buddhist ins kloster oder nicht?!

11 Antworten

Es gibt einen Unterschied zwischen

  • buddhistische Praxis üben
  • Mitglied einer Sangha sein
  • Zuflucht nehmen/Laiengelübde ablegen
  • Mönchs/Nonnengelübe ablegen

Buddhistische Praxis: Sitzmeditation und Achtsamkeitsübungen kann grundsätzlich jeder praktizieren, da keine besondere Lehre damit verbunden ist.

Um buddhistische Meditation zu praktizieren musst du keiner besonderen Religion angehören, Statuen aufstellen, oder besondere Kleidung tragen.

Mitglied einer Sangha: Menschen die buddhistische Meditation praktizieren finden sich oft in Gruppen zusammen. Wenn dabei auch Buddhas Lehren gelesen werden, handelt es sich um eine Sangha, oder "buddhistische Gemeinde" In Deutschland sind Sanghas oft in Vereinen organisiert

Zuflucht nehmen/Laiengelübde ablegen: Das ist quasi der offizielle Teil. Man bekennt sich im Rahmen einer Zeremonie zu Buddha, seiner Lehre (Dharma) und der Gemeinschaft der Buddhisten (Sangha) und wird damit offiziell Buddhist.

Danach ist man dazu angehalten die "Fünf Tugendregeln" (Pancasila) einzuhalten.

  • Nicht töten oder Leid zufügen
  • Nicht nehmen, was nicht gegeben wird
  • Rede nicht missbrauchen
  • Kein sexuelles Fehlverhalten üben
  • Den Geist nicht betäuben (durch Drogen etc)

Im Mahayana-Buddhismus legt man auch das Bodhisattva-Gelübde ab, mit dem man auf den Eingang ins Nirvana verzichtet, sondern sich bereit erklärt, auch als erleuchtetes Wesen weiter dem Kreislauf der Wiedergeburten zu folgen, um anderen fühlenden Wesen auf dem Weg zum Erwachen zu helfen.

Je nach Traditionslinie gibts dann noch einen schicken buddhistischen Namen und einen kleinen Latz (jap. Rakusu) dazu - fertig ist der offizielle Buddhist. ;-)

Um es nochmal zu sagen: Die Zufluchtnahme ist keine Verpflichtung die man eingehen muss, wenn man Buddhas Lehren folgen, oder meditieren will. Das darf aus buddhistischer Sicht jeder Mensch, egal welcher Religion er angehört.

Monastische Gelübe ablegen: Es besteht die Möglichkeit, nach seinem Leben als buddhistischer Laie auch die Ordination zum Mönch, oder zur Nonne.

Damit ist die Einhaltung von deutlich mehr Regeln verbunden (Im Theravada-Buddhismus gibt es 227 Gelübde für Mönche und 253 Gelübde für Nonnen).

Mönche und Nonnen sind oft an ihrem geschorenen Schädel und ihrer Robe zu erkennen - allerdings sind mittlerweile auch Kurzhaarfrisuren üblich und Mönche/Nonnen sind - je nach Traditionslinie - durchaus auch in Zivilkleidung anzutreffen.

Typischerweise leben Mönche und Nonnen zölibatär.

In Japan gibt es Tempelpriester, die in etwa dem christlichen Pfarrer/Pastor entsprechen - sie verwalten eine Gemeinde, sind Seelsorger und kümmern sich um religiöse Feste, Bestattungen usw.

Diesen Priestern ist es erlaubt zu heiraten, so dass dieser Beruf häufig innerhalb der Familie weitervererbt wird.

Fazit: Kein Buddhist ist verpflichtet Mönch zu werden - es ist allerdings möglich, freiwillig eine Zeit lang als "Laienmönch" in einem Kloster zu leben.

Nein, dass ist kein so strenger Glauben. Aber Bücher ud im Internet darüber lesen wäre sehr Sinnvoll. Und wenn du dann immer noch Lust hast, gibt es in Deutschland viele Buddistische Klöster.

Man muss nicht ins Kloster. Wenn man den buddhistischen Weg systhematisch lernen will, dann muss man sich zuerst für eine buddhistische Schule entscheiden. Über dieses Thema kannst du hier diskutieren:

http://anfaengergeist.net/

wenn du dich für eine Schule entschieden hast, dann gehst du regelmäßig zu einem Meditationslehrer. Oder einer Lehrerin.( O jee, ich bin so gar nicht auf dem Gender- Trip. Aber weil es hier auf GF- net Vorwürfe gibt, der Buddhismus sei ja frauenverachtend, betone ich jetzt hier, dass es auch in Deutschland reisende Meisterinnen gibt. Asiatinnen traditioneller Linien. Es ist keine Erfindung des Westens, dass Frauen und Männer den Buddhismus lehren. )

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