Britisches Erbrecht: Frau (D) Mann (GB)

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2 Antworten

Wenn die Freundin nicht rechtlich getrennt war nach englischem Recht, dann kann sie innerhalb einer Frist beim der englischen Pensionskasse einen Antrag auf Trauergeld (bereavement) stellen. Wenn kein Testament vorliegt, dann ist die Ehefrau bevorzugte gesetzliche Erbin und die Kinder sind daneben auch Erben. Es muss ein englischer Erbschein beantragt werden. Es kommt sehr darauf an, welches Vermögen da ist und ob es im alleinigen Eigentum von dem Erblasser stand oder nicht. Es gibt im englischen Recht sogenanntes gemeinschaftliches Miteigentum, das nach dem Tod dem anderen gemeinschaftlichen Miteigentümer direkt zusteht und nicht in die Erbmasse fällt. Am besten beauftragt deine Freundin jemanden, der für englisches Recht in Deutschland zugelassen ist und solche Erbfälle abwickelt.

Im Erbrecht gilt aus deutscher Sicht, dass grundsätzlich die Erbrechtsordnung des Staates gilt, dessen Staatsangehörigkeit der Erblasser im Zeitpunkt seines Todes besitzt.

Grds. gilt also das Erbrecht seiner Staatsbürgerschaft.

Die Nachlassabwicklung wird immer dem Landesrecht (England, Wales usw.) unterstellt, wenn und soweit der Erblasser Vermögen dort hinterlassen hat (Bankkonten).

Die Erbfolge dagegen wird bei beweglichem Nachlass nach dem Recht des Staates beurteilt, in dem der Erblasser sein letztes domicile (worunter ein besonders verfestigter, auf Dauer angelegter Aufenthalt verstanden wird) hatte. Ob diese auch für Armeeeinrichtungen gilt, hängt vom Einzelfall ab.

Auch die Dauer der Trennung spielt bei dieser Definition eine entscheidende Rolle, selbst wenn der Aufenthalt in Deutschland langjähriger war.

Die Erbfolge in Immobilien richtet sich nach dem Recht des Staates, in dem sich die Immobilie befindet.

Ich kann der Freundin nur raten, sich an die Botschaft oder das Konsulat des Staates zu wenden, dessen Staataangehörigkeit der Verstorbene besaß.

HTH

G imager761

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