Bundeswehr - Studieren

1 Antwort

Da hat Dir Dein Bekannter aber eine Menge Unsinn erzählt. Ich vermute mal, erst hat das Studium nicht bestanden und erzählt jetzt, dass die bösen Zustände an der Bundeswehruni daran schuld gewesen wären.

Fast ist, dass das Studium dort anspruchsvoller ist als an so mancher zivilen Uni. Man studiert in Trimestern und hat somit weniger freie Zeit im Jahr. Freie Zeit, die ggf. fehlt, wenn man Dinge nachholen muss.

Prüfungen werden mitunter in Blöcken geschrieben (bei FH Studiengängen ist das auch zivil der Standard). Das bedeutet, man hat 6 Prüfungen in zwei Wochen. Man kann aber nur alle Prüfungen schieben, nicht einzelne Prüfungen. Studenten meines Jahrgangs, die gleich mit dem Schieben von Prüfungen begonnen hatten, bauten eine Bugwelle auf, in der sie schließlich untergingen.

Selbstmotivation ist wichitg, sonst schafft man es nicht und kann die eigene Faulheit nicht so lange auslegen, wie in einem zivilen Studium.

Was definitiv falsch ist, dass man auch wenn man krank ist zu Prüfungen muss. Sobald man aber eine Prüfung antritt, gilt diese auch. Dann noch vorzubringen, man wäre nicht in der Lage, an der Prüfung teilzunehmen geht nicht mehr. Das ist aber überall anders auch so.

Was auch nicht stimmt ist, dass man nach einer einzigen verhauenen Klausur fliegt. Maximal wäre das denkbar, wenn man beim Abschreiben oder Betrügen erwischt werden würde. Dann wird man Exmatrikuliert, Disziplinare Maßnahmen werden folgen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit das Ende der Laufbahn bei der Bundeswehr bedeuten.

Es gilt an den Bundeswehrunis jeweils die Prüfungsordnung des jeweiligen Bundeslandes!

Ich habe an der UniBw-München 2000 mein Diplom erhalten. Es war nicht einfach, aber dafür hatte ich auch eine Menge Vorteile:

  • Man wird bezahlt
  • Man hat eine Unterkunft kostenlos vor Ort
  • Die Ausstattung der Uni (Bibliothek, Labore, Internet, Mensa usw.) ist hervorragend
  • Geringe Anzahl von Studenten pro Professor, das ermöglicht eine gute und zielführende Lehre
  • Es gibt keine Wartelisten und überfüllten Hörsäale
  • Man hat kurze Wege, da es sich um eine Campusuni handelt.

Fazit: Es ist auf jeden Fall besser an einer Universität der Bundeswehr zu studieren wenn man Offizier werden möchte. Der Weg über die zivile Uni ist umständlich und langwieriger.

Ich muss noch dazu sagen, dass die Informationen des Bekannten, über seine Mutter, an meine Mutter und dann an mich gingen. Er ist mittlerweile erfolgreicher Truppen-Helikopter-Pilot beim Bund :)

Du hast geschrieben, dass man nur die 2-wöchige Prüfungsblöcke verschieben könnte. Was ist, wenn man jetzt schon 2 Arbeiten hinter sich hat und dann an einen Prüfungstag mit Kopfschmerzen aufwacht?

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@blackwolf90

Aha, also Infos über drei Ecken.

Meine Infos in Bezug auf das Schieben von Prüfungen bezieht sich auf die Situation 1996 - 2000. Mittlerweile kann man qualifizierte sein Studium abbrechen = Bachelor. ;-) Da wird sich möglicherweise einiges geändert haben.

Wenn man bei einer Prüfung krank ist, schreibt man diese Prüfung zum Termin des Zweitversuch mit, diese Prüfung gilt dann aber als Erstversuch. Grundsätzlich darf man jede Prüfung 2 mal wiederholen, hat also 3 Anläufe dafür.

Wenn man nicht krank ist, sondern sich gar nicht erst zu den Prüfungen anmeldet, müssen alle Prüfungen später geschrieben werden.

Der besagte Bekannte hat aber das Glück gehabt, das derzeit HFOs (Hubschrauberpiloten) sehr gesucht sind. Sonst wäre seine Karriere mit Nichterfolg des Studiums auch beendet gewesen.

Die Größe der Hörsäle variiert je nach Studiengang und Fach. Mehr als 70 Leute werden wohl nie in einem Hörsaal sein. Auch sind nicht immer alle da und spätestens nach dem Vordiplom (Zwischenprüfung) lichten sich die Reihen.

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Ach ja, und mit wievielen Studenten kann man da pro Hörsaal rechnen? Auf den Bildern die ich bisher gesehen haben waren das geschätze 10-15 :O

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