Buch über Manipulationstechnik

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Hallo!

Manipulation hat nicht wirklich was mit Rhetorik zu tun. Viele Leute haben das Vorurteil Rhetorik würde die Menschen "manipulieren". Es ist leider so, dass viele Leute ein falsches Verständnis von Rhetorik haben.

Rhetorik ist vereinfacht ausgedrückt strategische Kommunikation. Ziel (telos) des Orators ist die Persuasion (Überzeugung). Dies erreicht er durch methodisch angewandte Argumentation. Ich füge die Unterscheidung zwischen Persuasion und Manipulation unten an - falls du sie lesen willst kannst du das tun.

Es gibt zwar Bücher über "Schwarze Rhetorik" - bei denen mit Manipulationstechniken gearbeitet wird, aber man muss sich bewusst sein, dass es sich hier nicht um Rhetorik im eigentlichen Sinne handelt. Außerdem muss man berücksichtigen, dass Manipulation nur von kurzfristiger Dauer ist. Also nicht nachhaltig. Und sobald die Adressaten merken, dass sie manipuliert wurden - ist alles dahin und der Schuss geht nach hinten los. Mit Manipulation riskiert man seinen Ruf, seine Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Menschen.

So ist es ratsam lieber bei der rhetorischen Persuasion zu bleiben. Falls du aber dennoch an Manipulationstechniken interessiert bist, dann schau mal nach Büchern über sogenannte "Schwarze Rhetorik". Und wenn du das tust - Manipulation nur in Einzelfällen anwenden, nicht dauerhaft. Die Risiken habe ich benannt.


Und hier wie versprochen die Unterscheidung von Persuasion zu Manipulation:

Der wesentliche Unterschied zwischen rhetorischer Persuasion und Manipulation ist die Nachhaltigkeit. Manipulation ist niemals nachhaltig. Die Leute glauben zwar kurzfristig den Thesen, sind aber nicht nachhaltig davon überzeugt. Sobald der Druck oder die Zwanglage wegfällt, reflektieren die Leute, und merken, dass sie da jemandem auf den Leim gegangen sind - dass sie manipuliert wurden. Die Leute kommen also aus dem Raum und haben ein ungutes Gefühl. Sobald sie darüber reflektieren und merken, dass sie manipuliert wurden, ist der Effekt dahin.

Die rhetorisch handelnde Orator hingegen wendet niemals Druck oder Zwang an um sein telos (Ziel) - die Persuasion zu erreichen. Persuasion ist immer auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Es geht darum mit Argumenten, das endoxa (anerkannte Meinung) der Adressaten nachhaltig zu verändern. Die Argumente müssen auf Tatsachen beruhen, denn sobald die Adressaten bemerken, dass ihnen etwas vorgelogen wurde ist die Persuasion dahin. Nachhaltige Persuasion bedeutet: Der Orator stellt eine These A auf und versucht mit Argumenten auf das endoxa der Adressaten einzuwirken. Gelingt ihm die Persuasion - hat er das endoxa der Zuhörer nachhaltig verändert. Die Leute sind von der These A dauerhaft überzeugt. Wenn man diese in sechs Monaten danach fragt sind sie immer noch davon überzeugt - vorausgesetzt, dass sie nicht von einem anderen Orator durch Argumente von der Gegenthese überzeugt wurden.

Persuasion ist also darauf ausgerichtet das endoxa nachhaltig zu verändern. Manipulation tut das nicht.

LG Greslin

Im übrigen widerspricht die Manipulation, dem von Quintilian formulierten "vir bonus"-Ideal - einer Moralethik.

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Ein Rhetorikbuch über Manipulationstechniken beisst sich. Denn Rhetorik ist nicht Manipulation, sondern Überzeugung. Mit lauteren Mitteln. Hier wurde auch schon mal das Thema Rhetorik Buch diskutiert, vielleicht findest du da Tipps: https://www.gutefrage.net/frage/rhetorik-buch-gesucht

ach sowas braucht ein schlaues Kerlchen wie du doch gar nicht. Aber, hey, ich verkaufe diese feinen Lederjacken.

Toller Witz.

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