Brief wegen Vorladung bei der Polizei?

12 Antworten

Die erste (und wohl wichtigste) Frage ist: Wirst du als Beschuldigter oder als Zeuge vorgeladen? Wahrscheinlich als Beschuldigter, wenn ich deinen Text richtig verstehe.

Die Situation ist jetzt folgende: Gegen dich läuft ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugs (§ 263 StGB). Du wirst also verdächtigt, am 30.03.2016 einen Warenbetrug begangen zu haben. Der Ort kann auch der Sitz eines Onlinehändlers sein. Die Polizei muss dir als Beschuldigtem die Möglichkeit geben, dich zu dem Tatvorwurf zu äußern, bevor Anklage erhoben werden kann. Außerdem will sie natürlich den Fall aufklären und hätte dazu gerne eine Aussage von dir.

Was solltest du jetzt tun?

Zunächst ruhig bleiben. Es ist nie gut, überstürzt zu handeln und dabei vielleicht Fehler zu begehen. Als erstes ist die Information wichtig, dass du nicht verpflichtet bist, der Vorladung Folge zu leisten. Du musst also weder dort erscheinen noch irgendetwas aussagen.

Jetzt ist aber dennoch die Frage, was du tun solltest. Zuerst solltest du dich fragen, ob an dem Vorwurf irgendetwas dran sein könnte. Hast du an dem betrffenden Tag etwas im Internet bestellt? Falls ja, hast du die Ware ordnungsgemäß bezahlt? Gibt es irgendetwas, was du mit dem Datum in Verbindung bringen kannst? Oder hast du rein gar keine Ahnung, was los ist und was die Polizei meinen könnte?

Sollte es der Fall sein, dass du dir absolut nicht vorstellen kannst, was dir an betreffendem Datum (oder auch sonst) vorgeworfen werden könnte, so empfehle ich dir, zu dem Vorladungstermin zu gehen. Dort solltest du aber zunächst absolut nichts zur Sache sagen, sondern dir erst einmal anhören, was dir genau vorgeworfen wird. Das müssen dir die Beamten nämlich sagen, bevor du eventuell aussagst.

Auf Fragen am Anfang (bevor dir gesagt wurde, was dir genau vorgeworfen wird) wie: "Sie wissen, warum wir Sie vorgeladen haben?" - solltest du lediglich antworten mit "Bitte sagen Sie mir, was mir vorgeworfen wird." Du solltest, ohne den Vorwurf genau zu kennen, nicht irgendetwas aussagen. Denn wenn es doof läuft, könnte dich das später belasten.

Wenn du dann weißt, was dir vorgeworfen wird, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder du sagst den Beamten, was deiner Meinung nach von dem Vorwurf zu halten ist. Dass du beispielsweise absolut nichts dazu sagen kannst, weil du von dieser Sache nichts weißt. Oder du hörst dir den Vorwurf an, verabschiedest dich dann und gehst, ohne irgendetwas zu der Sache gesagt zu haben. Dann kannst du nämlich zuhause in Ruhe darüber nachdenken (eventuell dich mit anderen beraten, bestenfalls mit einem Anwalt) und anschließend entscheiden, ob du zur Sache aussagst.

Solltest du jetzt schon ahnen, um was es bei der Sache geht, so weiß ich nicht, ob du zur Vorladung erscheinen solltst. Natürlich kannst du auch dann hingehen, dir den genauen Vorwurf anhören und wieder abhauen. Aussagen solltest du dann aber nicht - denn das könnte die ganze Sache schlimmer machen.

Wichtig: Es ist dein gutes Recht, zu schweigen. Die Tatsache, dass du nichts sagst, kann dir nicht zu deinem Nachteil ausgelegt werden. Daher ist es schlauer, wenn überhaupt, dann erst nach reiflichem Nachdenken etwas der Polizei zu sagen.

Solltest du dir ungefähr vorstellen, was die Polizei von dir will (und es ist vielleicht wirklich nicht alles koscher bei dir), dann solltest du dir einen Anwalt nehmen. Er kann dich besser beraten als wir und kann vor allem Akteneinsicht beantragen. Dann kann er entscheiden, wie vorzugehen ist. Denn dann weiß er, wieviel die Ermittlungsbehörden gegen dich in der Hand haben und kann einschätzen, wie wahrscheinlich es ist, ob Anklage erhoben wird. Daraufhin kann er auch die Notwendigkeit bzw. das Risiko einer Aussage von dir einschätzen und dich dementsprechend beraten. Das alles kannst du selbst nicht und wir hier auch nicht.

Viel Erfolg jedenfalls (falls du nichts mit der Sache zu tun hast ^^)!

Das heißt, daß eine Anzeige vorliegt und der Ort könnte auch der Sitz eines Onlinehändlers sein.

Wenn Du Dich unschuldig fühlst, gehe ruhig hin, dann erfährst Du Details ...

Du kannst natürlich auch Deine Mitwirkung an der Aufklärung verweigern und die Angelegenheit einem Anwalt übergeben - der kann dann (anders als Du selbst) die Ermittlungsakte anfordern

Ich bestelle nichts online

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@Nonamenoscope

Mag sein, vielleicht hat jemand Deinen Namen benutzt ...

Aber alles Grübeln bringt Dich auch nicht weiter

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ich habe heute einen Brief bekommen

Heute. Am 26.12.2016, dem zweiten Weihnachtsfeiertag.

Heute wird keine Post ausgetragen. Deine Geschichte kann somit nicht stimmen.

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