Brief an die Versammling der Zeugen Jehovas

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5 Antworten

Die Einstellung der ZJs ist zwanghafter Weise die, dass sie glauben, zu den "Schafen" Jesus zu gehören, während alle anderen Menschen zu den "Böcken" gerechnet werden. Sie glauben weiterhin, dass die Zeit der Geduld Gottes mit den Menschen in unseren Tagen ablaufen wird und in dieser Zeitspanne Menschen durch sie gerettet werden könnten, wenn die Besuchten Menschen sich zu den ZJs und ihren Lehren und Lebensgewohnheiten bekehren würden.

Aus dem Grund sehen sie es als notwendig an, mündliche und schriftliche Willensäußerungen nach einem Jahr wieder nachzufragen, weil sie denken, jemand in der Familie könnte sich ggf. urplötzlich zu "ihrer Wahrheit" hingezogen fühlen.

In dieser Missionierungsangelegenheit wird es spannend sein, die nahe Zukunft zu beobachten:

Gegenwärtig machen die Salafisten ja Missionierungsversuche, die dem Straßendienst der ZJs ähneln. Das Innenministerium will ja nun dagegen einschreiten, und ggf. gesetzliche Regelungen erlassen. Es wäre durchaus denkbar, dass die Salafisten sich künftig durch einen den ZJs-gleichartigen Haus-Zu-Haus-Dienst organisieren werden. Sie sind ja immerhin auch davon überzeugt, die "wahre Wahrheit" und das "Paradies" zu haben und zu ererben. Sollte dieser Tür-zu-Tür-Dienst dann auch irgendwie verboten werden, würde das Verbot auch künftig die ZJs treffen. Ggf. löst sich das genannte Problem der unerwünschten Besuche dann von selbst.

Das ist Interessant. Ich stelle mir das gerade bildlich vor, wenn mehrere Religionen von Haus zu Haus gehen. Dann gibt es in Deutschland ein regelrechtes von Haus zu Haus treiben.

Der Brief an die Versammlung wurde am Osterwochenende diesen Jahres geschrieben, also vor ca. 5 Monaten. Es kam nicht nur vor einer Woche wieder Besuch zweier ZJ, es kam auch gestern von einem anderen ZJ aus einer anderen Versammlung eine SMS. Zum Besuch wollte ich sagen, dass ich nicht sooft daheim bin. Es könnte auch sein, dass zwischenzeitlich auch noch Besuch kam, von dem ich nichts mitbekommen habe.

Ich habe auch gehört, dass nach einem Jahr von den ZJs wieder nachgefragt wird. Hier sind zwischen Brief an die Versammlung und heute etwa fünf Monate. Daher bin ich ein bißchen verwundert.

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@MarcoAH

die Mormonen, bzw. nennen sie sich auch Heilige-Der-Letzten-Tage, gehen bereits seit langer Zeit ebenfalls missionieren (von Tür zu Tür / Haus zu Haus), und unterscheiden sich äußerlich nicht von den ZJs. Diese Personengruppe sind überwiegend jedoch Bürger der USA, man hört es am Akzent.

So ein Brief wie von dir geschrieben, wird aber nicht zentral gespeichert, sondern nur örtlich. Die Nachbargemeinden müsste man dann ggf. separat anschreiben. Und wenn man sich verärgert fühlt, sollte man das im Brief auch deutlich zum Ausdruck bringen (natürlich höflich)

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@GastExZJ

Die Mormonen kamen noch nicht an meine Haustüre. Ich sehe sie manchmal in der Innenstadt rumlaufen. Das leigt vielleicht auch daran, dass es in Deutschland nicht soviel Mormonen wie Zeugen Jehovas gibt.

Die ZJs, die mich besucht haben und der, der mir eine SMS geschrieben hat, gehören zwar einer anderen Versammlung an, jedoch benutzen sie den selben Königreichssaal für die Versammlungen. Die haben an verschiedenen Zeitpunkten Versammlung. Der Brief ging an niemand persönlichen, er ging an die Ältesten der Versammlung.

Es gab eine Zeit über mehrere Monate, da habe ich wöchentlich mitbekommen, dass die ZJs an meiner Tür klingelten. Einmal abends, meist Dienstags oder Mittwochs. Als ich Urlaub hatte, habe ich das zweimal in der einen Woche mitbekommen. Zusätzlich mittags. Daraufhin habe ich ja zuerst die SMS geschrieben. Als das nicht funktionierte, zusätzlich noch an Ostern den Brief.

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@MarcoAH

vermutlich hattest du mal mit einigen Gespräche führen können, das sehen die dann als Möglichkeit, ihren Predigtdienst per SMS/Telefon/Brief durchzuführen, bei ihrem monatlichen Bericht kommen so für die Zeit der Tipperei und Schreiberei Stunden und "Rückbesuche" (also Wiederholungsbesuche) zusammen, die dann intern als Erfolg gefeiert werden.

Das häufige Klingeln ist darauf zurückzuführen, wenn Gesprächsbereitschaft also Interesse signalisiert wurde, oder ggf. Zeitschriften/Bücher zurückgelassen wurden, versuchen die auch zu verschiedensten Zeitpunkten in ihrer angeblich gutmeinenden Art, dich wieder zu erreichen. Sie wollen Dein Interesse an ihrer Lehre steigern und dich mit Argumenten bombardieren. Da Dein Brief möglicherweise nicht den richtigen Adressaten erreicht hat, würde ich dir empfehlen, einen Brief mit glasklarem Wortlaut dem nächsten ZJ-Klingler mitzugeben und warnend darauf hinzuweisen, dass dieser diesen Brief an Sekretär oder Vorsitzführenden Aufseher seiner Gemeinde geben soll. Ebenfalls sollte die SMS mit einer klaren Absage und unmissverständlicher Ansage, dass dies künftig als unerwünschte Belästigung und Werbung behandelt wird, beantwortet werden.

Hier ist ein Auftreten gefragt, was Willensstärke und Entschlußkraft vermittelt. Möglicherweise warst du bislang immer gutmütig und hast dich vereinnahmen lassen.

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@GastExZJ

Es wurden in früheren Jahren wirklich Wachtürme bei mir gelassen. Habe auch dreimal versucht, das Bibelstudium zu beginnen, da ich dachte, es auf einen Versuch kann es ja ankommen. Da ich ständig Widersprüchliche Antoworten bekam, einige meinten, das ist der einzig richtige Weg, die anderen meinten, ich solle die Finger von dieser Organisation lassen, begann ich die ganze Sache zu hinterfragen. Ich habe gebetet und versucht, Jehova zu finden. Ich habe die Meinungen aller Menschen und die ganzen Lektüren, was ich lese, ausgeklammert. Ich habe Jehova nicht gefunden. Ganz im Gegenteil. Es gibt einen Beweis für mich, dass es ihn nicht gibt. Ich habe gebetet und eine falsche Antwort erhalten, was nicht stimmte. Ich habe sogar Jehova mehrfach angebetet. Habe ihm sogar gesagt, dass ich, wenn er weiter bei seiner Aussage bleibt, ich in keine Versammlung mehr gehen werde. Wenn Jehova mit dieser Vorgehensweise nicht einverstanden ist, solle er mir bitte antworten. Keine Antwort. Wie auch, wenn es keinen Jehova gibt. Und die Antwort, die ich bekam, kam rein zufällig. Keiner konnte mir diesen Vorfall erklären. Es wurde einfach nur ignoriert oder behauptet, dass ich nicht auf die Weltmenschen hören soll.

Wenn man die Zeugen Jehovas nicht gut kennt, sind das wirklich sehr liebe und hilfsbereite Menschen. Ich habe mich wirklich Monatelang mit den Lehren, den Menschen, dem Ausstieg usw. der Zeugen Jehovas beschäftigt. Ich bin sehr tief in die Thematik eingedrungen, was da gemacht wird. Auch sie das vonstattengeht, dass jemand ZJ wird. Stellenweise konnte ich das bestätigen, das meiste kenne ich nur vom hörensagen. Da wurde mir stellenweise Angst und Bange.

Das nur einmal kurz gefasst, was mir passiert ist. Danach habe ich den festen Entschluß gefasst, mich den ZJ zu entfernen. In der Vergangenheit hatte ich wirklich Gesprächsbereitschaft gehabt und es wurden auch Zeitschriften zurückgelassen. Ich denke, die Zeugen Jehovas meinen es nur gut. Sie kennen das nicht anders, wenn sie seit Jahren oder Jahrzehnten immer von Harmageddon hören, die netten Bilder in dem Wachturm sehen, das auch in den Versammlungen durchnehmen, zu hören bekommen, sie wären die Wahrheit und soweiter, dann denkt man, dass alles so ist.

Willensstärke und Entschlußkraft ist bei mir sehr gut vorhanden, leider nicht das richtige Auftreten, um es gut rüberzubringen. Ich habe mich leider bis letztes Jahr vereinnahmen lassen. Solange geht das schon. Gut, dass ich es noch in der Anfangsphase gemerkt habe, dass ich einem Irrglauben erlegen war. So wie du geschrieben hast, werde ich es machen.

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@MarcoAH

danke für die ausführlichen Informationen. Das erklärt gut deren Hartnäckigkeit. Die Zjs betrachten ihr Predigtwerk als die Aussaat von "Gottes Königreichssamen". Laut dem biblischen Gleichnis Jesu vom Sämann sehen sie sich in dieser Aufgabe und denken, dass ihre "Sä-Botschaft" dich erreicht hat, und du entweder zu dem guten fruchtbaren Boden gehörst, oder zu dem mit Dornen und Disteln oder dem Staub der Erde. Da sie im Glauben sind, im alleinigen Besitz der "wahren Wahrheit" zu sein, wollen sie deshalb versuchen, dich zu überzeugen, sich ihnen anzuschließen. Auf ihre Art wollen sie dich unbedingt "retten".

Da du für dich erkannt hast, dass das für dich nicht das richtige ist, bleibt nur übrig, deutliche Worte der Distanzierung zu den Lehren und den religiösen Inhalten zu finden und zu übermitteln. Es sollte auch deutlich daraus hervorgehen, dass es dein eigener Entschluss ist, und deiner eigenen Erkenntnis entspringt, sonst argumentieren sie wieder, dass du von Gegnern der ZJs überredet worden sein könntest oder dass du auf die Meinung von anderen gehört hättest, quasi, als ob du keine eigene ablehnende Haltung/Meinung haben könntest.

Selbstverständlich ist auf Höflichkeit der Worte zu achten, damit keine juristischen Nachwehen wegen Beleidigung oder Verunglimpfung zu erwarten sein könnten.

Ich finde es sehr gut, dass du "alles geprüft" hast und deine Entscheidung getroffen hast. Alles Gute.

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@GastExZJ

Danke für die sehr gute Information. Jetzt weiss ich auch, warum die Zeugen Jehovas sehr Hartnäckig sind. Die denken, die können mich umbewegen. Vielleicht laufen denen auch die Mitglieder weg.

Die ZJs sagen sehr oft, dass man nicht auf die Gegner der Zeugen hören soll. Habe ich auch schon oft gehört. Wenn man wirklich die Wahrheit herausfinden will, dann sollte man ersteinmal verschiedene Meinungen anhören und dann suchen, indem man die Meinungen und alle Wachturmhefte ausschaltet und sucht, wie ich es vorher geschrieben habe. Die Wahrheit, die ich erkannt habe, ist die Irreführung in Form von Heften, ständiger Gehirnwäsche/Indiktronierung, ständiges Gerede von "Seit wann bist du in der Wahrheit", Rhetorischen und Vorgefertigten Fragen undundund. Nicht, weil mich irgendein Mensch zu einer Richtung gedrängt hat, Nein, ganz im Gegenteil, weil ich auf andere Weise erkannt habe, dass dieser Glaube nicht richtig sein kann.

Man kann auch, wenn die richtige Wortwahl im Gebet getroffen wird, herausfinden, ob es einen Jehova gibt. Bei mir zählte zusätzlich noch die "falsche Gebetserhörung" dazu. Es hat längere Zeit gedauert, aber ich brauche nicht im entferntesten ein schlechtes Gewissen zu haben. Ich habe gehört, dass Menschen, die einige Monate das Bibelstudium mitgemacht haben und nicht mehr wollten oder konnten, denken, dass sie Jehova den Rücken gekehrt haben. Das war zum Glück bei mir nicht der Fall gewesen.

Dir auch alles Gute,

Marco

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ein etwas anderer Trick von dem ich gehört habe, dass er funktioniert, wäre es den Zeugen, wenn sie wieder einmal zu dir kommen, zu sagen dass du selber einmal ein Mitglied warst, aber exkommuniziert worden bist. Dadurch sollten sie das Interesse an dir verlieren.

...Ob man mir das glaubt? Denke, dass es sowas wie eine Liste gibt, wo wer drinnen war.

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Hast Du gehört!?

Soso.

Man sollte immer genau wissen, worüber man schreibt, finde ich. Nicht was ein Freund von wem (von wem auch immer) gehört hat.

Auch Ausgeschlossene werden regelmäßig besucht.

Auf der anderen Seite - was ist denn wirklich so schlimm daran wenn jemand klingelt und man bittet dann freundlich darum von der Liste gestrichen zu werden.

Wenn ich so denke wie oft ich angerufen werden von irgendwelchen Leuten die mir irgendetwas verkaufen wollen. Dann sage ich immer sofort sehr höflich: "Am Telefon werde ich nichts kaufen, besten Dank für Ihren Anruf." - Ende, das war's. Na und?

Freundlichste Grüße

JensPeter

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@JensPeter

Stimmt auch wieder. Man sollte, habe ich mittlerweile gelernt /versuche noch zu lernen, die Begebenheiten zu hinterfragen. Schlimm ist das an sich nicht, wenn man besucht wird.

Gerade am Telefon kaufe ich nichts und achte peinlichst genau darauf, was ich sage. Halte mich kurz.

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Normalerweise kommen ZJ jedes Jahr einmal an jede Tür - wenn sie ihr zugeteiltes Gebiet in der Zeit bearbeitet kriegen. Äußert man mündlich ("Bitte tragen sie in ihrer Gebietskarte ein, dass ich nicht mehr besucht werden will") oder schriftlich den Wunsch, nicht mehr besucht zu werden, kommt nach ca. einem Jahr ein Ältester vorbei und fragt höflich, ob der Wunsch weiterhin besteht.

Dem kann man entgegenwirken, indem man direkt angibt, dass dieser Wunsch solange gilt, bis man ihn selbst widerruft. Verstoßen sie dagegen, kann man einen erneuten Brief schreiben, in dem man sagt, dass weitere Verletzungen des Wunsches als Hausfriedensbruch interpretiert und angeziegt werden

Mach doch einfach sowas (siehe bild)

Zeugen Jehovas - (Brief, Zeugen)

Hallo MarcoAH

Wenn der Brief sinngemäß so formuliert ist wie in Deiner Frage, dann wird nach ca einem Jahr höflich nachgefragt, ob diese Willenserklärung noch aktuell ist.

Und es wird Dich niemand danach fragen, warum Du wegen dieser einfachen Auskunft einen so umständlichen Weg gewählt hast.

Alles Gute



Hallo, Abundumzu,

das war eine allgemeine Frage gewesen. Wollte das so generell wissen, wie lange so ein Brief Gültigkeit hat.

Danke Dir für die Antwort.

Marco

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