Buddhistische und Christliche Bestattungsarten

...komplette Frage anzeigen

1 Antwort

Nach den verschiedenen buddhistischen Traditionen werden die Toten gewöhnlich verbrannt, die Asche wird verstreut. Nur bei besonders bedeutenden Verstorbenen werden die Urnen gesondert beigesetzt, z. B. in einem Stupa, um dem Gedenken etwa an einen großen Lehrer oder einen bedeutenden Förderer des Buddhismus Raum zu geben. Eine Erdbestattung ist nur dort üblich, wo normalerweise kein Holz zur Verfügung steht, z. B. in den Steppen der Mongolei. Die "Himmelsbestattung" nach einer tibetischen Tradition ist meines Wissens nicht mehr üblich bzw. sogar verboten (das solltest Du vielleicht noch mal prüfen, ich bin da möglicherweise nicht ganz auf dem Laufenden). Dabei wurden die Toten auf ein Plateau gebracht und den Geiern anheim gegeben, die das Fleisch verzehrten und nur Knochen oder Teile davon übrig ließen. Es gab einen eigenen Stand von Bestattern, die die dabei nötigen Handlungen und Zeremonien vorbereiteten und ausführten. Diese Bestattungsvariante ist allerdings älter als der Buddhismus und stammt aus der vorbuddhistischen schamanistischen Religion. Bei der Bestattung eines Buddhisten sind - je nach Herkunftsland und buddhistischer Schule - bestimmte Riten und Vorbereitungen zu beachten, z. B. die Wartezeit bis zur Verbrennung, die sehr unterschiedlich sein kann, oder Praktiken wie die Schädelöffnung. Solche Riten kannst Du aber im Internet recherchieren.

Im Zentrum des Christentums steht der Gedanke an die leibliche Auferstehung des Menschen am jüngsten Tag. Deshalb waren Verbrennungen im christlichen Raum bis vor wenigen Jahrzehnten noch sehr unüblich. Im Zentrum des Buddhismus dagegen steht die Einsicht in die Vergänglichkeit allen Daseins und die Befreiung von Existenz, die grundsätzlich als leidhaft betrachtet wird. Deshalb wird mit dem Körper eines Verstorbenen anders verfahren als wenn es um eine mögliche leibliche Auferstehung ginge. Die Vorstellungen bei Christen und Buddhisten haben sich im Lauf der vielen Jahrhunderte verändert, so hat der Buddhismus in vielen Regionen vorbuddhistische Vorstellungen von einem Jenseits und verschiedene Bräuche aufgenommen und widersteht dem häufig auch nicht explizit. Analog dazu hält das heutige Christentum nicht mehr an der Erdbestattung fest, sondern gestattet auch die Verbrennung. Hilft Dir das weiter? Gruß, q.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Nico81195
18.10.2011, 11:10

Danke für deine Antwort quopiam. Die Antwort ist für mich sehr hilfreich und wird mich weit vorranbringen. Ich bedanke mich ganz herzlich.

0

Was möchtest Du wissen?