Bruder macht extreme Probleme - Müssen meine Eltern für ihn aufkommen?

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8 Antworten

Ihr scheint wirklich in einer schwierigen Situation zu stecken.

Könnt ihr ergründen, warum er die Schule etc. abbricht? Gibt es einen oder mehrere Hindernisse, die ihn davon abhalten, erfolgreich Schule oder Ausbildung abzuschließen? 

Eine Ausbildung sollte in seinem Interesse liegen. 

Zur Zeit lernt er, dass er auch so irgendwie durchkommt mit Stehlen und einfach Bestellen. Ihm jetzt alles zu streichen würde sicher nur Rebellion hervorbringen.

Ich würde versuchen, jemandem in seinem Umfeld (Freund, Verwandter) zu finden, dem er vertraut und der mal rausfinden kann, was in der Schule und Ausbildung schief lief und was ihm helfen würde. Vielleicht hat er auch eine Lernblockade, so dass er sich gerade gar nicht auf Lernstoff konzentrieren kann. Dagegen kann man möglicherweise durch Beratung oder Kurse etwas tun. Vielleicht hat er zu große Lücken im Schulstoff. Oder keine erfolgreiche Lernroutine. Oder er hatte Mobbingprobleme in den Ausbildungen etc. Oder auch nur keine Routine/ Disziplin beim Nacharbeiten des Stoffes. Bis man nicht weiß, was der Grund ist, kann man ihn schwer in die richtige Richtung stubsen.

Was ich machen würde: Nachdem man mit ihm geredet hat, könnte man zunächst mal das Geschäft so abschließen, dass er da nicht dran kommt. Dann mit ihm zusammen - nicht über seinen Kopf hinweg - vereinbaren, wie viel Geld er bekommt und dass das gestrichen wird, wenn er darüber hinaus Bestellungen tätigt. Und dass das Geld an einfache (anfangs ganz einfache) Bedingungen und Aufgaben geknüpft ist. Die einfachste Bedingung wäre, morgens aufzustehen, das eigene Zimmer in Ordnung zu halten und sich eine Stunde pro Tag mit dem Thema Schule und Ausbildung zu beschäftigen. Also entweder selbstständig Stoff nachzuholen, Nachhilfe zu suchen für Lücken in den Grundlagen, zur Berufsberatung zu gehen, sich für Schule oder Ausbildung zu bewerben (nachdem klar ist, dass er die richtige Variante gewählt hat). Evtl. muss man das wirklich ganz langsam aufbauen mit "morgens aufstehen und sich anziehen" - je nachdem, was klappt, geht man dann einen Schritt weiter. Legt ihm einen Minijob nahe, so dass er mehr Geld hat. Möglichst etwas, das ihm auch Spaß macht, damit er Arbeit nicht mit Widerwillen verbindet. Es reichen ja erst mal 2 Stunden am Wochenende etc.

Vereinbart mit ihm einen Plan (oder motiviert ihn, sich jemand außerhalb der Familie zu suchen, z.B: einen Berufsberater etc., der das mit ihm macht) für eine erfolgreiche Ausbildung. Wann lernen, wie lernen, wie Schwierigkeiten überwinden, wie den Tagesrhythmus aufbauen, um dran zu bleiben (das gilt auch für Bewerbungen). Wie viel Freizeit hat man dann noch, was kann man in der Freizeit machen, um genug Energie für die Schule/ Ausbildung zu tanken?

Ggf. wäre eine WG für ihn sinnvoll, weil er dort von anderen "kontrolliert" würde, nicht von der Familie. Dort müsste er sich in den Haushalt einbringen und wenn er den ganzen Tag nichts macht, andere aber schon, fällt das auf und motiviert evtl., sich mehr um eine Ausbildung zu kümmern. 

Ein volljähriges Kind hat nur bis zu seinem regulären Schulabschluss und ggf. während seiner ersten Ausbildung einen Unterhaltsanspruch an die Eltern. Ansonsten muss es sich allein finanzieren.

Mein Vater zahlt alles brav......

Unterhalt umfasst lediglich die notwendigen Kosten für den Lebensunterhalt.

Kann ein volljähriges Kind aber während der Schulzeit/ Ausbildung noch im elterlichen Haushalt wohnen, so erfüllen die Eltern ihre Unterhaltspflicht umfänglich, wenn sie dem Kind dann Verpflegung und Unterkunft zur Verfügung stellen, wozu sie dann auch das Kindergeld verwenden können.

Einen Anspruch auf weitere Leistungen (kostensloses Kochen, Wäschewaschen...) hat das "Kind" dann nicht mehr, auch keinen Anspruch auf Bargeld von den Eltern....

....... da sie ja bis zum 25 Lebensjahr für ihn aufkommen müssen.

Nein. Das ist ein Irrglaube.

Mit dem 25. Geburtstag endet in der Regel der Anspruch auf den Kindergeldbezug der Eltern für ein "Kind", auch wenn es sich noch in der Ausbildung befindet. (Es hätte aber weiterhin Anspruch auf Unterhalt, wenn es sich noch in seiner ersten Ausbildung befinden und dabei selbst zu wenig verdienen würde....)

Der 25. Geburtstag ist im Sozialrecht der Stichtag, bis zu dem Eltern, die selbst staatliche Unterstützung beziehen, ihr Kind noch in der elterlichen Wohnung beherbergen müssten... Dieser Stichtag gilt nicht im Unterhaltsrecht.

 2 Ausbildungen begonnen und wieder abgebrochen, Schule begonnen und wieder abgebrochen.

Bis zum 18. Geburtstag bestand ein genereller Anspruch auf Unterhalt -unabhängig vom Verhalten des Kindes. 

Danach muss ein Kind seine Schule/ Ausbildung schnellst- und bestmöglich absolvieren, da ansonsten sein Anspruch an die Eltern "verwirken" könnte...

 Weiterhin klaut er Schmuck, Geld usw. von meinen Eltern 

Würden die Eltern Anzeige erstatten, wäre der Anspruch an die Eltern verwirkt - und würde auch mit Aufnahme einer Ausbildung nicht mehr aufleben....

Was können wir machen?

Die Eltern könnten den Sohn eigentlich ohne Weiteres vor die Tür setzen..... - er ist volljährig und für sein eigens Tun und Handeln sowie seinen eigenen Lebensunterhalt selbst verantwortlich (völlig unabhängig vom Einkommen der Eltern.....)

Darüber sollten sie ihn entsprechend in Kenntnis setzen - und ihn ggf. diese Konsequenzen spüren lassen: ihm sämtliche Geldquellen bzw. den Zugang dazu sperren, Diebstahl o.ä. anzeigen, ihn tatsächlich vor die Tür setzen (zumindest vorübergehend..)

Da Dein Bruder 2 Ausbildungen abgebrochen hat, dürften Deine Eltern nicht mehr zuständig für ihn sein.

Solange Dein Vater alles zahlt, muss sich Dein Bruder ja nicht ändern.

Setzt ihn vor die Tür. Er ist erwachsen und kann durchaus einer Arbeit nachgehen.

Dein Vater muss nur für seinen Sprössling aufkommen, wenn dieser eine Ausbildung macht oder studiert.

Er sollte sich deinen Bruder mal ordentlich zur Brust nehmen, anstatt für ihn zu zahlen.

Anzeigen könnte man den Sohn auch, wegen Diebstahl.

Außerdem kann er ihn auch rauswerfen.

Schlösser in Wohnung tauschen, ins Geschäft nicht mehr reinlassen und Tasche vor die Tür stellen. Dann wacht der Bengel vielleicht mal auf.

Mein Vater zahlt alles brav, da sie ja bis zum 25 Lebensjahr für ihn aufkommen müssen. Müssen sie wirklich?

Nein, müssen sie nicht, sofern er keine Bemühungen macht, einer Ausbildung oder Arbeit nachzugehen.

Geld etc. wegschließen, Taschengeld streichen, ihm maximal Kost und Logis zur Verfügung stellen (kochen darf er selbst, genau wie waschen etc).

Eltern müssen für ihre Kinder finanziell nur bis zum 25 Lj. aufkommen, wenn diese eine Ausbildung, Schule oder Studium machen. Finanzielle Unterstützung bed. Nahrung, Wohnung, Nebenkosten..... aber nicht Schulden bezahlen....

Warum soll der Junge sein Verhalten ändern, wenn der Papa alles bezahlt?

Nichts mehr bezahlen! Der Junge ist alt genug und muss sich  für seine Fehler selbst rechtfertigen und notfalls die Konsequenzen tragen. Nur so lernt er, sein Verhalten zu verbessern.

Müssen die Eltern nicht. Wenn er so drauf ist, darf er mit 18 auch auf die Straße. Deine Eltern müssten sich mal richtig positionieren. Und wenn er nicht nachkommt muss es Konsequenzen geben. Wenn er nicht arbeit sollte er sich Arbeitslos melden. Dann eigene Wohnung bekommen und selber mal klar kommen.

Unterhalt müssen deine Eltern nur bezahlen, so lange er in Ausbildung ist oder eine Ausbildung sucht. Das scheint beides nicht der Fall zu sein.

Aber hilft es deinem Bruder, wenn ihr ihn fallen lasst? Was passiert dann wohl mit ihm?

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