Brustwarze bei männer

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2 Antworten

Also, man nennt dies eine "Gynäkomastie". Es ist eine abnormale Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann.

Ich selbst litt ca. 13 Jahre daran (ich bin 23) und habe mich vor ca. 2 Monaten operieren lassen.

Die Ursachen einer Gynäkomastie sind vielfältig. In der Pupertät kann eine Gynäkomastie besonders häufig auftreten und sie ist garnicht so selten wie man denkt.

Man unterscheidet verschiedene Arten der Gynäkomastie:

  1. Die "Pseudo-Gynäkomastie". Diese Form ist eine, meist durch "fettleibigkeit" (Adipositas) bedingte Form der Gynäkomastie. Dabei lagert sich Fettgewebe im Bereich der männlichen Brust an. Diese Form der Gynäkomastie ist mit Sport relativ problemlos zu bekämpfen.

  2. Die "Pupertäts-Gynäkomastie". Du dürftest unter dieser Form der Gynäkomastie leiden, deshalb gehe ich etwas näher darauf ein. Im Falle einer Pupertäts-Gynäkomastie vergrößert sich die Brustdrüse abnormal, so dass der Eindruck einer weiblichen Brust entsteht. Verstärkt wird dieser Eindruck noch durch die Tatsache, dass sich Fettgewebe von diesem Drüsengewebe fast schon magnetisch angezogen fühlt. Diese Form kann einseitig, aber auch beidseitig auftreten und es kann sogar zu einem Austritt von Milch aus den Mamillen (Brustwarzen) kommen. Ausgelöst wird sie oft, wie der Name schon sagt, durch ein Ungleichgewicht des Hormonhaushaltes während der Pupertät. In vielen Fällen entwickelt sich die Brust bei diesem Fall der Gynäkomastie nach einem halben bis einem Jahr zurück, aber eben nicht in allen Fällen. So zum Beispiel auch bei mir.

Die beidseitige Gynäkomastie trat bei mir ungefähr im Alter von 11 Jahren auf und entwickelte sich ständig weiter. Auch ich ging seit dem nicht mehr ins Schwimmbad und zeigte mich nicht mehr "oben ohne".

Um diese Art der Gynäkomastie zu bekämpfen gibt es eigentlich nur eine Möglichkeit:

Eine Operation.

Ich musst über ein Jahr lang mit meiner Krankenkasse kämpfen, bis diese Operation bezahlt wurde, denn eine solche Operation wird oft als "plastischer Eingriff" abgetan und muss so nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.

Ich erläutere dir hier nun einmal den ungefähren Ablauf, um dir den "Kampf" mit deiner Krankenkasse im Falle deiner Entscheidung zur Operation zu erleichtern:

  1. Du brauchst ein Endokrynologisches Gutachten (Ein Gutachten über deinen Hormonhaushalt). Wende dich am besten an deinen Hausarzt und lass dir einen Termin bei einem Endokrynologen geben. Dort wird dir Blut abgenommen und deine Hormone analysiert.

  2. Du brauchst einen PLASTISCHEN CHIRURGEN. Am besten eine Universitätsklinik mit plastischer Chirurgie. In dieser Klinik (hole dir eine Überweisung von deinem Hausarzt) sollten mehrere Untersuchungen stattfinden:

  • eine Sonographie (Ultraschall-Untersuchung)
  • eine "Sichtkontrolle"
  • eine Foto-Reihe (möglichst auf CD mitgeben lassen)

3. Du musst einen Antrag auf Kostenübernahme bei deiner Krankenkasse stellen. Nachdem du beschrieben hast, und das ist SEHR WICHTIG, dass du SCHMERZEN hast und die plastische Chirurgie dir bescheinigt hat dass das Entartungs-Risiko (also die Gefahr dass daraus Krebs entstehen könnte) sehr hoch ist, dauert es ca. 2 Monate bis die Krankenkasse deinen Antrag ablehnt und dich zum Ärztlichen Dienst der Krankenkassen schickt.

Dieser Dienst ist sowas wie der "Amtsarzt" der Krankenkassen. Sei möglichst ehrlich und der Arzt dort wird dir sein OK für die Operation geben.

Bei dieser Operation ist es von elementarer Bedeutung, dass eine Kombination aus Liposuction und Mastektomie durchgeführt wird. Das bedeutet: Es muss sowohl die Brustdrüse entfernt, als auch das Fettgewebe außenrum entfernt werden.

Dazu werden deine Mamillen (Warzenvorhöfe) unten Halbmondförmig aufgeschnitten und das Drüsengewebe entfernt. Diese Methode verringert die Narbensichtbarkeit. Danach wird in der "Brustfalte" unter dem Brustmuskel (in Höhe des Rippenbogens) ein endoskopisches Instrument eingeführt und das Fettgewebe abgesaugt.

Die Prozedur findet im Normalfall unter Vollnarkose statt und dauert ca. eine dreiviertel bis 1,5 Stunden.

Danach musst du ca. 2 Tage stationär im Krankenhaus verbleiben und für 4 Wochen darfst du KEINE körperliche Anstrengung unternehmen.

Für 6 Wochen musst du eine Kompressions-Bandage tragen (kein Kompressionshemd, die sind scheiße, am besten eine Art "Bauchgurt"). Diese 6 Wochen sind echt nicht schön, weil du nichts machen darfst, aber das Ergebnis lohnt sich.

Ich hoffe ich konnte dir helfen!

Liebe Grüße!

hallo danke für die infos hast vorher nachher bilder könnte im dezeber auch machen aber wie siets mit der narbe aus?

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Tja, das sind halt die Unterschiede zwischen den Menschen. Ist das wirklich soo schlimm? Mein Körper ist zum Beispiel eher B- als V-förmig, dafür habe ich kleine Nippel;-) Na und? Wenn es sehr schlimm ist, solltest du zur plastischen Chirurgie greifen, ich rate dir aber, dich selbst nicht allzu kritisch (was die Nippel angeht!) zu sehen! Gesunde Selbstkritik kann ja auf anderen Gebieten nicht schaden. Im Ernst: Ich denke, mit der Pubertät lassen sich Nippel nicht erklären. Hau rein!

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