Buchenwald Brief an mich selbst öffnen oder 4Jahre warten, bis Auschwitz?

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6 Antworten

Vier Jahre bis zur 13. Klasse sind eine lange Zeit. Ich würde den Brief sofort öffnen, und zwar aus folgendem Grund: Du schämst Dich jetzt dafür, dass Du Dich mit Deinen Gefühlen nicht komplett auf das KZ eingelassen hast und machst Dir ein schlechtes Gewissen. Vielleicht stimmt das ja gar nicht, denn Du hast ja den Brief geschrieben. Öffne ihn, um Dich daran zu erinnern, was Du wirklich gefühlt hast. Und hey, es ist nicht schlimm, dass Du Dich ein wenig geschützt hast, indem Du eher distanziert warst. Was damals die Nazis angerichtet haben, ist an Grausamkeit und Unmenschlichkeit nicht zu toppen. Als General Patton mit der 6. Armee das Konzentrationslager Buchenwald befreit hat, ist er hinter einer Baracke verschwunden und hat gek otzt, obwohl er als Haudegen schlechthin bekannt war. Was ich damit sagen will? Wenn ein erwachsener Mann so mit dem umgeht, was er da sieht, musst Du Dir kein schlechtes Gewissen machen.

Ok,ich finds in ordnung,wenn ihr dahin fahrt. Einerseits,das war alles sehr brutal,unmenschlich,fast grausam,kann man das nicht endlich ruhen lasen?! Ich wäre dafür und wir fangen ein neues zeitalter an.Mach den brief auf ,bevor ihr wieder los fahrt,hab ein schönes zitat für dich: Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist,ist es nicht das Ende. Oscar Wilde

JesusGott 23.05.2014, 22:47

"fast grausam"???? No comment

Ohne erinnern stirbt das Gedächtnis.Und ohne Gedächtnis lernst Du nichts.

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Hallo,

zunächst einmal die eigentliche Frage: Ich würde den Brief jetzt öffnen. Du hast jetzt ein wenig Abstand zu dem ganzen, reflektierst es aber offensichtlich nochmal. Der Brief kann dir jetzt dabei helfen, dir über deine Gedanken und Gefühle klar zu werden. Außerdem "verbraucht" sich der Brief dadurch ja nicht. Du hast ihn vor 3 Monaten geschrieben und weißt jetzt schon nicht mehr genau, was drin steht. Warum sollte das in 4 Jahren anders sein? Schau ihn dir ruhig vor deiner Fahrt nach Auschwitz ein zweites mal an.

Zum Thema Gefühle im KZ selbst:
Ich kann dir da zumindest sagen dass du nicht alleine bist. Ich habe im Rahmen eines Seminars eine Woche in der Nähe des KZ Mauthausen verbracht mit fast täglichen Besuchen im KZ und viel Infos darüber. Auch mir ist aufgefallen, dass man zwar am Anfang natürlich sehr geschockt ist, sich aber recht schnell genügend emotionale Schutzbarrieren aufbaut um sich nicht kaputt zu machen.

Obwohl ich dir versichern kann, dass jeder von uns sich ernsthaft mit den Themen beschäftigt hat konnten wir trotzdem abends abschalten und zusammen Spaß haben. Und auch im KZ selbst habe ich gemerkt wie meine Gedanken dazu immer analytischer wurden. Das ist nichts worüber man sich schämen sollte sondern sind einfach natürliche Schutzmechanismen.

Außerdem ermöglicht es dir natürlich, mehr Informationen aufzunehmen und nicht in Verzweiflung zu versinken. Jetzt im Nachhinein kannst du diese Informationen dann (vielleicht mithilfe des Briefes) nochmals reflektieren.

Ich finde es gut dass du dich bewusst mit diesem sehr dunklen Kapitel der Menschheitsgeschichte auseinandersetzt. Mach dir keine zu großen Gedanken darüber, dass dein Körper sich emotional schützt - das ist normal und schadet nicht. Öffne ruhig jetzt den Brief und reflektiere das Ganze noch einmal, so war die Aktion gedacht. In Auschwitz wirst du sicher genügend zusätzliche Eindrücke bekommen die du verarbeiten musst.

mfg
Ennte

Auschwitz ist allein schon von der Größe her so einmalig und bedrückend,da bekommst Du bestimmt ganz andere Gedanken als in Buchenwald.Und Ich denke es bedarf da keinem an sich selbst geschriebenen Brief um sich dessen zu erinnern,was Du dort sehen wirst.

briefe kann man aufheben und mehrmals lesen.

tja es sind erinnerungen (schreibt man das so :D) da weiß keiner wie genau das jetzt für dich ist aber zu warten ist manchmal auch toll weil mann sich dann noch mehr drauf 'freut' also genau kanns dir glaub ich keiner sagen sry .

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