Buch Genesis. Wieso will Gott nicht, dass die Menschen ewig Leben?

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Die MacArthur-Studienbibel kommentiert 1. Mose 3,22: "Gott hatte dem Menschen gesagt, dass er gewisslich sterben werde, wenn er von der verbotenen Frucht isst. Doch vielleicht ging es Gott auch darum, dass der Mensch nicht ewig in seinem erbärmlichen, verfluchten Zustand leben sollte. Im weiteren Zusammenhang der Bibel war die Vertreibung aus dem Garten eine barmherzige Gnadentat, mit der Gott verhinderte, dass sie vom Baum des Lebens aßen und so ewig in ihrem Zustand weiterleben würden."

Im Walvoord-Bibelkommentar findet sich dazu: "Der Glaube Adams und Gottes Handeln werden in diesen Versen festgehalten. Gott rettete die Menschen und sorgte dafür, dass sie in diesem Zustand nicht ewig leben würden."

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Vielen Dank. Jetzt wird es für mich etwas klarer, wie das die Theologie sieht. 

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Vielen Dank für den "Stern", liebe Grüße und Gottes Segen!

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Warum schickt er sie in ein Schicksal des Todes, der dann mühsam
erlitten werden muss, bevor dann irgendwann durch seinen Sohn die Sünden vergeben werden können, damit der Tod kein wirklicher Tod ist, sondern nur der Übergang zu einer ewigen Existenz im Himmel oder Hölle.


Der Erlösungsplan Gottes hatte aber niemals das Ziel, den Menschen einfach nur eine nicht endende Existenz zu verschaffen. Im Garten Eden wohnten Adam und Eva in Gemeinschaft mit Gott. Gott war im Garten Eden gegenwärtig (Genesis 3:8). Diese Gemeinschaft mit Gott ging durch den Sündenfall verloren. Diese Gemeinschaft wiederherzustellen war der Plan Gottes und das Ziel des Erlösungswerkes Jesu Christi. So lesen wir auch in Hebräer 10:19-22:


Weil wir denn nun, Brüder und Schwestern, durch das Blut Jesu den Freimut haben zum Eingang in das Heiligtum, den er uns eröffnet hat als neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang, das ist: durch sein Fleisch, und haben einen Hohenpriester über das Haus Gottes, so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in der Fülle des Glaubens ... (Lutherbibel 2017)

Erst Jesus Christus hat den Weg in das Heiligtum, d.h. also zu Gott, eröffnet. Damals im alten Tempel Israels durfte nur der Hohepriester, und dies auch nur einmal im Jahr, in das Allerheiligste eintreten. Das Allerheiligste war verbunden mit Gottes Gegenwart. Lies dazu bitte Hebräer Kapitel 9, dann wirst du sehen was ich meine. Wichtig ist vor allem, was dies zu bedeuten hatte:


Damit macht der Heilige Geist deutlich, dass der Weg ins Heilige noch nicht offenbart sei, solange das erste Zelt Bestand habe. Das ist ein Gleichnis für die gegenwärtige Zeit: Es werden da Gaben und Opfer dargebracht, die nicht im Gewissen vollkommen machen können den, der Gott dient allein mit Speise und Trank und verschiedenen Waschungen. Dies sind irdische Satzungen, die bis zu der Zeit der Besserung auferlegt sind. Christus aber ist gekommen als Hoherpriester der Güter bei Gott durch das größere und vollkommenere Zelt, das nicht mit Händen gemacht ist, das ist: das nicht von dieser Schöpfung ist. (Hebräer 9:8-11)

Vor dem Erlösungswerk Jesu Christi bestand gar keine Möglichkeit in die Gegenwart Gottes zu kommen, da dies durch Adam verloren ging. Die Trennung von Gott ist Adams Tod. Gemeinschaft mit Gott durch Jesus Christus ist das wahre Leben.

Gott ist nicht nur ein liebender, sondern auch ein gerechter Gott. Als solcher verlangt er Konsequenzen für Unrecht und für Abwendung von ihm. Da niemand - außer Jesus - vollkommen sündlos leben kann, erwartet also jeden die Strafe. Damit  die Menschen aber nach ihrem Tod zu Gott kommen können, büßt der einzig Sündlose, Gerechte, nämlich Jesus, ein und für alle Mal für alle Menschen, so dass jeder, der an ihn glaubt und seine Sünden bekennt, zu Gott kommt und hier schon zu seinem Reich gehört.

Das zum Thema "liebender Gott".

Was die Begrenzung der Lebenszeit bedeutet, verstehe ich es so, dass der Mensch frei geschaffen ist, also auch dazu, böses zu tun. Wenn das nun immer so weitergeht, kann kein Mensch in den Himmel kommen, da es keine Grenze gibt, die eine Scheidelinie bildet zwischen denen, die zu Gott gehören wollen, und denen, die das nicht wollen.

Ohne den Tod vor Augen hätte der Mensch nicht den Ansporn, seine Haltung zu Gott bis zu dieser Trennlinie gefunden zu haben. Er hätte immer im Hinterkopf: Na, das kann ich später erledigen.

Und ich habe es schon so verstanden, dass Gott uns ewig bei sich haben will, aber eben nach bewusster Umkehr von Sünden und von der Gottesferne. Ein "neues Leben" nennt die Bibel das, das man nach dieser Umkehr hat.


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Er hat aber nicht vom Baum des Lebens gegessen. Und die Strafe für das Essen vom Baum der Erkenntnis ist bereits erfolgt ( Von nun an unter Schmerzen usw,". 

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@Archimedeshiwi

Der Mensch lebt aber in einer grundsätzlichen Abgewandtheit von Gott, solange er nicht bewusst und gewollt zu ihm umkehrt. Und er wird auch immer wieder sündigen; als Mensch kann er gar nicht anders.

Ich meine, Gott hält es einfach für besser, dem Menschen diese sichtbare - und ja gar nicht gar zu ferne - Grenze zu setzen.

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@Archimedeshiwi

GOTT hatte die Menschen gewarnt: "An dem Tage, an dem Ihr davon esst, müsst Ihr sicher sterben." - GOTT meinte den geistlichen Tod, der für Adam und Eva auch tatsächlich an diesem Tag erfolgte, die Gefallenheit. Auf den geistlichen Tod folgte notwenig der physische Tod.

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Danke für deine Antwort. 

Wenn die Trennlinie so wichtig ist, was ich ja einsehe, wieso ist er nicht von Anfang an auf der Erde geschaffen worden? 

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@Archimedeshiwi

Das weiß ich nicht. Denn wenn Gott allwissend ist, hätte er voraussehen müssen, dass seine Menschen vom Baum der Erkenntnis essen. - Ehrlich gesagt, bin ich gespannt auf die Antworten auf ziemlich viele Glaubensfragen, die ich habe und die mir erst bei Gott beantwortet werden.

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@Archimedeshiwi

Das Paradies war auf der jetzigen Erde. Es ist sogar jetzt noch auf der Erde, allerdings versperren die Cherubim (Engel mit Flammenschwertern) uns zur Zeit noch den Weg zurück. Es gibt die Unterscheidung zwischen Himmel und Paradies : )

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@Alburnus

Du sagst praktisch, dass GOTT uns im Prinzip alles hätte abnehmen sollen. Wir im ewigen paradiesischen Liegestuhl liegend, und GOTT lackiert uns dabei die Fingernägel. - Dann wäre es aber keine echte Liebesgeschichte zwischen GOTT und den Menschen. Seine Braut braucht Würde, Stärke und Mut. Sie braucht echte Liebesfähigkeit und soll den Preis dafür bezahlen.

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@Alburnus

Das ist eine merkwürdige Liebesgeschichte. 

Ich verbiete meinem Patner die Einsicht in Gut und Böse. DIe holt sie sich gegen mein Verbot. 

Ich verbiete ihr, dass sie, wie ich, ewig lebt, und aus der Angst, dass sie mir auch darin nicht folgt, vertreibe ich sie. 

Das ist mit heutigen Liebesvorstellungen nicht vereinbar. Der Gott des alten Testaments kann kein liebender Gott sein. 

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