Konsequenzen errechnen und ausgeben (einen solchen Rechner kenne ich aber nicht).

Unseriös ist es jedenfalls, nach der geschätzten Geschwindigkeit zu fragen und nur ein Ergebnis, etwa das für den Betroffenen günstigste, auszugeben. Das kann zu bösen Überraschungen führen (siehe Beispiel).

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Dieser Bußgeldrechner zum Beispiel

http://www.bussgeld-rechner.com/cgi-bin/bussgeld-rechner/index-30-bussgeldrechner.html

fragt nach der gemessenen Geschwindigkeit. Die kennt man aber erst, wenn man den Bescheid schon erhalten hat - dann aber braucht man keinen Bußgeldrechner mehr.

Die Toleranzabzüge gibt es noch. Bei diesem Bußgeldrechner muss man den Wert nach Abzug der Toleranz eingeben:

http://knoellchen.eu/german/?page_id=2

Wenn Sie nicht wissen, wie schnell Sie gefahren sind, geben Sie einfach mehrere Werte nacheinander ein, dann sehen Sie ja, was bei welchem Wert rauskommt.

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