Bringen 10 cm Glaswolle nur 3 Grad?

5 Antworten

Leichte Dämmwolle hilft nicht gegen eine schnelle Temperaturangleichung im Innenraum an die hohen Aussentemperaturen.

Um eine verzögerte und abgemilderte Temperaturangleichung zu erwirken brauchst Du Wärmespeichermasse. Solange die Wärmespeichermasse noch in der Lage ist, Wärme aufzunehmen, dämmt sie den Wärmstrom ein und der dahinter liegende Bereich ist vor Überhitzung geschützt.

Das Prinzip kennt man noch vom Kachelofen. Im Innern gibt es ein Feuer mit einer hohen inneren Oberflächentemperatur. Diese hohe Temperatur wird stark abgemildert, zeitlich verzögert und auch über einen längeren Zeitraum verteilt aussen am Ofen abgegeben. Damit schützt die Wärmespeichermasse vor Überhitzung.

Dämmstoffe haben einer schnellen Temperaturangleichung nicht viel entgegen zu setzen, das hat das Lichtenfelser Experiment in der Praxis schon gezeigt.

Leg Dir Massivholz (5cm dicke Holzbohlen) auf die obere Geschoßdecke oder eine Lage Vollziegelsteine, Terassenplatten aus Beton o.ä., wenn die Tragfähigkeit es hergibt und schon hast Du die Wärmespeichermasse etwas erhöht und die Temperatur wird zeitlich etwas weiter verzögert und im Spitzenwert etwas abgemildert weiter an den Innenraum gegeben.

Ohne Wärmespeichermasse hilft nur die aktive Kühlung des Innenraumes durch eine Klimaanlage. Diese Kühlung wirkt dann auch dauerhaft. Hierbei kommt es dann wiederum auf den Dämmwert an, da es gilt, einen dauerhaften in eine Richtung wirkenden Wärmestrom einzuämmen, während die Wärmspeichermasse nur dämpfende Wirkung hat und Tag-/Nachtspitzen temperaturmäßig abfangen kann und letzendlich aus den Werten annähernd einen immer noch  leicht schwankenden Mittelwert bildet.


Der Versuch, die Dicke einer Isolierschicht einfach in eine Temperaturdifferenz umzurechnen, ist so unsinnig wie der Versuch, das Körpergewicht eines Menschen aus seinem Bierkonsum zu berechnen. 

Auch die aufwändigste Gebäudeisolierung verhindert nicht die allmähliche Annäherung zwischen Innen- und Außentemperatur. Mit zunehmendem Aufwand (wie Material, Dicke) vollzieht sich die Temperaturangleichung nur langsamer. Aber auch mit Einbezug der Zeitdauer allein haben wir noch kein Maß für die Qualität der Isolierung. Es kommt neben der Außentemperatur vor allem auf die Sonneneinstrahlung an und auf die eventuell gegebene Reflexionseigenschaft der thermischen Verkleidung. Ansonsten stimme ich hier prinzipiell Onki73 zu.

Danke! ;-)

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Ich kenne mich mit Polystyrol besser aus, als mit Glaswolle, aber damit ist Hitzeschutz nicht so einfach zu dämmen. Ein gedämmtes Bauteil mit hoher Masse wäre ideal, läßt sich auf der Kehlbalkenlage eines Speichers meist nur schlecht realisieren.

Polystyrol zerlegt sich bei hohen Wärmegraden, da es sich hierbei ja nur um geschäumtes Material handelt .Es gibt Dachstühle in denen das Polystyrol buchstäblich zu Staub zerfallen und schlichtweg einfach weg ist.

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@Huflattich

Komisch... da müßten sich alle meine gebauten Häuser seit 1984 aufgelöst haben... :-)

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@pharao1961

Die Häuser sind ja wohl kaum aus Polystrol....

Natürlich nicht die Häuser sondern Polystyrol Dämmung war gemeint Je nach Temperatur /Sonneneinstrahlung (z.B. unter dem Dach ) - schon. Wer kontrolliert denn dort ständig seine Isolierung ?

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@Huflattich

Die Dachstuhlelemente sind ja auch aus Polystyrol und da bröselt nix. Das kann man sehen bei Bauten, bei denen die Dachstuhlelemente von unten nicht verkleidet sind. Mag sein, dass es Polystyrol von "unbekannten" Herstellern gibt, bei denen sowas mal der Fall war, aber bei dem Styropor von BASF habe ich sowas noch nie erlebt oder davon gehört.

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