Büroalltag - Eher ruhig und distanziert?

7 Antworten

Ich bin da eher wie du veranlagt, komme aber mit allen meinen Kollegen gut zurecht und kann auch mal mit quasseln, wenn es passt. Dass ich aber 24/7 mich in den Mittelpunkt dränge ist nicht der Fall. Ich mag es auch, wenn ich mal einen Tag meine Ruhe habe und meine Arbeit fertig bringe.

Du musst ja nicht über deine Dinge sprechen, aber sich komplett abschotten finde ich ebenfalls nicht richtig. Man sollte eben eine gute Balance zwischen einem starken und unabhängigen, aber dennoch sozialen Individuum und einem asozialen Einzelgänger finden.

Das ist keine gesunde Einstellung und auch wenn ich niemanden etwas vorschreiben will, aber du solltest das überdenken. Du verbringst die meiste Zeit in deinem Leben mit Arbeitskollegen. Traurig aber wahr.

Irgendwann wird man einsam und verbittert, das kannst mir glauben. Ich war selber auch in so einer Lage wie du, aber es lag nicht an meiner Einstellung, sondern das meine Kollegen und ich einfach so grundverschieden waren und ich nichts mit ihnen anfangen konnte. Dann hab ich die Abteilung gewechselt und siehe da - ich versteh mich mit jedem einfach super und da macht sogar der Smalltalk Spaß!

Versuch mal an Gesprächen teilzunehmen, vielleicht sind sie alle nicht so doof wie du denkst. Zusätzlich kannst du dich mit deinem Kollegen gegenüber austauschen.

Kann mich gut in Dich hineinversetzen, weil ich es ähnlich empfunden habe. Zum Glück bin ich heute selbständig und muß mir dieses Gemache nicht mehr antun. Allein dieses distanzlose ikeamäßige Geduze vom ersten Tag an ging mir so dermaßen auf den Senkel. Ich habe mich dann immer genüßlich zurückgelehnt und auf den ersten Zoff zwischen diesen Personen gewartet. Der kam auch meistens. Und dann bereute man oft, sich so vorschnell geduzt zu haben, bevor man sich richtig kennengelernt hat. Ich bin mit Distanziertheit immer am besten gefahren. Privates und berufliche Dinge gehören strikt getrennt. Mit "asozial" und "unkollegial" hat das nichts zu tun.

Ist zwar deine Einstellung, aber ohne beleidigend werden zu wollen: Was anderes als selbstständig zu sein, könntest du vermutlich nicht. Allerdings gibt es Leute, die sich nicht selbstständig machen können und die werden mit so einer Einstellung direkt in die Depression fahren, weil sie von jedem gemieden werden und nach Jahren und Jahrzehnten geht das jedem irgendwann auf die Substanz.

Wir Menschen sind eben keine Einzelgänger. Wir brauchen die sozialen Kontakte und das gilt nicht nur fürs Privatleben. Sonst wird man ja verrückt. Ist meine Meinung dazu.

PS: Was ist schlimm daran, geduzt zu werden? Ich glaube nicht, dass man es bereut sich zu duzen, nur weil man mal eine Meinungsverschiedenheit hat. Ist ja Blödsinn. Mit ist es viel unangenehmer, gesiezt zu werden, meine Güte ich bin Mitte 20 und keine 60.

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@Coliibri

Ich bin aber nicht mehr Mitte 20 und bin in einer Zeit aufgewachsen, als das "Du" von vielen noch eine Art Auszeichnung betrachtet wurde, mit der man bedacht wurde, wenn man sich besser kennengelernt hatte und sich schätzte. Heute duzt sich leider alle Welt. Es ist auch schon ein Unterschied, wenn man im beruflichen Umfeld richtig Probleme mit jemandem hat, ob man sich duzt oder siezt. Das kann man leider jemandem, der erst Mitte 20 ist, nicht erklären. Die Zeiten haben sich da tatsächlich sehr gewandelt. Meine Branche ist auch keine "Duz-Branche", sondern ein sehr konservatives Gewerbe.

Ich fühle mich nicht im Geringsten beleidigt wenn Du sagst, etwas anderes als Selbständigkeit könnte ich nicht. Das ist tatsächlich so. Ich war nicht glücklich als Angestellter, obwohl die Jobs als solche sehr interessant waren. Von einer Depression war ich allerdings meilenweit entfernt, und zwar deshalb, weil ich Beruf und das (keineswegs einzelgängerische) Privatleben erfolgreich trennen konnte. Ich hatte auch Kollegen, mit denen ich privat zu tun hatte, aber die waren dann mehr von der Sorte wie ich und hatten auch keinen Bock auf dieses "Wir sind eine Firma, also müssen wir alle die besten Freunde sein". Es waren dann ähnliche Lebensläufe, die gleichen Hobbies etc. die uns verbunden haben.

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Werde ich ausgenutzt oder ist das normal?

Hallo,

ich habe 3 Kolleginnen. Die Arbeit im Büro ist bei uns gleichmäßig verteilt. Ich bin dort seit 11 Jahren. Jeder hat bei uns seinen festen Kundenstamm. Hierfür ist er für alles was so anfällt zuständig. Nur ist es natürlich so, daß schnell arbeitende Mitarbeiter weniger Kunden haben, als schnell arbeitende. Darum ist es so, daß ich eine Vielzahl von Kunden mehr erledige als die Kollegen. Aber darüber möchte ich mich nicht beschweren, zu wenig Arbeit macht mich irre, darum finde ich gut, daß das so ist und ich genug zu tun habe. Ich sitze also nicht gelangweilt bei der Arbeit rum, nur weil ich 3mal so schnell bin wie die Kollegen.

Aber nun ist es so, daß ungeliebte Sonderwünsche des Chefs, die sich aber bestimmten Kunden (und somit auch ganz klar bestimmen Mitarbeitern) zuordnen lassen, gerne mal bei mir auf dem Tisch landen, da es ja so schön schnell geht, und dann noch ohne Widerworte sofort und zügig erledigt wird.

Es nervt mich. Erstens weil ich mich ausgenutzt fühle, und zweitens weil solche Sachen immer sofort erledigt werden müssen, man also seine aktuelle eigene Arbeit und Gedanken erstmal unterbrechen muß um fremde Arbeiten dazwischen zu schieben. Und sowas ist nunmal Stress, auch wenn man es mengenmäßig schaffen würde. (Um es nochmal zu sagen, es handelt sich um Arbeiten, für die ich eigentlich nicht zuständig bin).

Wenn es so Arbeiten sind, die so allgemein anfallen, die nicht für einen bestimmen Kunden sind, dann landet das sowieso bei mir, da habe ich auch kein Problem mit, irgendjemand muß es schließlich machen. Auch wenn eine Kollegin mal im Urlaub ist oder tatsächlich mal überfordert ist, übernehme ich das sehr gerne ohne mich zu ärgern.

Aber wenn ich Stress habe, da ich die Arbeit der anwesenden Kollegen erledige, damit die Kollegen in Ruhe arbeiten können, dann ärgert mich das und hat mir schon so manches Wochenende versaut.

Bin zwar der Typ der gerne mal von jedem ausgenutzt wird, aber das heißt ja nicht automatisch, daß ich mich gerne ausnutzen lassen, so wie vielleicht jeder denkt.

Was würden andere Leute in so einem Fall tun?

Danke

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