Bundestagswahlen: Erklärung von Begriffen?

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Über die Erststimme werden die Direktmandate bestimmt. Gewählt ist, wer in einem Wahlkreis die meisten Stimmen erhält. Beim extrem unwahrscheinlichen Fall, dass zwei oder mehr Kandidaten exakt die gleiche Anzahl Stimmen erhalten, entscheidet das vom Kreiswahlleiter zu ziehende Los.

Mit der Zweitstimme wird die Stärke der Parteien im Bundestag bestimmt. Hier handelt es sich um eine Verhältniswahl. Eine Ausnahme ist die 5-%-Hürde. Hiernach muss eine Partei mindestens 5 % der Stimmen erlangt oder mindestens drei Direktmandate gewonnen haben, um in den Bundestag einzuziehen. Beim Gewinn von drei oder mehr Direktmandaten zieht die Partei in Höhe ihres tatsächlichen Zweitstimmenanteils in den Bundestag ein, also nicht nur mit den Direktmandaten.

Nun zu Deinem Beispiel. Nach dem Zweitstimmenergebnis (welches für die Zusammenstzung des Bundestag entscheident ist) stehen Partei A 42 Sitze zu. Sie hat 28 Direktmandate geholt. Diese werden abgezogen und die restlichen 14 Sitze über die Landesliste besetzt. Hierzu werden zunächst die Personen von der Liste gestrichen, die ein Direktmandat geholt haben. Von den übrigen ziehen dann die ersten 14 in den Bundestag ein. Alle weiteren ab Listenplatz 15 können nur dann nachrücken, wenn ein Bundestagsabgeordneter sein Mandat zurück gibt oder verstirbt. Sollte - was auch unwahrscheinlich ist - alle Personen der Liste nachgerückt sein, so können freiwerdende Sitze nicht mehr durch Nachrücker ersetzt werden. Eine Nachnominierung ist nicht möglich.

Erzielt eine Partei mehr Direktmandate, als ihr nach den Zweitstimmen Sitze zustehen, so entstehen Überhangmandate. Durch Tod oder Rücktritt freiwerdende werden nicht durch Nachrücker ersetzt, die Partei hat dann einen Sitz weniger.

Die Bundestagswahl dient der Bestimmung der Abgeordneten des Deutschen Bundestages. Sie findet grundsätzlich alle vier Jahre statt; die Wahlperiode kann sich jedoch im Falle der Auflösung des Bundestages verkürzen oder im Verteidigungsfall verlängern.

Das Bundestagswahlrecht beruht auf dem Prinzip der personalisierten Verhältniswahl und hat einige Besonderheiten wie die Fünfprozenthürde und die mögliche Existenz von Überhangmandaten.

Der Termin einer Bundestagswahl wird vom Bundespräsidenten in Absprache mit der Bundesregierung und den Ländern festgelegt. Näheres wird vom Bundeswahlgesetz bestimmt.

mehr HIER >> http://de.wikipedia.org/wiki/Bundestagswahl

Ein Direktmandat ist ein Mandat, das im Wahlkreis gewonnen wird.

Für die Bundestagswahl ist Deutschland in 299 Wahlkreise unterteilt. In jedem dieser Wahlkreise findet eine Mehrheitswahl statt. Die Sieger dieser Mehrheitswahlen ziehen direkt (Direktmandat!) in den Bundestag ein.

Bei der Bundestagswahl gibt es aber auch noch die Zweitstimme. Mit dieser werden in einer Verhältniswahl die verschiedenen Parteien (Parteilisten auf Ebene der Bundesländer = Landeslisten) gewählt. Eine Partei erhält im Bundestag insgesamt grundsätzlich so viel Prozent der Sitze wie es ihrem Prozentanteil Stimmen entspricht. Im genannten Beispiel wären das die 42 Sitze.

Auf diese Sitzen nehmen als erstes die Wahlkreisgewinner Platz (im Beispiel die 28). In der Regel bleiben dann noch einige Sitze unbesetzt (im Beispiel 14 Sitze).

Nun kommt wieder die Zweitstimme zum Zug: Mit der Zweitstimme wurden von den Wählern Parteilisten gewählt. Auf diesen Parteilisten stehen in einer festgelegten, durchnummerierten Reihenfolge Kandidaten der Parteien. Auf die der Partei noch zur Verfügung stehenden Sitze kommen nun die Bewerber der Partei von der Liste in absteigender Reihenfolge. Bei 14 Sitzen also die ersten 14 Kandidaten auf der Parteiliste.

Weitere Infos dazu gibt es bei Staatsrecht for you - http://staatsrecht.honikel.de

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