Brief von Polizei wegen Schwarzfahrens - was nun?

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9 Antworten

Nichts zugeben - das musst Du nicht.

Hast Du keine Kontoauszüge, aus denen hervorgeht, was Du an die Verkehrsbetriebe bezahlt hast?

Wenn nicht, macht es Sinn, dort nochmal nachzufragen.

Was auf Dich zukommen könnte, weiß ich nicht.

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Kommentar von kibba95
11.07.2016, 14:34

Ich werde mal meine Kontoauszüge überprüfen, danke!

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Ist es sinnvoll nochmal zum Öffi-Unternehmen zu gehen und nachzufragen ob ich wirklich nicht gezahlt habe?

Nein, es gibt hier keine zivilrechtliche Thematik mehr.

Ist es sinnvoll die Tat einfach zu gestehen?

Hast du sie begangen? Bist du vorsätzlich schwarz gefahren?

Was für eine Strafe wird auf mich zukommen?

Du kannst die besagten § googlen und auch die Regeln zur Gesamtstrafenbildung.

Evtl. wäre der Gang zum Strafverteidiger angebracht.

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Kommentar von kibba95
11.07.2016, 14:33

Ich bin nicht vorsätzlich schwarz gefahren, sondern versehentlich.

Aus dem StGB ist für mich nicht ganz klar geworden welche Strafe in meinem Falle vergeben werden würde, aber ich google nochmal.

Danke!

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Zu den Quittungen: Du hast die Strafen doch nicht bar bezahlt, oder? Schau in deinen Kontoauszügen nach oder frag einfach nochmal bei der Bank nach.

Das gleiche gilt für die Monatskarten. Wenn du die Monatskarten mit der Karte bezahlt hast, dann sollten entsprechendes auf den Kontoauszügen stehen. Das ist zwar kein Beweis, aber ein Indiz.

Unabhängig davon kann (gerade im Wiederholungsfall) nicht nur ein Bußgeld (erhötes Beförderungsentgeld) eingefordert werden, sondern auch Strafanzeige erstattet werden. Dir drohen im Schnitt so etwa 40 Tagessätze plus Gerichtskosten, was ich so auf die schnelle im Internet gefunden habe. Also etwa ein halbes Monatsgehalt.

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Kommentar von kibba95
11.07.2016, 14:52

Ich habe in der Tat einige Male die Strafen bar bezahlt, aber ich werde nochmal nachschauen und hoffen dass ich dort zur EC Karte gegriffen habe. Ich werde mal meine Kontoauszüge durchforsten.

Shit, das klingt teuer.

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Kommentar von Mindermeinung
11.07.2016, 23:51

Das erhöhte Beförderungsentgelt ist kein Bußgeld, sondern eine zivilrechtliche Vertragsstrafe. ;-) Das sollte man nicht vermischen.

Richtig ist: unabhängig davon, ob diese eingefordert oder bezahlt wird und unabhängig von der Häufigkeit des "Schwarzfahrens", ist eine Strafanzeige natürlich immer möglich.

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Ist es sinnvoll nochmal zum Öffi-Unternehmen zu gehen und nachzufragen ob ich wirklich nicht gezahlt habe?

Nein, das Verkehrsunternehmen behauptet gar nicht, Du habest irgendwas nicht bezahlt. Der Vorwurf lautet, Du habest die Verkehrsmittel des Unternehmens vorsätzlich ohne gültigen Fahrschein benutzt, um den Fahrpreis nicht zu entrichten.

Ist es sinnvoll die Tat einfach zu gestehen?

Na ja, viele andere haben schon darauf hingewiesen, dass Du grundsätzlich das Recht hast, die Aussage zu verweigern und einen Verteidiger zu mandatieren. Bei komplexeren Sachverhalten scheint mir das angemessen zu sein.

Hier jedoch liegt der Fall meiner Meinung nach recht einfach: Das Verkehrsunternehmen behauptet zunächst einmal, Du habest die öffentlichen Verkehrsmittel ohne gültigen Fahrschein benutzt. Das dürfte unstrittig sein. Das zuzugeben, scheint mir daher unproblematisch zu sein.

Jetzt geht es noch um den Vorsatz. Denn grundsätzlich wird nur bestraft, wer vorsätzlich gehandelt hat. Ich würde daher erklären, dass ich zwar eine Monatskarte gekauft habe, diese aber vergessen hatte. Daraus, dass das zweimal innerhalb von knapp eineinhalb Jahren vorkommt, kann man meiner Meinung nach keinen Vorsatz ableiten.

Da das Nachzeigen des Fahrscheins nur in einigen wenigen Spezialfällen dazu führt, dass das erhöhte Beförderungsentgelt erlassen wird, kann man Dir meines Erachtens auch aus der Tatsache, dass Du diesen eben nicht nachträglich vorgezeigt hast, keinen Vorwurf machen. Hilfreich wäre, wenn Du den regelmäßigen Kauf von Monatskarten nachweisen oder wenigstens glaubhaft machen könntest.

Ich bin kein Rechtsanwalt. Ich habe nur geschrieben, was ich tun würde, wenn ich in Deiner Situation wäre. Ich erteile Dir keinen Rat.

Was für eine Strafe wird auf mich zukommen?

Das ist Kaffeesatzleserei. Grundsätzlich wird Beförderungserschleichung mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, Betrug mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe. Im Falle, dass Dir kein Vorsatz nachgewiesen werden könnte, würdest Du überhaupt nicht bestraft. Falls Du noch nicht 21 Jahre alt warst und nach Jugendstrafrecht verurteilt würdest, sähe es wieder anders aus.

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Mach auf jedenfall keine Aussage bei der Polizei, du hast das Recht zu schweigen. Das kann dir auf keinen Fall negativ ausgelegt werden. Du solltest abwarten, ob die STA Aklage erhebt und dir DANN einen Anwalt suchen. Wenn die STA nämlich das Verfahren einstellst, bekommst du keine Kohle für deinen Anwalt..

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Kommentar von kibba95
11.07.2016, 14:19

Danke für die Antwort!

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Kommentar von kevin1905
11.07.2016, 14:26

Wenn der Fragesteller volljährig ist kommt auch ein Strafbefehl in Frage.

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Was haben denn die geleisteten oder nicht-geleisteten Zahlungen mit dem Schreiben zu tun? Es geht um den Vorwurf des Betrugs. Strafrechtliche und zivilrechtliche Ebene sollten hier nicht vermischt werden. Gestanden werde sollte die Tat keinenfalls. Die Aussage sollte verweigert werden. Ein Strafbefehl ist die wahrscheinlichste Strafe.

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Weil die Strafbarkeit für das Schwarzfahren ausserhalb des Zivilrechts bewertet wird, entfällt sie auch nicht durch bloße Zahlung der Strafe (erhöhtes  Beförderungsentgelt).
Die Straftat wird auch nach Bezahlung regelmäßig weiter verfolgt.
Nachdem das Delikt relativ gering ist, aber durch den Betrug eine andere Dimension erreicht (Erschleichens von Leistungen im Sinne von § 265a StGB und Betrug §§ 263 StGB) macht es  Sinn, die Aussage bei der Polizei zu verweigern. Wenn du über ausreichend Finanzmittel verfügst, solltest du keine Angaben machen und einen Rechtsanwalt zuziehen. Aber das kostet.

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Kommentar von kibba95
11.07.2016, 14:57

Danke für die Antwort Doktor!

Ich bin Student und habe daher nicht sonderlich viel Geld zur Verfügung.

Was tun in diesem Fall?

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Sag der Polizei nichts und du musst das auch nicht eingestehen immerhin hast du alles bezahlt und hast keine schulden ;)

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Kommentar von kibba95
11.07.2016, 14:19

Ich hoffe zumindest dass das der Fall ist, alles schon so lange her.

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Kommentar von kevin1905
11.07.2016, 14:27

Es geht nicht um die Schulden beim Verkehrsbetrieb.

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Versehentliches Schwarzfahren gibt es nicht. Der PC und die Polizei vergessen nichts.

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Kommentar von kibba95
11.07.2016, 14:35

Naja, ich habe immer Monatskarten und manchmal erst bei der Kontrolle gemerkt dass ich eigentlich hätte am Vortag eine neue ziehen müssen.

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Kommentar von john4711
11.07.2016, 18:18

Versehentliches Schwarzfahren gibt es nicht.

Der Begriff des Schwarzfahrens ist nicht legaldefiniert. Gemeinhin wird er schlicht für das – auch versehentliche – Fahren ohne gültigen Fahrschein verwendet. Demnach gibt es dann doch versehentliches Schwarzfahren.

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