Brief von der Bundespolizei wegen Schwarzfahren?

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2 Antworten

Hallo Ronaldo7HH,

ich denke es hat keinen großen Einfluss, ob Du Dich zur Sache äußerst oder nicht.

Fakt ist, dass Du in den Zug gestiegen bist, in der Absicht den Fahrpreis nicht zu entrichten. Damit hast den  folgenden Straftatbestand erfüllt:

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§ 265a StGB - Erschleichen von Leistungen

(1) Wer die Leistung eines Automaten oder eines öffentlichen Zwecken dienenden Telekommunikationsnetzes, die Beförderung durch ein Verkehrsmittel oder den Zutritt zu einer Veranstaltung oder einer Einrichtung in der Absicht erschleicht, das Entgelt nicht zu entrichten, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.

(2) Der Versuch ist strafbar.

(3) Die §§ 247 und 248a gelten entsprechend.

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Zusätzlich hast Du versucht den Zugbegleiter durch Vorlage der Fahrkarte Deiner Freundin vorzuspiegeln, dass Du im Besitz einer gültigen Fahrkarte bist. Damit hast Du wiederum den folgenden Straftatbestand erfüllt:

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§ 263 StGB - Betrug

(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

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Du schreibst:

Die Strafe hatte ich bezahlt gehabt

Du hast die Strafe nicht bezahlt, die Strafe wird noch erst festgelegt. Das was Du bezahlt hast, ist das erhöte Beförderungentgelt. Das ist keine Strafe, sondern eine Bearbeitungsgebühr der Bahn.

Was kann jetzt alles Passieren

Gegen Dich wurde ein Strafverfahren von der Bundespolizei eingeleitet. Zum jetzigen Zeitpunkt wird noch ermittelt. Zu den Ermittlungen gehört auch, dass man Dir das Recht einräumt Dich zur Sache zu äußern.

Eine Pflicht Dich zu äußern besteht nicht und es darf Dir auch nicht negativ ausgelegt werden, wenn Du Dich nicht äußerst.

Nach Abschluss der Ermittlungen geht mit oder auch ohne Deine Einlassung zur Sache die Ermittlungsakte an die Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwaltschaft entscheidet dann anhand der Aktenlage,

  • ob sie das Strafverfahren gem. § 153 StPO wegen Geringfügigkeit einstellt oder
  • ob sie das Verfahren gegen Dich gem. § 153a StPO gegen Auflagen einstellt oder
  • ob sie einen Strafbefehl mit einer Geldstrafe beantragt oder
  • ob sie eine Hauptverhandlung für notwendig hält und Klage erhebt. Dann entscheidet ein Richter per Urteil, ob und zu welcher Strafe Du zu verurteilen bist.

Schöne Grüße
TheGrow

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Zeugnisverweigerungesrecht haben nur Verwandte und Verschwägerte, deine Freundin nicht. Denke, die haben dich trotz der Geldstrafe angezeigt.

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Kommentar von Ronaldo7HH
30.07.2016, 21:56

Voll Komisch habe es Getahlt gehabt erlebe zum 1 mal so etwas was würde passieren würde wenn man Verwandt ist und es Verweigert? 

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Kommentar von TheGrow
30.07.2016, 22:15

Zeugnisverweigerungesrecht haben nur Verwandte und Verschwägerte, deine Freundin nicht

Da Zeugnisverweigerungsrecht kommt nur dann zum Tragen, wenn man vom Grundsatz her zur Aussage verpflichtet ist.

Eine Pflicht sich gegenüber der Bundespolizei zu äußern besteht aber weder für Zeugen, noch für Beschuldigte.

Sowohl der Fragesteller, wie auch seine Freundin können dementsprechend auch das Feld ankreuzen, dass sie sich nicht zur Sache äußern werden.

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