Bundespräsident VS Bundeskanzler! Wer hat mehr zusagen?

8 Antworten

  • "Mehr zu sagen (i.S.v. 'reden')" hat der Bundespräsident.
  • "Mehr zu machen" hat der Bundeskanzler.

Der Bundespräsident darf alles kommentieren, wonach ihm der Sinn steht. Damit kann er INDIREKT Einfluss auf die Politik nehmen. Außerdem unterschreibt er letztinstanzlich viele Gesetze; kann also auch EIN STÜCK WEIT DIREKT Einfluss auf die Politik nehmen. Seine Verantwortung beschränkt sich dabei auf sein, um es mit Adenauer zu sagen, "Geschwätz" (er muss aufpassen, was er sagt) und gelegentlich auf die Weigerung, Gesetze zu unterschreiben, die ihm nicht passen.

Der Bundeskanzler konzertiert im besten Falle die gesamte Bundesregierung mit all ihren Ministern. Damit ist er IMMER DIREKT in die politischen Entscheidungen eingebunden und folglich auch für alle diese Entscheidungen verantwortlich. 

Mit anderen Worten: Der Bundespräsident hat die "Macht des Wortes". Der Bundeskanzler hat die "Macht der Tat".

Diese bemerkenswerte Verteilung der Macht ist zum Einen ein Zugeständnis an die "Monarchisten", die bis heute von einem König oder Kaiser träumen. (So wie etwa Gauck, der selbst zum Böhmermann-Fall und der möglichen Abschaffung der strafrechtlichen Verfolgung von "Majestätsbeleidigung" sagte, dass ihm, als Bundespräsident, doch wohl mindestens die gleiche Ehrerbietung zustehe, die einem "gekrönten Haupt" zustehe.)

Sie ist aber zugleich - neben anderen "Macht-Verteilern", wie etwa dem Bundesrat und dem Bundestag - auch ein Schutz der Demokratie vor un- oder sogar anti-demokratischen Kräften, denn so kann sich weder der Bundeskanzler noch der Bundespräsident ohne die Hilfe der anderen zum Diktator aufschwingen.

---------------------------------

Hinweis: Da ich weiß, dass gerade jüngere Menschen (ich war auch mal einer; und auch mir erging es lange Zeit so) die "Macht des Wortes" zu unterschätzen neigen, sei mir diese Anmerkung gestattet:

Vorsicht! Das Wort ist oft sehr viel gewaltiger, als die Tat. Denn eine Tat (beispielsweise ein Gesetz) kann meist ungeschehen gemacht werden. Ein Wort (beispielsweise der Aufruf zu Gewalt gegen Flüchtlinge) ist oft nicht so einfach ungeschehen zu machen...

Hei, DaddyGalard, sowohl in Deutschland als auch in Österreich ist der Bundeskanzler bzw. die Bundeskanzlerin Chef/in der Regierung, besitzt also die Macht im Staat. Der Bundespräsident hat weitgehend repräsentative Aufgaben als Staatsoberhaupt - allerdings in Österreich auch bestimmte verfassungsmäßig Befugnisse, die seinem deutschen Amtskollegen nicht zustehen. Die Präsidenten in Staaten mit repräsentativer Demokratie genießen den Rang, den in den heutigen Monarchien die Könige die einnehmen. Andere Präsidenten wie in USA und Frankreich vereinen beide Aufgaben in ihrem Amt: Staatsoberhaupt und Regierungschef. Und so. Grüße!

Der Bundespräsident ist das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland.Seine Rolle im politischen System des Staates liegt meist jenseits der Tagespolitik. Auch wenn es keine verfassungsrechtliche Vorschrift gibt, die dem Bundespräsidenten tagespolitische Stellungnahmen verbietet, hält sich das Staatsoberhaupt mit solchen traditionell zurück.

Der Bundeskanzler ist der Regierungschef der Bundesrepublik Deutschland. Er bestimmt die Bundesminister und die Richtlinien der Politik der deutschen Bundesregierung.Der Bundeskanzler ist faktisch der politisch mächtigste deutsche Amtsträger, steht jedoch in der deutschen protokollarischen Rangfolge unter dem Bundespräsidenten (dem Staatsoberhaupt) und dem Bundestagspräsidenten an dritthöchster Stelle.

LG

Was möchtest Du wissen?