BRD vs. DDR - Kalter Krieg?!

3 Antworten

Hei Produzent, so verwirrend auch deine Äußerung ist: Sicherlich ist es lächerlich anzunehmen, dass Deutschland-West durch den Ankauf von DDR-Kunst die DDR hätte "untergraben" können. Bekannt ist, dass die DDR ihre Kunst-Bestände verkuafte, um an dringend benötigte Devisen zu kommen. Die offizielle DDR-Kunst an sich war in Deutschland-West als "sozialistischer Realismus" eher verschrieen und mithin wenig wert. Ausnahme bildeten die Werke einiger weniger Künstler, die sich dem sozialistischen Kunstverständnis entzogen; andere fanden Anerkennung des (westlichen) Kunstbetriebs im Nachhinein. Ebenfall wie in der vorigen deutschen Diktatur wurde "Kunst", die nicht dem staatlichen "Kunst"-Verständnis versprach, in der DDR diffamiert. Und so. Grüße!

Also, ich kann deine Ausführungen nachvollziehen, aber die BRD kaufte masenhaft inoffizielle Kunst auf und somti hatten die DDR-Künstler eine Existenzbasis und die DDR wurde untergraben.

Ich finde deine Ansätze toll, das habe ich nämlich auch schon gelsen, aber mir stellt sich ja die Frage warum. Ich mein, in welchen anderen Formen gab es denn den Kalten Krieg in der Kunst zw. BRD und DDR?

Aber erstmal danke!

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@Produzent

Nicht die BRD kaufte die Kunst, es waren einzelne Personen die kauften und schmuggelten.

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was meinst Du eigentlich mit Kunst. Bilder, Filme, Musik, Theater... ?

Ich beschränke meine "Studien" ehre auch die Malerei.

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@Produzent

In der Malerei gibt es auch die so genannte Auftragskunst. Die war im Westen nicht sehr verbreitet und beschränkte sich oftmals auf Portraits von Politikern. Im Osten ging es bei den Auftragsarbeiten eher um Themen rund um die wirtschaftliche Situation und Lebensfreude der Bevölkerung der DDR.

Im Westen gab es einen freien Handel und das Mäzenatentum, im Osten eben nicht. Selbst durch den reglementierten Verkauf der Rohstoffe, wie Leinwand und Künstlerfarben, konnte die Produktion von Kunst dort überwacht werden.

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Ich möchte Dich einladen von einem anderen Ansatz auszugehen. Damit wirst Du weiter kommen.

Jeder Mensch will leben und braucht dazu zu essen, trinken, Was zum anziehen, wenn möglich ein Dach über dem Kopf. Und Maler brauchen ihre Utensilien. Logisch.

So. In der DDR wurden nun jene Künstler vom Staat versorgt die den Geschmack der UDSSR abbildeten. Hüben wie Drüben nun saßen in den Regierungen - nun - alte Kriecher mit braunen Wurzeln. Und Hüben wie Drüben waren diese Subjekte stolz auf ihren vorauseilenden Gehorsam. Deshalb verdienten eben jene Maler im Osten gut die diesen Kitsch produzierten. Andere Maler welche anderen Richtungen fröhnten lebten auch gerne mal so am Existenzminimum, aber sie lebten.

In der BRD wurde das us-amerikansiche System übernommen. Sprich: Nachfrage und Angebot bestimmen den Markt. Wer also im Westen einen Menschen begeisterte der zur herrschenden Klasse gehörte war auch fein raus. Alle Anderen waren entweder auf Sozialhilfe angewiesen. Dann konnten sie sich entscheiden entweder zu hungern und zu malen oder zu versuchen satt zu werden und eben nicht zu malen. Oder sie fanden Arbeit und hofften irgendwann Zeit zu finden für ihre Malerei. Spezielle Unterstützung aber fanden unsere Künstler keine.

Nun hast Du von gekaufter Malerei gehört die von Ost nach West wanderte. Das war nicht nur Malerei. Das war allgemein alte Kunst. Die Nazis hatten ja die Juden ausgeraubt und ihre Beutekunst gelagert oder aber in Privaträumen gehabt. Ein Teil davon nun wurde von den Russen gefunden und ein Teil von den anderen Alliierten. Bei den Russen war es einfach. Einen Teil nahmen sie mit und einen Teil ließen sie zurück. Sie führten ordentlich Buch auch noch lange nach dem Krieg weil ja dazu Kunstkenner die richtigen Menschen sind.

Bei den Westalliierten ist heute noch fraglich wo manches Kunstwerk abgeblieben ist.

So. Wir schreiben hier also erst mal nicht von neuer Kunst sondern von alter.

Nun ist noch wesentlich zu wissen dass die DDR die Reparationszahlungen an die UDSSR in großer Höhe geleistet hat. Dadurch ging die DDR am Krückstock. Sie brauchte aber Devisen da die UDSSR auch ganze Fabriken als Schadenersatz abgebaut hatte für unseren Blutrausch.

Hier im Westen nun gab es den Marschall-Plan der besagte wir bekommen sehr viel Unterstützung für den Wiederaufbau. Wir kamen hier also schneller wieder an Geld. Das wusste die DDR. Sie schickte also an mögliche Interessenten Menschen zur Verhandlung. Schwarz, logisch. Also inoffiziell. Im Westen gab es interessierte Menschen. Manche davon hatten schon bald Geld übrig von dem die Steuer Nichts wusste, über das sie also frei verfügen konnten. Und sie waren bereit für die angebotenen Kunstwerke hohe Summen zu zahlen.

Offiziell wussten die Regierenden auf beiden Seiten Nichts. Inoffiziell waren diese Käufe von beiden Seiten gewünscht und gefördert.

So. Quellen. Es gibt dazu Literatur. Das weiß ich vom Deutschlandfunk.Schaue doch mal dort im Archiv von "Andruck - Das Magazin für politische Bildung". Dann gibt es im Netz einige Seiten welche auch auf diesen Teil der zwischenstaatlichen Beziehungen eingehen. Weiter sind diese Verkäufe bzw. Käufe hier und da im Rahmen der Rückforderungsrechte der eigentlichen Besitzer interessant. In dem Themenbereich könntest Du diesbezüglich auch fündig werden.

Wenn Du nun davon träumst dass der Westen sich einbildete auf diese Art den Osten schädigen zu können irrst Du. Auf beiden Seiten waren diese Transaktionen bekannt und geduldet. Auf beiden Seiten gab es jeweils unterschiedliche Interessen die für diese "Wanderungen" sprachen. Dazu gibt es dann tatsächlich einige Literatur. Aber frage mich bloß nicht nach Namen. Hier und da höre ich in Andruck dass auch darauf eingegangen wird.

So. Nun die nach 1945 gemalten Bilder welche in den Westen verkauft wurden. Da konnten die gleichen Interessen wie bei den alten Bildern hinter stecken. Es ist natürlich auch denkbar dass sich Künstler die in der DDR keinen Fuß auf den Boden bekamen, dort nicht als solche anerkannt wurden und also einer anderen Tätigkeit nachzugehen hatten, versuchten an westliche Interessenten zu wenden. Das war aber spätestens seit dem Bau der Mauer so gut wie unmöglich. Und dann stellte sich immer noch die Frage: Wohin mit dem Westgeld für verkaufte Bilder? Wenn es keine politische Duldung gab war es in der DDR bedeutend schwieriger zu Mauscheln als im Westen.

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