Bremsen sind schwach geworden?

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4 Antworten

Also wenn Du mit viel mehr Kraft auf die Bremse treten musst ist sehr wahrscheinlich der Bremskraftverstärker ausgefallen.

Das kann nun ein Defekt des BKV selbst sein, der Unterdruckschlauch an den ist defekt, das Rückschlagventil daran ist defekt, manche Fahrzeuge haben eine Unterdruckpumpe dafür die defekt sein kann,...

Wenn Du den Motor laufen lässt (ohne die Bremse zu treten) und den ausschaltest muss sich die Bremse min einmal normal weich treten lassen und der Pedaldruck mit jedem Treten schwerer werden (so 4-5 Mal, dann bleibt es gleichhart). Wenn das nicht ist, ist mit dem BKV Etwas nicht in Ordnung.

dilav 08.07.2017, 10:05

also das tretten auf die Bremsen während der Motor aus ist; klappt bei mir, alao bei mir wird die Bremse ziemlich hart

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Hallo

bei Autotypen mit Bremstrommeln muss die hintere Bremse im Abstand der Bremsbacken zur Trommel korrekt eingestellt (möglichst knapp) werden. Deswegen ist dort seit denn 80ern ein Selbstnachstellernder Mechanismuss üblich aber nicht Vorschrift. Viele Kleinwagen, vor allem Grau-Importe kommen noch mit mechanischer Nachstellung. Da muss dann bei jeder Inspektion ein/der "Mechaniker" die Bremse nachstellen.

20 Minuten mit angezogener Handbemse fahren ist je nach Geschwindigkeit/Fahrstrecke eigentlich der "Tot" der hinteren Bremsanlage, diese überhitzt total/verbrennt (Zudem überhitzen die hinteren Radlager) und muss evtl. komplett erneuert werden. Vermutlich bist du die 20 Minuten rumgeschlichen und die Bremse hat das "überlebt". Die ist dann aber verschlissen worden.

Der Punkt ist wenn die Bremse hinten verschleisst und der Weg zwischen Bremsbacke und Trommel "weiter" wird dann wird auch der Pedalweg an der Bremse vorne länger. Bei "Mischbremsen" bedeutet das wiederrum dass die vorderen Scheibenbremsen "später" ansprechen man hat mehr Pedalweg und der Druckpunkt wird weicher und wandert tiefer.

Das lässt sich einfach testen wenn man die Handbremse zieht sollte die nach maximal 4 Zähnen "fest" werden. Hat die mehr Luft dann lässt man die Handbremse soweit angezogen das die gerade nicht mehr schleift/greift. Wenn dann die Fussbremse wieder wie Zuvor "zupackt" ist zumindest der Punkt abgeklärt. Wenn die selbstnachstellende Bremse nicht mehr selber nachstellt kann das durch die Überhitzung verursacht sein die Systeme mit "Zugkeil" und Zugfeder sind zb anfällig dafür. Da reicht oft Zugfeder erneuern, Teile reinigen und frisch schmieren (mit dem korrekten Fett)

Das Quitschen kann viele Ursachen haben, Quitschen ohne Bremsbetätigung ist was anderes als Quitschen beim Bremsen. Beim Bremsen komnt es dann drauf an ob beim leichten anbremsen und/oder beim Vollbremsen

Bremsflüssigkeit wechselt/erneuert man alle 2 Jahre am besten vor dem TÜV Termin. Es gibt Flüssigkeiten die 3 oder auch 4 Jahre Standzeit haben (zbATE 200/300/400). Alte Bremsflüssigkeit ist mit Wasser gesättigt und führt zu Korossion in der Bremsanlage meist "rosten" die Stahlteile und die Gummiteile "quellen"/zerbrösseln. Eine Folge "verschlampter" BFK Wechsel ist das die Servogeräte innen anrosten oder gar Bremsflüssigkeit "durchsaugen".

Servogeräte kann man testen bzw teilweise durch das Vacuumloch boreskopieren. Wenn man eine Rostspur vom HBZ Flansch entlang des BKV hat ist meist der HBZ und undicht und der BKV schon gefüllt/hinüber.

dilav 08.07.2017, 11:55

ich hab nur Bahnhof verstanden aber danke. Aber glaubst du ich krieg es hin 23 km zu fahren? oder besteht dann da die Gefahr dass die Bremsen komplett ausfallen?

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IXXIac 08.07.2017, 17:21
@dilav

Hallo

Steige ins Auto.

- Stell dich mit voller Kraft auf das Bremspedal aber nicht das Knie durchdrücken, lasse denn Motor an. Geht das Bremspedal "weit" nach unten dann arbeitet der BKV noch. Geht das Pedal nur "wenig" nach unten ist der BKV schon angeschlagen/defekt oder die Entlüftung defekt/zugesetzt oder das Schnüffelspiel ist "gewandert".
- Stelle denn Motor mit gedrückter Bremse ab, bekommst du dann einen heftigen "Kick" gegen denn Fuss ist die Zuleitung zum BKV oder die Unterdruckpumpe defekt aber der Bremskraftverstärker ist noch OK. Der "Kick" ist nicht normal und kann so heftig sein das es Verstauchungen im Fussgelenk oder Knochenbrüche gibt deswegen locker bleiben und nicht das Knie durchdrücken. Normal ist das beim abstellen das Pedal am Punkt bleibt oder langsam etwas (2-5mm) hochschiebt
- nach dem Motor abstellen wieder Zündung an jetzt muss man noch mindestens 2-3 mal Bremsen können bevor der Pedalpunkt höher wandert und das Pedal immer "härter" wird. Bei einigen ABS Systemen hört man beim Tretten die ABS Pumpe lospumpen und das Pedal sinkt dann wieder etwas weil der Druckspeicher "geladen" wird. Läuft die Pumpe endlos und der Gegen-Druck sinkt nicht ist der Druckspeicher des ABS "defekt". Aber nicht alle ABS Systeme arbeiten mit Druckspeicher.
- dann Motor wieder starten, kleine Probefahrt in eine ruhigen Ecke ohne Verkehr und spielende Kinder. Bei 20-30 kmh ziehst du die Handbremse an bis die wirkt dann gehst du 1 oder 2 Zähne züruck und steigst danach normal ins Bremspedal. Wenn die Bremse jetzt "besser" ist als vorher liegt es an den hinteren Bremstrommelanlage. Ist die Bremswirkung gleich dann macht du aus 50 eine "Panikbremse" dabei muss der Vorderwagen eintauchen und die Hinterachse entlastet werden. Hat man hinten zuviel oder zuwenig Bremswirkung ist evtl. die Bremskraftverteilung (Ventil) defekt. Zieht das Auto schräg oder bekommt das Auto einen Drehimpuls ist die Bremswirkung asymetrisch

Danach stellst du dich mit laufenden Motor und angezogener Handbremse in eine ruhige Ecke und pumpst mehrmals dass Bremspedal gnadenlos schnell(heftig) gegen das Bodenblech der Bremspunkt muss immer auf der selben Stelle sein. Falls nein hat man evtl. nur etwas Luft im System. Anschliessend stellt man denn Fuss auf die Bremse und drückt 60 Sekunden drauf. Das Pedal muss "solide" bleiben wenn es ganz ganz langsam "nachsinkt" ist der HBZ verschlissen oder ein Problem im Bremslastverteilerventil, im Bodenventil oder in einem der Radzylinder. Diese Testmethode kann aber eine noch "brauchbare" Bremsanlage "kaputtretten".

Nach der Aktion sieht man denn Bremsflüssigkeitstand im Behälter nach. Wenn lauter kleine schwarze Krümmel in der Flüssigkeit schweben, dass ist der "Gummiabrieb" aus der Bremsanlage der Abrieb kommt aber meist von "unten" aus denn Bremsschläuchen/Radzylindern. Sind keine Krümmel zu sehen oder die Krümmel am Boden vom Behälter also nicht in Schwebe hat man zu lange gewartet oder die Bremse ist gut gewartet.

Ist die Flüssigkeit trübe/schwarz ist die Bremsflüssigkeit uralt die Bremse muss revidiert werden. Das Problem kann auch von der hydraulischen Kupplung kommen die hat meist denn selben Behälter und wird noch mehr missachtet.


Ich habe keine Glaskugel und 23km im flachen Hinterland an der Deichküste kann man auch "ohne" Bremse fahren/schleichen. 23 Km quer duch denn Stuttgarter Stossverkehr mit Hanglage kann teuer enden. Am besten/Sicheresten ist du rufst einen Pannendienst entweder per Hotline des Autoherstellers oder eben ADAC/ACE/ÖMTAC/TC,,,,

Bremsen fallen selten komplett/schlagartig aus da müssten schon beide Bremskreis Flüssigkeit verlieren und dann hat man immer noch die Handbremse die bei korrekter Einstellung noch um 0,25G Verzögern können muss. Das ergibt dann in etwa 3-4mal längere Bremsdauer/wege aber man kann damit anhalten.

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Nitram 08.07.2017, 23:29
@IXXIac

Starke Erklärung werde Morgen mal testen wie das mit meiner Bremse ist. So eine Gute Beschreibung habe ich noch nie gelesen.

Viele Dank

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dilav 08.07.2017, 11:55

und nochmal 23 km zurück also insgesamt 46 km?

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dilav 08.07.2017, 17:58

danke😄

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Es könnte der Bremskraftverstärker defekt sein, oder der Schlauch, womit er am Saugtrakt angeschlossen ist, ist undicht.

Überprüfe mal deine bremsscheibne und bremsklötze

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