Bringt eine Schutzhundausbildung die "Rangfolge" im Rudel durcheinander?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Nein, die Schutzhundausbildung ist ja dazu da, dass der Hund eine Ausbildung bekommt, wie auch natürlich der Hundeführer. Es geht alles nach klaren Regeln und dazu gehört auch, dass der Hundeführer klar der Rudelboss ist.

Bei dem Ziehhund deiner Schwester kann jederzeit die Rudelbossfrage im Sinne deiner Schwester geändert werden, wenn sie es wirklich will.

Dazu habe ich schon mehrere Beiträge hier eingestellt. Wenn du auf meinen Button klickst, kannst du nachlesen wie man dass macht. Er wäre auch gleich für dich als zukünftiger Hundeführer wichtig.

Wenn ein Trainer nicht mehr weiterkommt und ihm nichts mehr einfällt sind die guten alten Rangordnungs und Diminanztheorien an der Reihe. Sie sind Verantwortlich dass viele Hunde große Schmerzen und Repressalien erleiden müssen. Der Trainer geht davon aus,dass sich der Hund dem Aphawolf unterwerfen sollte. Was aber bei Wölfen so nicht stimmt und in der Natur nicht vorkommt,da sie in Familienverbänden leben.Mit diesen falschen Theorien hat man vor 50 Jahren Hunde abgerichtet.Boss in einem Hunderudel zu werden schafft kein Menschk, da er nicht zur Art Hund gehört.

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Leider basiert die Schutzhundeausbildung auf einer sehr veralteten Theorie, der Triebtheorie. Dort wurde gesagt, dass man seine Triebe ausleben muss, da sie sich ansonsten Bahn brechen würden.

Mittlerweile (seit über 30 Jahren) weiss man, dass dem nicht so ist. Jegliches arbeiten mit dem Hund ist Trainieren von Verhaltensweisen. Beim Schutzdienst bedeutet das in der Abteilung C (Schutzdienst): Das Zeigen von aggressivem Verhalten gegenüber dem Figuranten. Der Hund wird dafür belohnt, dass er Ressourcen verteidigt. Dieses Verhalten kann der Hund auch in seinem übrigen Leben übernehmen. D.h. nicht, dass er ab jetzt jeden beissen wird, keine Frage. Aber er kann durchaus um einiges aggressiver seine Interessen durchsetzen. Vor allem kann man das öfters gegenüber anderen Hunden sehen, da die meisten Leute der Meinung sind, dass man Hunde untereinander ruhig gewähren lassen kann. Ganz einfach- wenn ich nicht möchte dass ein Hund einen Menschen oder einen Hund beißt - dann lerne ich es ihm nicht. Und nein Schutzdienst hat nichts mit Rangfolge im Rudel zu tun. Das Führen von Hunden basiert immer auf Vertrauen dass der Andere für zuverlässig in seinen Reaktionen und Verhaltensweisen erlebt wird. Vertrauen ist das Eingehen einer Beziehung zum anderen, in der festen Erwartung, dass der andere es gut meint.

Danke für diesen wirklich guten Beitrag DHx 1000

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Durch die intensivere Zusammenarbeit des Hundes mit dem betreffenden Menschen kann sich seine Stellung innerhalb einer Hundegruppe, insbesondere in deinem Fall, veraendern. Das kann zu Rangstreitigkeiten - vom Menschen als Eifersucht fehl interpretiert - führen.

Die Dominanzaggression dient der Erlangung oder Verteidigung einer bestimmten sozialen Stellung. Im Zusammenhang mit der Schutzhundeausbildung kann in diesem Zusammenhang der Umstand, dass die Rolle des Hundes in der Uebungssituation und im Alltag wechselt, zu Problemen führen (Rehage 1992, zitiert nach Roll 1994, 52)>

Hier der Link zum gesamten Gutachten:

http://www.tieranwalt.at/upload/files/Schutzhunde.pdf

Du solltest Dir das genau durchlesen - bitte Alles!

Es hat nämlich durchaus einen Grund, dass Schutzhunde-"Sportler" und solche Schutzhundzuechter alle Hunde, voneinander getrennt in Einzelzwingern halten.

Wozu ein "normaler Hundehalter" einen Hund mit Schutzhundeausbildung braucht erschliesst sich mir nicht!

Du solltest mit deinem Hund eine Begleithundeausbildung - und daran anschliessend eine Ausbildung zum Fährtenhund machen, Agility und Obidience kommt auch in Frage.

Ich zitiere ebenfalls mal aus dem Gutachten:

 Im Zusammenhang mit der Schutzhundeausbildung können sich eine Reihe
tierschutzrelevanter Probleme ergeben; die – wenngleich spärliche Datenlage –
zeigt, dass eine Erhöhung des Gefahrenpotentials zumindest nicht ausgeschlossen
werden kann

Übersetzt: Da wir keine Untersuchungsergebnisse haben, nehmen wir einfach mal das Schlimmste an. Ein ähnliches Prinzip findet ja schon bei den Rasselisten Anwendung ... obwohl, da haben wir ja Statistiken und nehmen trotzdem das Schlimmste an. Nein, was ich sagen will: Normalerweise würde man in der Wissenschaft hier von einer verallgemeinernden These sprechen. Sie ist weder beleg- noch widerlegbar. Erst durch Untersuchungen wird sie falsifizierbar.es müssen nachprüfbare Tatsachen vorliegen.

Das ist in etwa so als ob ich allen männlichen Erwachsenen mit 27 Jahren als potentielle Vergewaltiger darstelle und ein paar Fälle, in denen tatsächlich 27 jährige Männer Frauen vergewaltigt haben, als "Beweis" anführe. Funktioniert so nicht.

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@MichaelKus

@MichaelKus

Habe nicht vor hier Grundsatzdiskussionen zu fuehren welche hier jeden Rahmen sprengen. In deinem Fall heißt das - Da wir keine Untersuchungsergebnisse haben nehmen wir einfach Mal das Positivste an.

Zudem hinkt dieser Vergleich. Man muss bei jedem Hundehalter der einen Schutzhund zum Spass oder aus welchen Gründen auch immer ausbildet annehmen, dass "menschliche Fehler" auftreten können und werden. Den Idealmenschen gibt es nirgendwo auf dieser Welt.

Also DARF man nicht das Positivste annehmen. Jeder Problemhund ist einer zuviel!

Nun sagt das hier mit mir keiner, welcher von der Schutzhundeausbildung keine Ahnung hätte.

Warte noch 20 Jahre und die Schutzhundausbildung ist abgeschafft für private Hobbyzwecke. Da bin ich mir sicher!

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Ergänzend möchte ich noch dazu sagen. Wenn, z.B. beim Hovawart weiß ich es genau, die Schutzhund III Prüfung Voraussetzung dafür ist, dass der Hund überhaupt zur Körung oder zur Zucht zugelassen wird. Um seine Eignung als Schutzhund (Rasse) nachzuweisen. War sogar im Kaufvertrag vorgeschrieben, weil ich einen Alpha haben wollte.

Das mag in anderen Schutzhund - Rassen anders geregelt sein. Aber beim Hovawart gab es da mal Probleme in den 60/70ziger Jahren, darum hat man diese Regel einführt

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@Portbatus

Aktuell: der Deutsche Schäferhund, der Dobermann, der Riesenschnauzer, der Boxer (mit Einschränkungen BH reicht bei KörungB, KörungA mit SD als besondere Empfehlung zur Zucht), der Rottweiler nur ein Teil IPO1, der andere Teil BH2) benötigen nach deren Zuchtordng. eine "Wesensüberprüfung" bei welcher aktiv das Abwehren (Überfall) mit dem Beissarm gefordert wird.

Beim derzeit beliebtesten "Schutzhund" Malinois wird das neuerdings nicht mehr so gefordert (Belgische Schäferhunde) auch nicht beim: Airedale Terrier (dieser kennt dafür Körstufen, Körstufe 1a ist MIT Schutzdienst aber auch Zucht ohne möglich), American Staffordshire, American Bullterrier, Hovawart, Deutsche Dogge...

Der Hovawart wird bei seiner Zuchtzulassung im Abwehren eines Überfalles im Wesen überprüft, wobei er aber nur eine abwehrende Haltung (passive Abwehr) zeigen soll (Kein Angriff des Hundes via Beissarm erforderlich, kein Schutzhunde-Ausbildungskennzeichen erforderlich).

Dass das In einer Zuchtordnung geforderte Ausbilden zum aktiven Schutzhund nicht massgeblich ausreicht um eine Gebrauchshunderasse "Gesund zu erhalten" (häufigstes Argument) ist derzeit sehr gut beim Deutschen Schäferhund zu betrachten.

Früher wurde auch der Collie im Schutzhundbereich mit Abtlg.III von seinen. Haltern ausgebildet. (1970er Jahre)

Die "reale" Arbeitsleistung bleibt auch via Gesundheit nur bei den Jagd-Gebrauchshunden durch "aktive Arbeitsausbildung" erhalten. Dabei handelt es sich um eine komplett andere Sparte.

Die oben genannten Hunderassen werden & wurden alle im Schutzdienst der VPG Abtlg. III "ausgebildet & gearbeitet"

Die Forderung beim anteilig groessten (Wurfzahlen) Gebrauchshundeverein (DSH) zur "Wesensüberprüfung" vor Zucht durch Schutzdienstarbeit veranlasste & veranlasst Halter von allerlei "Gebrauchshunden" ihren Hund (egal ob dann Zucht geeignet & genutzt oder nicht) im Schutzdienst, der Beissarbeit als sog. "Sporthund" auszubilden...

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