Burkini?

17 Antworten

Dass der Burkini zum Kampfobjekten von Ideologen wurde, hat dessen Erfinderin Aheda Zanetti sicher nicht gewollt. Sie schuf ihn aufgrund eigener bitterer Kindheits- und Jugenderfahrungen, um auch muslimischen Mädchen und Frauen die Ausübung des Schwimmsports zu ermöglichen.

Als Kind floh sie zusammen mit ihren Eltern vor dem Bürgerkrieg im Libanon nach Australien. Dort wurde sie auch im Exil gemäß den Regeln des Islam erzogen. Am Strand wurde sie als Kind und Jugendliche oft gehändelt, weil sie keine ortsübliche Badebekleidung trug und um schwimmen zu können, mit ihrer gewöhnlichen Kleidung durchaus unter Lebensgefahr ins Wasser ging.

Als Modedesignerin versuchte sie zunächst herauszufinden, ob es irgendwo schon islamische Badebekleidung gab und war dabei erfolglos. So machte sie sich selbst Gedanken darüber, wie eine solche aussehen könnte. Dabei entwickelte sie eine Kombination aus einer Badehose mit langen Beinen und einem Schwimmanzug mit integrierter Badekappe, welche die Anforderungen der islamischen Kleiderordnung erfüllt, aber dennoch genügend Bewegungsfreiheit für die Schwimmerin lässt.

Aheda Zanetti gab mit ihrer Erfindung sich und Millionen Frauen und Mädchen die Freiheit, nach der sie sich fast ihr ganzes Leben gesehnt hatte. Anstatt den Burkini mit dem unhaltbaren Argument zu verbieten, er sei Ausdruck religiösen und / oder politischen Extremismus, sollte man ihn als einen Versuch würdigen, zwei sehr unterschiedliche Kulturen einander näherzubringen.


  • Ich finde einen Burkini insofern in Ordnung als dass er ermöglicht, dass auch muslimischen Mädchen aus einem fundamentalistischen Elternhaus nicht mehr das Schulschwimmen verboten werden kann oder, positiv ausgedrückt, es ihnen ermöglicht, im Einklang mit ihrer Religion auch den Genuss von Schwimmbädern zu haben.
  • Ich finde es prinzipiell erschreckend, dass so etwas im 21. Jahrhundert überhaupt noch möglich ist -- das ist Anachronismus und Fundamentalismus in seiner gröbsten Form. In Deutschland sollte es möglich sein, dass jedes Mädchen im Badeanzug schwimmen geht, ohne Ehre, Würde oder sonstwas in Gefahr zu sehen. In dieser Hinsicht bin ich durchaus Anhänger der "Leitkultur"-These.
  • Vernunft, Naturwissenschaft und Fortschritt sollten die Leitbilder unserer Zukunft sein und nicht das Heucheln von Religionsfreiheit, die in Wahrheit nur anachronistisch-fundamentalistischen Tendenzen zu mehr Macht verhilft. Wir brauchen definitiv weniger Religion und mehr Vernunft.

Hallo! Es gibt Badeordnungen die einen Sinn machen und auch auf Erfahrungen beruhen.

Diese Bestimmunngen haben nichts mit Religion zu tun - machen aber Sinn.

  1. Es gibt keine Religion die man nur so interpretieren kann dass man als Frau den gesamten Körper verschleiern muss.
  2. Ich kenne Schwimmbäder die nicht einmal eine zu lange Badehose akzeptieren. Wie sollte das dann mit Burkini gehen?
  3. Man würde Im Schwimmbad nicht einmal nackend so angestarrt wie im Burkini.
  4. Wir können Menschen aus aller Welt aufnehmen aber nicht dafür alle Gesetze und Bestimmungen ändern.

Alles Gute.

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