Buchungssätze Eingangs- und Ausgangsrechnung?

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3 Antworten

Mach dir erst einmal Gedanken: WAS passiert hier eigentlich?

Welche Konten - ganz allgemein formuliert - könnten hiervon betroffen sein?

Sind diese Konten Aktivkonten, Passivkonten oder Erfolgskonten?

Müsste das Konto durch diesen Vorgang zunehmen oder abnehmen?

 

Beispiel Eingangsrechnung:

Es wird der Kauf eines Stahlschrankes berechnet, die Rechnung soll erst später überwiesen werden.

Was ist passiert?

Wir haben etwas gekauft, das jetzt uns gehört. Das Dingen hat einen Wert. Es muss also irgendein Wertekonto (genauer: Vermögenskonto) betroffen sein.

Sind Vermögenskonten Aktiv oder Passiv?

Aktiv (Vermögensgegenstände sind immer Aktiva, Schulden und Eigenkapital sind Passiva - Das musst du auswendig lernen!)

Nimmt der Wert zu? Ja klar, der Schrank kommt ins Unternehmen, gehört jetzt uns.

Wo nehmen Aktivkonten zu?

Aktivkonten nehmen im Soll zu und im Haben ab - Das musst du auswendig lernen!

Also heißt der Buchungssatz schonmal:

per Vermögenskonto an ...

An was?

Wie sieht's denn hier mit der Zahlung aus? Machen wir erst später.

Was bedeutet das für unser Verhältnis gegenüber dem Lieferanten? Genau, wie schulden ihm Geld.

Irgendwas mit Schulden ist betroffen.

Sind Schulden Aktiv oder Passiv? (siehe oben)

Genau, Passiv.

Werden die Schulden mehr oder weniger? Natürlich mehr.

Wo nehmen Passivkonten zu?

Passivkonten nehmen im Haben zu und im Soll ab - das musst du auswendig lernen!

Also haben wir den gesamten Buchungssatz erstellt:

per Vermögenskonto an Schulden

JETZT darfst du anfangen, das genaue Konto zu suchen.

Wofür haben wir den Schrank gekauft? Welchem Zwecke dient er? Können wir ihn mehr als ein Mal zu diesem Zwecke benutzen?

Mögliche Antwort: Wir sind eine Tresorfirma und kaufen diesen Schrank, um ihn an unseren Kunden weiterzuverkaufen.

Wie oft kann man eine Sache verkaufen? EIN Mal, dann isse wech!

Als ist es schonmal nicht Anlage- sondern Umlaufvermögen - denn Anlagevermögen soll dem Unternehmer dauerhaft dienen.

per Umlaufvermögen an Schulden

Was für Umlaufvermögen? Wie ist es in der Bilanz aufgeschlüsselt?

- Roh, Hilfs, und Betriebsstoffe... näh!

- Unfertige Erzeugnisse... näh!

- Fertige Erzeugnisse... klingt gut, aber wir haben den Schrank nicht erzeugt.

- Handelswaren... Aaaah, das isses!

per Handeslwaren an Schulden

Was für Schulden? Wem schulden wir was? Dem Lieferanten!

Wofür? Für eine Lieferung.

per Handelswaren an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

 

Schema: Erst mal allereinfachste Fragen stellen und beantworten, und danach - wenn man erkennt, dass man auf dem richtigen Weg ist - das weiter nach unten aufdröseln.

Du musst möglichst schnell / früh den Vorgang in einen der Grundfälle einordnen können:

Aktiv an Passiv

Aktiv an Aktiv

Passiv an Aktiv

Passiv an Passiv

Aktiv an Erlöse

Aufwendungen an Passiv.

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Debbilicious 18.05.2017, 14:53

Wow, Danke für die ausführliche Antwort! ich werde es mir noch 50 mal durchlesen & hoffe, es macht dann irgendwann klick.. =)

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Mojoi 18.05.2017, 15:01
@Debbilicious

Folgendes musst du im Schlaf beherrschen:

Aktivkonten ist alles, was für einen potentiellen Käufer des Unternehmens einen positiven Wert hat. Also alle Vermögenswerte.

Passivkonten ist alles, was ein potentieller Käufer vom Kaufpreis abziehen würde - außer Eigenkapital.

Eigenkapital wäre also der Differenzposten aus Vermögen und Schulden und entspräche dem Betrag, den ein vernünftiger potentieller Käufer bereit wäre, zu bezahlen (immer vorausgesetzt, alle Posten sind korrekt bewertet).

Aktivkonten nehmen im Soll zu und im Haben ab.

Passivkonten nehmen im Haben zu und im Soll ab.

Aufwendungen werden im Soll gebucht.

Erträge werden im Haben gebucht.

Wenn du diese vier Grundsätze der Buchführung verinnerlicht hast, kannst du alles buchen, was es an Geschäftsvorfällen geben kann.

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Ein einfacher Einkaufsbuchungssatz, wir kaugen Rohstoffe auf Ziel:

6000   Rohstoffe

2600   Vorst.                                    an 4400 Verbindlichkeiten


das ist ein aktiver Buchungssatz, sprich alle Konten erhöhen sich um einen Gewissen betrag. Am Besten Merkst du dir deinen Kontenplan in Positiv und Negativ. Aktiva und Aufwandskonten sind positiv, Passiva und Ertragskonten negativ, der Rest ist einfache Mathematik:

bei einem Buchunssatz ist alles auf der Linken Seite Soll (Aktivbereich, also  +, hier die Konten 6000 und 2600), auf der Rechten Seiten Haben (Passivbereich somit -, hier 4400)

Rohstoffe ist ein Aufwandskonto (+), vorsteuer ein Aktivkonto (+), wir kaufen Rohstoffe ein, sie werden also mehr und auch unsere Vorsteuer wird mehr, somit stellen wir es in Soll. Soll ist +, also kommen alle Positiven konnten die mehr werden da hin.

Unsere Verbindlichkeiten (-) werden auch mehr, somit setzen wir sie auch auf der Minusseite Haben (-)


Wir zahlen unsere Schulden beim Rohstofflieferanten. Unsere Verbindlichkeiten (-) werden weniger, also müssen sie auf die Soll seite (+), unser Bankguthaben(+) wird ebenfalls wegiger, sprich ab auf die negative Habenseite (-):

4400 Verbindlichkeiten                an 2800 Bank


Das ist ein negativer Buchungssatz, aus allen angegebenen Konten wird etwas abgezogen

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