Bringt es was, mit einem Immobilienmakler um die Miethöhe zu feilschen?

8 Antworten

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Ich habe "zufällig" letztes Jahr in N ein paar Wohnungen vermakelt.

Meine Antwort: wenn du bei der Besichtigung glaubst, eine (sehr) gute Verhandlungsposition zu haben, kannst du es probieren. Aber sei dir sicher, dass du, wenn du nicht der einzige Interessent bist, die Wohnung nicht bekommen wirst.

Egal welcher Grund für eine Mietminderung kommt (wir können sie uns nur knapp leisten, doch nicht so toll wie vorgestellt usw.) verschlechtert gewaltig eure Chance auf die Wohnung. Man will nämlich einen Mieter, der auch Mieterhöhungen oder höher als gedachte Nebenkosten ohne zu Murren mitmacht und sich das auch leisten kann.

Dazu kommt, dass Makler normalerweise wissen, wann man nicht mehr handeln sollte. Wenn der Körper sagt, dass man die Wohnung will, ist es zu spät zum Handeln.

Es ist - jedenfalls in München aber sicher auch in N - nicht üblich, über die Miete zu feilschen und sehr üblich, nur dann zu einer Besichtigung zu kommen, wenn man sich die Miete auch leisten kann. Irgendwelche Puffer existieren nicht.

Der Makler wird zwar von euch bezahlt, ist aber dem Vermieter verpflichtet. Wenn er ohne Not - genau das ist das Thema - jemandem die Wohnung gibt, der weniger zahlt als vereinbart, mindert er nicht nur sein Einkommen. Er bekommt auch Probleme mit dem Vermieter.

Was dir manche geschrieben haben, mag in Magdeburg, Wenningerode und meinetwegen auch in Berlin üblich sein. In M bist du mit dem Versuch aus dem Rennen und N ist - je nach Lage - so viel schlechter auch nicht.

Wenn alte Herrschaften etwas eigenes vermieten und die Familie besonders nett ist, kann man über Geld reden. Beim Kauf eines Objektes muss man!!! Bei der Vermietung über Makler ist es absolut unüblich.

Danke, es war eine sehr aufschlußreiche und glaubwürdige Antwort. Nun kann ich auch die Sicht eines Immobielienmaklers besser verstehen.

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Ein Blick in den Mietspiegel sollte sehr schnell klären, ob die Miethöhe der Wohnung ortsüblich ist. Wenn Sie überteuert ist und es dafür keinen besonderen Grund gibt (z.B. wegen einer überdurchschnittlich guten Ausstattung), könnte man mit dem Argument "Mietspiegel" argumentieren, um eine Mietminderung zu erreichen. Liegt die Wohnung jedoch im Rahmen des Mietspiegels, gibt es für den Vermieter keinen vernünftigen Grund, den Mietzins zu senken. Diskussion vermutlich zwecklos - außer, es handelt sich um eine seit einiger Zeit leerstehende Wohnung, die dann aber auch ihre "Macken" (Lage, Austattung, Modernisierungsgrad o.ä.) haben dürfte.

Auf jeden Fall über den Mietpreis verhandeln und langfrist als Festpreis dann vereinbaren. Makler soll mit dem Eigentümer Rücksprache nehmen, wenn er nicht kann, oder nicht will. Heute sind so viele Mietobjekte leer oder schlecht vermietet, da ist jeder Eigentümer froh, wenn er solvente Mieter bekommt. Must dich also auch gut verkaufen.

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