Buddhismus/Wiedergeburt

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8 Antworten

Der Buddha hat in seiner ganzen Lehrtätigkeit genau zwei Fragen nicht beantwortet, nämlich die Deine - die Frage nach dem Ursprung von allem, dem Anfang der Welt - und die Frage nach den genauen Verflechtungen des Karma. Er begründete sein Schweigen damit, daß Spekulationen um diese Themen von der Praxis wegführten. Die Mönche (seine Schüler) sollten sich lieber auf die Praxis konzentrieren, um Samsara zu verlassen. Mit dem Erlangen der Erleuchtung würde ihnen auch die Erkenntnis über diese beiden Fragen zuteil.

Existenz ist grundsätzlich leidhaft. Sie besteht zwar nicht nur aus Kummer, sondern auch aus Genuß, aber die Erkenntnis, daß Freude und Genuß nie von Dauer sein können, ist wiederum leidbehaftet, das Glück kann nicht bewahrt werden. Der Kreislauf des bedingten Entstehens führt von Existenz zu Existenz und damit immer wieder zum Leid. Diesen Kreislauf gilt es zu beenden durch die Nichtwiederkehr, die Erleuchtung und schließlich die Erlangung des Nirvana (wörtl. "Verlöschen"). Der Buddha lehrte, daß es keine persönliche Seele oder einen Geist gebe, der wiedergeboren werde, sondern Geburt folge auf Geburt, ohne daß dabei eine Persönlichkeit "wandere". Daher steht nur diese eine Geburt als Mensch, jetzt und heute, zur Verfügung, um sich der Praxis hinzugeben und die Freiheit vom Leiden zu erlangen. Das wiederum macht die Sache einigermaßen dringlich und das ist auch der Grund, weswegen der Buddha die Beschäftigung mit Spekulationen grundsätzlich als nicht heilsam ansah. Gruß, q.

Das Thema Wiedergeburt ist keineswegs ein Kernstück buddhistischer Lehre. Es ist einfach so, dass der Buddhismus zu einer Zeit und in einem Land entstanden ist, in dem der Glaube an Wiedergeburt Teil der lebendigen Kultur war. Dann wurde das Thema über den tibetischen Buddhismus weiter getragen.

Buddha hat sich nicht mit den Anfängen der Welt befasst. Das war ihm nicht wichtig, das ist nicht sein Thema. Buddha sagt auch nicht, dass das Leben Leiden ist. Vielmehr stellt er fest, dass da (auch) Leiden ist. Die spannende Frage, die er stellt ist, wie kann ich das Leiden auflösen und ein freudvolles Leben führen? Darauf gibt der Buddhismus eine Antwort.

Wiedergeburt ist ein schwieriges, weil vielfach falsch verstandenes Thema. Nach buddhistischem Verständnis wird keine persönliche Seele wiedergeboren. Es kann daher auch keine persönliche Erlösung erfolgen.

Auf deine Frage gibt "der" Buddhismus also keine Antwort.

Miller82 20.05.2012, 14:13

Das Thema Wiedergeburt floss soweit ich weiß aus dem Brahmanismus in den Buddhismus, Hinduismus und Jainismus die ungefähr zur gleichen Zeit entstanden. Dass Wiedergeburt kein Kernstück des Buddhismus sein soll erstaunt mich jetzt allerdings, es ist doch untrennbar mit der Problematik des Karma verbunden. Es gibt ja verschiedene buddhistische Strömungen, aber soweit ich es verstanden hab ist es das Ziel die Erleuchtung zu erlangen und dadurch diesen Kreislauf zu brechen. Lasse mich gerne berichtigen... :-)

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Miller82 27.07.2012, 14:20

"Buddha sagt auch nicht, dass das Leben Leiden ist. Vielmehr stellt er fest, dass da (auch) Leiden ist"

Quelltext im Pali-Kanon[2]: „Das (unerleuchtete) Leben im Daseinskreislauf ist leidvoll: Geburt ist Leiden, Altern ist Leiden, Krankheit ist Leiden, Tod ist Leiden; Kummer, Lamentieren, Schmerz und Verzweiflung sind Leiden. Gesellschaft mit dem Ungeliebten ist Leiden, das Gewünschte nicht zu bekommen ist Leiden. Kurz, die fünf Aneignungen (skandha, khandhah) sind Leiden.“

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Einige Wissenschafler meinen "es gab einen Urknall". so sei die welt entstanden, damit gebe ich ihnen völlig recht. Es gibt aber nicht nur einen Urknall, es gibt viele Urknalle. Aber davon bekommen wir nichts mit. diese geschehen in einer anderen dimension. wie das geschieht? das ist die konzentrierte energie, die sich abnabeln will. Aber wie, wann und wiso, das können die wissenschafler nicht beantworten.

warum ich exestiere ich weiß es nocht nicht.

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich würde gerne noch etwas Zeit im Kreislauf verbringen.

Weshalb sollte ich auf meine vollkommene Existenzlosigkeit hinarbeiten?

Miller82 27.07.2012, 14:23

Naja, als Schwein in der Massentierhaltung wiedergeboren zu werden ist vielleicht nicht so schön... Und selbst als Mensch kannst du in ein Land geboren werden in dem es nicht so nett zugeht wie in Deutschland...

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Darauf kann dir keiner antworten.Und wenn,dann sind das Vermutungen.Sowas weiss keiner.Weil es noch keiner bewusst erlebt hat.Möglich,dass es eine Wiedergeburt gibt.Aber vom vorigen Leben weiss man nix mehr.Deshalb kann auch keiner deine Frage beantworten

taigafee 19.05.2012, 17:05

das ist doch gar nicht die frage :-(

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Erst wenn man weiß was Zeit ist und wann es angefangen hat , Wird man dir deine Frage beantworten können.

Ich meinte damit, dass wir nur Kopien sind. "Wieder"geburt gibt es nicht, es werden nur Kopien geboren, was man so als Wiedergeburt sehen kann.

Jeder Mensch hat das gleiche "Betriebssystem". Jede Geburt ist also eine Wiedergeburt.

Miller82 19.05.2012, 16:12

Es ist ein Kreislauf (die Wiedergeburt). Aber irgendwann müssen wir ja in diesen Kreislauf eingetreten sein und mich würde interessieren was im Buddhismus dazu gesagt wird...

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SeelBeistand 19.05.2012, 16:22
@Miller82

Ich meinte damit, dass wir nur Kopien sind. "Wieder"geburt gibt es nicht, es werden nur Kopien geboren, was man so als Wiedergeburt sehen kann.

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