Bremsen, auffahren schuld?

4 Antworten

Im ersten Fall musst du, wenn vor dir ein Fahrzeug bei Grün abfährt trotzdem damit rechnen, das diesem die Vorfahrt genommen wird, und dieser, um keinen Unfall zu provozieren bremsen muss. Schließlich hilft es ihm wenig, wenn er auf sein Recht beharrt, um dann einen Totalschaden zu erleiden. Also fordert man auch von dir, das du als 2. anfahrend so viel Platz vor dir lässt, dass auch du dann bremsen kannst.

Im 2. Fall, ist das zwar so eine Rechthaberei, aber da kommt wohl nichts nach.

und im dritten Fall hätte der geschädigte dann eben bremsen, und nicht gegen den Kantstein fahren müssen, also selber schuld.

Zu Frage 1:

Man geht bei einem Auffahrunfall immer davon aus, dass der Auffahrende mindestens ein Mitverschulden trifft, da er nicht genug Sicherheitsabstand gehalten hat. Man hat im Straßenverkehr immer soviel Abstand zu halten, dass man auch bei einer plötzlichen Gefahrenbremsung des Vordermanns noch rechtzeitig zum Stehen kommt.

Sofern A ebenso ein Mitverschulden angerechnet werden sollte, kann er wohl den B in Regress nehmen. Das heißt, etwaige Schadensersatzzahlungen kann A von B zurückfordern.

Also müsste man laut Regel tatsächlich an Ampeln größere Abstände halten? Da bei der Grünphase ja jeder warten müsste bis der Vordermann gute 5m weg ist? 

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@Syroon

Regel ist, bremsen zu können. Da benötigt man beim Anfahren keine 5m. Also nein.

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@Syroon

Naja, eben soviel Abstand, dass man rechtzeitig zum Stehen kommt. An einer roten Ampel steht man ja sowieso, daher ist auch kein riesiger Abstand nötig. Wenn die Ampel dann grün ist, müsste man eben solange mit dem Anfahren warten, bis genügend Sicherheitsabstand zum Vordermann herrscht.

Wie hoch der Sicherheitsabstand sein muss, bemisst sich also immer nach Geschwindigkeit. Je höher die Geschwindikeit, desto mehr Sicherheitsabstand ist nötig.

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@DummheitsFeind

Aber wenn der Vordermann auf einer Autobahn andauernd bremst, müsste man das ja auch, um Abstand zu halten. Aber wenn der Vordermann ja immer mehr bremst, würde man dort ja irgendwann stehen. 

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Gute Fragen.

1. Ohne Beweise, Augenzeugen, DashCam wird die Beweislage zwingend für den Richter so entschieden werden müssen, dass ein Auto C bremsen können muss. Mit Beweisen wird das selbe Urteil ausfallen, jedoch mit verminderter Strafe.

2. Eine Katastrophe aber Realität. Das hintere Auto muss bremsen können. Der Abstand wurde durch das vorgefahrende Auto untragbar gering. Korrekterweise muss das hintere Auto umgehend den Abstand vergrössern. Also vom Gas. Vor Gericht ist das Urteil klar, es muss sich ruhig und defensiv verhalten werden. Nicht auf sein Recht beharren und weiter das Tempo halten weil man ja "zu erst" war. Menschlich ist das ein Graus und ich denke mit einer DashCam hätte man hier gute Chancen bei einem Unfall (sollte das eingefahrene Auto einen Unfall verursachen) sehr begünstig davon zu kommen. Dennoch mit schuldig. In jedem Fall, wenn man nicht umgehend Abstand sucht.

3. Diese Situation ist ohne bildliche Verhältnisse (Abstände) schwer zu entscheiden. Grundsätzlich gilt jedoch, auch wenn jemandem eine Vorfahrt gewährt wird, ist er selber verantwortlich zu entscheiden ob er dieses Angebot annimmt. Der rollende Wagen hat meiner Interpretation nach also keinerlei Schuld. Die anderen Teilnehmer sind für sich verantwortlich und tragen mindestens die Selbstverschuldung. Plus Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer.

Bei Frage 2 und 3 muss ich nachfragen. 

Wenn derjenige der zuerst links ist ausgebremst wird, ist dass nicht auch schon eine Form der Nötigung und Behinderung? In den ersten 1 bis 2 sek ist man relativ dicht aufeinander aber danach bremst Natürlich ab aber wenn der vordermann permanent bremst ist das ja nicht richtig oder? 

Zu Frage 3.

Stell dir ein große C. Kurve vor, in der Mitte ist ein Tunnel. Oben muss warten und unten hat vorfahrt. Unten musste bremsen da der Traktor schon im Tunnel war. Aber ein weiteres Auto gibt Gas und hängt sich an den Traktor,  obwohl er das wartende Auto sehen kann. Das wartende Auto lässt den Traktor und das Auto passieren, deutet aber schon seine Anfahrt an obwohl das Auto was sich hinter den Traktor gesetzt hat noch nicht durch ist. 

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@Syroon

2. Die Frage ist super. Beim Unfall-Fall wird die Polizei (wie beim Handy oder 0.2 Promille) gegen den Verursachen stimmen. Da es aber "nur" eine Behinderung / Nötigung ist, müsste nun ein Kläger her. Als ob man einem den Stinkefinger zeigt (verboten). Der Beweis wäre dann die Dash-Cam die wohl nicht rechtens eingesetzt ist. Also handelt es sich um eine sehr hypotetische Frage. Sollte jemand einen echten Fall kennen bei dem es umgehend eine Busse gab, wäre ich sehr dankbar darum.


3. Jetzt habe ich es verstanden. Also nun meine ich zu sehen, dass "wer sich zu erst im Hindernis befindet hat Vortritt" herauszulesen. Weshalb der "schnelle Nachfahrer" leider seinen Vortritt erzwungen hat und bestenfalls wegen überhöhter Geschwindigkeit gebüsst werden könnte. Ich schätze leider, dass ein Richter dennoch "passives Verhalten" vom wartenden Auto verlangen könnte. Somit eine Teilschuld entsteht.

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@goldengelch

Aber man muss ja einen Sicherheitsabstand halten, wenn der Vordermann also andauernd bremst. Ist das ja garnicht möglich? Im Gegenteil, irgendwann steht man auf der Autobahn ja. 

Zu 3.

Der Tunnel ist ja mit Schildern und haltelinien ausgestattet. Wenn der Traktor nun fast durch ist und der Autofahrer auf sein Recht stimmt, endet Das für ihn ziemlich beschissen. 

Wenn der Autofahrer von oben aber Gas gibt anstatt anzuhalten, verstößt er doch schon gegen das vorfahrtsrecht. Das der andere von unten anfährt ist ja legitim, klar vorausschauend fahren aber nach dem Motto müsste man bei grün erstmal warten bis nirgendwo mehr ein Auto steht oder? Weil was wird der Autofahrer von unten wohl sagen? "ich habe den Traktor passieren lassen. Sonst hätte er mich püriert. Dann fuhr ich an und das Auto raste noch los und fuhr an den Bordstein". 

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