Bringt es etwas, wenn ich in meiner Ausbildung C++ lerne?

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9 Antworten

Ich fange mal von hinten an, dann wird es vielleicht klarer:

Jetzt ist meine Frage aber, ob das denn etwas bringen würde? Da ich ja keine Ausbildung in Fachrichtung Anwendungsentwicklung mache, sondern halt in die Systemintegration.

Grundsätzlich macht dich Wissen nicht dümmer. Wann immer du etwas lernen kannst: Lerne es!

Das gilt insbesondere, da der "Fachinformatiker Systemintegration" auf dem absteigenden Ast ist; die Zahl der verfügbaren Stellen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten also dramatisch schrumpfen wird.

Der "Fachinformatiker" wurde seinerzeit - das war 1992(!); also die Zeit, als die ersten Handys auftauchten und das Internet gerade Einzug in die Privathaushalte hielt - aufgesplittet, als man noch hohen Bedarf in den unterschiedlichen Fachrichtungen sah. Schon als er dann fast 10 Jahre später eingeführt wurde, war das Berufsbild bereits von der Wirklichkeit überholt. Heute, mehr als 20 Jahre später, wird der "Systemintegrator" immer seltener gebraucht; und auch der "Anwendungsentwickler" hat seine eigentlich beabsichtigten Ziele nur selten erreicht.

Wenn du dich dann "neu orientieren" kannst, ohne gleich Jahre auf eine "Umschulung" zu verschwenden, hast du enorme Vorteile.

Aber auch "zwischendurch" bist du deutlich flexibler, wenn du "ein bisschen programmieren" kannst und vielleicht sogar etwas von der Organisation von IT-Projekten verstehst.

Ich würde gerne C++ lernen und da bietet sich die Zeit in der Firma sehr gut an

Ausgerechnet C++? Diese Sprache gehört zu den schwierigsten Hochsprachen, die es derzeit (noch) gibt. Wenn du dich da nicht Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr dahinterklemmst, wirst du bestenfalls - so wie die meisten C++-Programmierer - "unteres Mittelmaß" sein. Und das wird dir bei der Suche nach einer "Programmierer-Stelle" nicht sonderlich helfen. Das gilt umso mehr, als du dich in ernsthafter Konkurrenz mit ähnlich mittelmäßigen "Programmierern" befindest und dich folglich sehr schwer tun wirst.

Wenn wir außerdem noch davon ausgehen, dass du vielleicht ein paar Jahre als "Systemintegrator" arbeitest, wirst du überdies - mit sehr seltenen Ausnahmen - praktisch keinerlei Verwendung für dein Wissen in C++ haben. Um zu Programmieren, braucht man eben Zeit, viel Zeit.

Was ICH dir - nach fast 30 Jahren Berufserfahrung - raten würde, ist: Suche dir etwas, das nicht alle machen. Das engt zwar die Zahl der Bewerbungen ein, die du dann schreiben kannst: Dafür hast du aber bei den Firmen, bei denen du dich doch bewerben kannst, deutlich bessere Chancen.

ICH, an deiner Stelle, würde mir da zum Beispiel die Windows PowerShell und Linux Shells zur Brust nehmen. Von den "Programmierern" meist extrem unterschätzt; und von den "Administratoren" nur sehr selten wirklich beherrscht. Wenn du hier imstande bist, in wenigen Stunden Automatisierungsaufgaben zu erfüllen, für die andere Tage, Wochen oder sogar Monate brauchen, hast du enorme Vorteile und klare Alleinstellungsmerkmale auf dem (Bewerber-)Markt.

Und wenn es schon Hochsprachen sein sollen, dann würde ich eher zu Java, C# oder F# greifen. Java geht über kurz oder lang wieder den "technischen Weg", wird sich also schon bald auch in Kaffeemaschinen und Wasserkochern wiederfinden; und C# ist neben F# auf dem "aufsteigenden Ast". Außerdem leiden alle genannten Sprachen nicht unter dem "Makel des Hybriden"; sind also auch für Einsteiger leichter verständlich und schneller auf besserem Niveau zu erlernen.

Dabei wäre es mir ziemlich egal, ob sich C++ "gerade in der Firma anbietet", denn wenn ich nicht vorhabe, längerfristig in der Firma zu bleiben oder dies aus anderen Gründen nicht wahrscheinlich ist, dann ist der "allgemeine Markt" eher zur Beurteilung heranzuziehen; als die Möglichkeiten in einer Firma. Und mit "ein paar Monaten C++ in Nebenbeschäftigung erlernt" kannst du nix Halbes und nix Ganzes; bist weder Fisch noch Fleisch; kannst weder in deinem erlernten Beruf eingesetzt werden; noch als "Programmierer"; ... natürlich immer vorausgesetzt, dich verlangt es nach anspruchsvollen Aufgaben und nicht nach einem Job in einer "familiengeführten kleinen IT-Butze", wo du im Second Level Computer warten darfst...

Ja, selbstverständlich bringt das was. Etwas dagegen zu tun, sich zum Fachidioten zu entwickeln, ist mehr als sinnvoll.

Heute machst Du eine Ausbildung zum Fachinformatiker. Fachrichtung "Systemintegration". In 5 Jahren hast Du den Personalleiter eines IT-Unternehmens an der Backe, der Dir mitteilt, sie suchen 20 Leute, die C++ perfekt beherrschen und oberschlau im Bereich "Anwendungsentwicklung" sind. Wäre doch toll, wenn Du sagen könntest: "Kann ich. Ich bin so gar perfekt darin". Die Alternativantwort wäre: "Sorry, lieber Personalleiter, ich habe mich aber zum Fachidioten ausbilden lassen. Systemintegration kann ich gut aber C++ und andere Anwendungsentwicklungen sind nicht mein Ding.". Und schon bist Du den nervigen Personalleiter wieder los.

Gruß Matti

PS: Ich habe übrigens keine Ahnung was C++ ist. Die Wörter Systemintegration und Anwendungsentwicklung kann ich mit Müh und Not buchstabieren. Diesbezüglich bin ich also dümmer als ein Rudel Gurken. ((-;°

Du hast da Lust drauf? Dann mach das. Alles, was du aus Lust und Liebe lernst, bringt dich weiter als Rahmenpläne und Prüfungsstoff. Du wirst nach deiner Ausbildung sowieso andere Sachen machen, als in der Prüfung.

Schaden tut es sicherlich nicht :) Kann sogar von Vorteil sein, wenn du in Zukunft nach was Höherem strebst, da sind im Bereich Informatik Kenntnisse in den Programmiersprachen immer gern gesehen.

Lerne C, C++ und C# - wenn Du mal in größere Firmen kommst wirst Du feststellen, dass viele noch mit Software arbeiten, die vor 10-15 Jahren erstellt wurde. Nachdem die aber so extrem umfangreich ist und eine Neuentwicklung extrem teuer wäre arbeiten die halt weiter mit den C´s.

Das ist ähnlich wie mit Cobol oder Silverlight, 2 Technologien, die nach "Experten-Meinung" schon seit Jahren tot sind, komischerweise aber immernoch angewendet werden

Das kommt doch darauf an, was für Aufgaben du in der Firma hast. Wenn du etwas in C++ implementieren sollst, du musst du es ja sogar lernen. Wenn nicht, kannst du es in deiner Freizeit machen. Wenn du in der nächsten Bewerbung angeben kannst, dass du es beherrscht, ist es auf jeden Fall gut.

Natürlich, den Horizont zu erweitern ist immer eine feine Sache :) Ich lerne auch viele Dinge, die nicht in meinem Studium vorkommen, aber sie erweisen sich immer wieder als nützlich

Also ich mache grad selbst eine Ausbildung als Fachinformatiker-Systemintegration und lerne grad mit Virtual(Visual?) Basic zu programmieren und von der Berufschule aus java.

Also das kann relevant sein wenn du eine Programmier Sprache kannst.

Z.b lerne ich grad VB da ich für meine Ausbildungsbetrieb ein Programm erstellen muss und da VB für den Einstieg einfach ist, lerne ich halt diese Sprache :)

Klar bringt es was. Du bist zwar nicht in der anwendungsentwicklung tätig, dennoch kannst du hin und wieder kleine Programme schreiben. Vielleicht auch in richtung anwendungsentwicklung. Die Frage ist nur ob dein Chef dir die zeit gibt die Programmiersparache zu lernen. Ein kleiner Tip: Lerne nicht C++ sondern C#. C++ stirbt aus.

phiLue 07.02.2013, 10:23

C++ und C# kannst du nicht miteinander vergleichen, die haben beide völlig andere Anwendungsgebiete.... und von aussterben kann man hier nun sowieso garnicht sprechen.

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Stevie85 07.02.2013, 11:22
@phiLue

Da C# auf die Syntax aufbaut ist es sehr wohl zu vergleichen. Und wo wendet man C++ an wo nicht auch C# angewendet werden kann? Wer auf Windows systemen Programmiert nutzt C#. Wer auf z.B. Linux programmiert nutzt C. Es ist sicherlich nicht in jedem Anwendungsfall so, da gebe ich dir recht, aber trotzdem wird C++ nicht ewig halten.

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