Was hat der Brexit einfach erklärt zu bedeuten?

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Für den Brexit spricht meiner Meinung nach nichts. Die britische Bevölkerung wird dadurch nur Nachteile erfahren. Die Hoffnung besteht bei den Befürwortern, dass man nun "EU-Fesseln" abstreifen und so vermeintlich zu altem Glanz und Gloria zurückkehren könne - m.M.n. ist diese Hoffnung aber aus Luft gebaut.

Gegen den Brexit spricht die reale Gefahr von Arbeitsplatzverlusten in der britischen Exportwirtschaft, die nicht in der Lage sein wird, die höheren Kosten eines harten Brexit für den Export zu stemmen. Gleichzeitig werden sich die Importe verteuern. Auf die ganze EU als wirtschaftliches Betätigungsfeld orientierende Konzerne werden GB als Standort dramatisch abwerten und entsprechend Arbeitsplätze abziehen. Separatistische Regionen wie Schottland könnten sich von GB lossagen, um als eigenständiger Staat Anschluss zur EU wiederherzustellen. Strukturschwachen Regionen droht die ersatzlose Streichung von EU-Fördergeldern. Wichtigen Wirtschaftssektoren wie dem Gesundheitswesen droht ein Mangel an Fachkräften. Etc. pp.

Die eigentlichen Gründe für den Brexit sind nicht rational und nicht wirtschaftlich/sozial zu verorten, sondern basieren auf Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Sozialneid.

Einfach erklärt:

Zwei Nachbarn, die immer alles mögliche an Waren etc ausgetauscht haben, über deren Beschaffenheit sie sich vorher geeinigt hatten um sich Zusatzarbeit zu sparen und bei denen es keine Mauer zwischen den Grundstücken gab, nur der Weg war auf der einen Seite gepflastert und auf der anderen asphaltiert, fangen auf einmal an eine 10 Meter hohe Mauer auf die Grundstücksgrenze zu bauen und dazwischen einen Durchgang der mit einem extrem nerdigen Angestellten besetzen, der überprüft, ob die Gegenstände die auf das andere Grundstück sollen auch den jeweils anderen Regeln entspricht.

Dafür verlangt der jeweilige Nachbar dann auch noch eine Grundstücksgrenzübertrittsgebühr.

Weiterhin hofft man dadurch, dass man in vielen Dingen nicht mehr zusammenarbeitet, irgendwo auf der Welt, idealerweise ganz weit weg, so richtig mit Meer dazwischen, einen neuen Handelspartner zu finden, mit dem man idealerweise ohne 10 Meter hohe Mauer und nerdigen Angestellten Handel treiben kann.

Womit hängt das ganze zusammen. Mit dem Nachbarn war man in einem Club. In dem Club gibt es einen Mitgliedsbeitrag und gemeinsam Beschlossene Regeln, an die man sich halt irgendwie halten muss, damit das Clubleben funktioniert. Klar ist man geizig und will sich den Beitrag sparen. Diese Regeln sind auch ganz schön nervig, auch wenn es durchaus sinn macht, dass auf dem Clubgelände die Rasenmähertraktoren seitdem der Club besteht Überrollbügel haben, damit im Falle eines Überschlages der Hausmeister, der vorher halt eben in einem Aufwasch beide Rasen mähen konnte, nicht erschlagen wird.

Erzielt wird damit eigentlich nur, dass beide Seiten verlieren. Klar, die eine Seite mehr als die andere, weil sich der kleinere Nachbar aus dem Club verabschiedet. Aber das merkt er halt erst so richtig wenn er draußen ist. Ok vorher gibt's auch schon Problemchen, weil sich die Leute die im Haus wohnen langsam wundern, warum die Anderen Clubmitglieder sich schon vor dem Austritt darum bemühen möglichst einfach die Waren von anderen Clubmitlgiedern zu bekommen, da der eine ja demnächst nur über den nerdigen Angestellten erreichbar ist und diese Grundstücksgrenzgebühr gezahlt werden muss.

Nur verstehen können die verbleibenden Mitglieder das doch nicht ganz. Immerhin wurde der Austretende immer verhätschelt. Hat eigene Sonderregeln bekommen und musste auch weniger Mitgliedsbeitrag zahlen, aber das hat dann trotzdem nicht gepasst.

Schöne Grüße

  • Die Briten sind eben anders/eigen/"edler" und wollten in der EU schon immer "Extrawürste" - Privilegien!
  • Und sie bekamen sie von Brüssel immer wieder auch!
  • "Britenrabatt" bei den Beitragszahlungen!
  • Das Recht ihre eigene Währung zu behalten! (Alle anderen EU-Staaten müssen früher oder später dem Euro beitreten) usw. usf.
  • Trotzdem fühlten sich die Briten in der EU nie richtig heimisch! (Zu viel Zahlungen an Brüssel, zu viel Zuwanderung - Fremde Arbeitskräfte - zusätzlich die Flüchtlings-Zwangsverteilung der EU)
  • Um die Wahl zu gewinnen, hatte Premier David Cameron - selbst ein EU-Befürworter, ein Referendum über den EU-Verbleib versprochen!
  • Trotzdem sagten die Umfragen vor dem Referendum eine knappe aber sichere Mehrheit der EU-Befürworter voraus!
  • Gerade auch diese trügerischen Meinungsumfragen waren verantwortlich dafür, dass viele Pro-EU-Briten (vor allem Junge) nicht zur Abstimmung gingen!
  • Und so gewannen schließlich die durch die Umfragen (hoch motivierten) BREXIT- Befürworter!
  • Jetzt versuchen die schlauen Briten die "Quadratur des Kreises"!
  • Ohne Beitragszahlungen (Brutto 11 Milliarden - Netto 7 Milliarden - 4 Milliarden flossen von Brüssel nach GB zurück) sind sie bestrebt durch gute Verhandlungen fast alle Vorteile der EU zu behalten!

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