Bußgang nach Canossa Sieg oder Niederlage?

4 Antworten

Wie du ja selbst schon schreibst, gibt es dazu zwei Forschungsmeinungen:

  1. Es war eine Niederlage, da sich der Kaiser gegenüber dem Papst extrem erniedrigt hat und ihn um Vergebung bat. (Allerdings ist - was den Grad dieser Erniedrigung betrifft - immer auch zu beachten, aus welchen Quellen wir das wissen.)

  2. Es war ein geschickter Schachzug von Heinrich IV., da der Papst als Oberhaupt der katholischen Kirche so bedrängt gar nicht anders handeln konnte, als Gnade walten zu lassen. Somit war Heinrich ohne viel Zugeständnisse den Kirchenbann los, der ihm innenpolitisch größte Probleme bereitet hatte.

Langfristig hat sich das Kaisertum von diesem Zugeständnis nicht erholt.

Gregor VII. freilich starb in der Verbannung. Dazu die Wikipedia - durchaus ohne einseitig Sieg oder Niederlage zu behaupten:

"Heinrich belagerte Rom und konnte es 1084 einnehmen. Während er von Clemens in St. Peter zum Kaiser gekrönt wurde (31. März), verschanzte sich Gregor in der Engelsburg. Durch die Normannen befreit, verließ dieser schließlich Rom mit kleinem Gefolge und zog sich nach Salerno zurück. [...] Am 25. Mai 1085 starb Gregor VII. in Salerno, ohne seine Überzeugungen preisgegeben zu haben. Seine Grabinschrift lautet: „Ich liebte die Gerechtigkeit und hasste das Unrecht, so sterbe ich in der Verbannung.“ („Dilexi iustitiam et odivi iniquitatem; propterea, morior in exilio.“) Als Kehrseite zum bitteren Anklang dieser Worte waren diese auch als Ausdruck seiner selbstbestimmten Heilszuversicht zu verstehen. Analog hierzu heißt es in Psalm 45,8: „Du liebst das Recht und hasst das Unrecht, / darum hat Gott, dein Gott, dich gesalbt mit dem Öl der Freude / wie keinen deiner Gefährten.“ 1606 wurde Gregor VII. von Papst Paul V. heiliggesprochen. Sein Todestag ist ein (nicht gebotener) Gedenktag (25. Mai) der katholischen Kirche." Seite „Gregor VII.“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 17. April 2014, 15:00 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gregor_VII.&oldid=129597632 (Abgerufen: 15. Mai 2014, 05:56 UTC)

Es dauert nicht mehr lange bis zum 25. Mai. Wer will, kann statt zur Europawahl zu gehen, einen Heiligengedenktag feiern.

Und dabei feiern, dass es schon lange vor Johannes Paul II. und Johannes XXIII. heilige Päpste gab. Freilich war Gregor VII. einer, der mehr als durchschnittliche Päpste zu Blutvergießen beigetragen hat.

DAs kann man so und so werten - muss man sogar.

Früher und gerade in Schulbüchern wertete man es eher als Unterwerfung. Das ist viel zu einseitig, man muss es genauso als taktischen Sieg Heinrichs werten: Er ließ dem Papst gar keine andere Chance als die Exkommunikation zurückzunehmen, Absolution zu erteilen. Heinrich hat den Papst quasi an den Schwachpunkten getroffen:

a) dem Kirchenrecht und Sitte

b) der fehlenden militärischen Macht des Papstes (denn Heinrich war ja nicht allein in Italien sondern mit einem Heer da und konnte ihn physisch einschüchtern)

Es wird bis heute gestritten, aber man kann es nicht nur so oder so deuten.... Dein Lehrer will beides hören - es gibt keinen Widerspruch dazwischen!

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