BRD Hauptstadt

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10 Antworten

Bonn


Zwei entscheidende Wendepunkte verhalfen der kleinen Stadt am Rhein zu einer einzigartigen Geschichte: 1949 wurde Bonn überraschend zur vorläufigen Hauptstadt gewählt, 1991 beschloss die Regierung zum Entsetzen der Bonner den Umzug nach Berlin. Planet Wissen zeichnet Bonns Hauptstadt-Geschichte nach.


Frankfurt oder Bonn? Das war 1949 die Frage, als nach dem Zweiten Weltkrieg eine provisorische deutsche Hauptstadt gesucht wurde - ein Platzhalter, in dem nur so lange regiert werden sollte, bis sich die politische Lage im besetzten Deutschland verändert hätte und Berlin wieder Hauptstadt werden könnte. Frankfurt, das sich schon seit jeher als heimliche Hauptstadt fühlte und mit seiner Infrastruktur sowie der günstigen Lage am Schnittpunkt der westlichen Besatzungszonen punkten konnte, galt als Favorit. Allerdings befürchteten viele, was Berlins erster Regierender Bürgermeister Ernst Reuter aussprach: "Wenn Frankfurt Hauptstadt wird, wird es Berlin nie wieder".


http://www.planet-wissen.de/laenderleute/nordrheinwestfalen/bonn/index.jsp

Puh, da ist uns ja was erspart geblieben - ich meine Frankfurt - hallo?!

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Die Politiker der frühen Bundesrepublik fürchteten sich vor einem: Die von den Westalliierten befohlene Staatsgründung könne zur dauerhaften Spaltung Deutschlands führen.Deshalb vermieden sie alles, was den Charakter des Dauerhaften, Endgültigen hatte. Deshalb verabschiedete man keine Verfassung, sondern ein "Grundgesetz" als Provisorium, das man auch nicht in einer Volksabstimmung ratifizieren ließ. Als Hauptstadt des neuen Staates wählte man deshalb nicht eine der Metropolen mit Vergangenheit,Frankfurt z.B., Stadt der Kaiserwahl und der Krönungen, oder München oder Hamburg mit hanseatischer Vergangenheit. Bonn erwies sich als das gewünschte Provisorium, klein, am Rande, so recht ein Ort, den man auch nicht mit den repräsentativen Bauten einer wirklichen Hauptstadt ausstatten wollte. Dass das Provisorium 40 Jahre währen würde, ahnte damals niemand. Später richtete man sich dann in Bonn wohnlicher ein, aber schließlich musste es dann Berlin weichen. Das zweite Provisorium, das "Grundgesetz" , ist dagegen immer noch in Kraft.Man wartet wohl, dass uns von Brüssel eine neue Verfassung aufgezwungen wird.

Zur Auswahl standen Frankfurt und Bonn. In Frankfurt war bereits der Wirtschaftsrat, in Bonn tagte der Parlamentarische Rat. Die Mehrheit der Mitglieder des Parlamentarischen Rats waren zunächst für Frankfurt.

Konrad Adenauer, damals Vorsitzender des Parlamentarischen Rats, war als Kölner für das nahegelegene Bonn. Die SPD und Teile der CDU waren für Frankfurt. Adenauer konnte letztlich aber seine Partei hinter sich bringen und es wurde Bonn.

Später wurde bekannt, das Abgeordnete bestochen worden waren, Bonn zu wählen.

Weil man schon damals auf die Wiedervereinigung ausgerichtet war und diese anstrebte. Aus diesem Grund wählte man die politisch relativ unbedeutende Stadt Bonn als Bundeshauptstadt, denn diese würde nie Berlin den Rang ablaufen können und evtl. Proteste würden sich in Grenzen halten. Diese Gefahr sah man bei Großstädten wie Köln, Hamburg, Frankfurt etc. viel eher gegeben.

Die Politiker der 1. Stunde waren viel intelligenter, als die gesamten Märchenerzähler, die sich heute in Berlin tummeln und intensiv bemüht sind, alles was diese Politiker aufgebaut haben, konsequent zu ruinieren. Ein Konrad Adenauer rotiert wahrscheinlich, samt seinem 1. Finanzminister (der hatte keine Schulden!) im Grab.

Du hast so Recht! ;-)

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Aus diesem Grund wählte man die politisch relativ unbedeutende Stadt Bonn als Bundeshauptstadt

Und weil Adenauer in der Nähe wohnte. Hört sich komisch an, was aber so. Der alte Fuchs hat das recht geschickt eingefädelt.

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Nach dem Wahnsinn und dem Größenwahn des dritten Reiches und des 2. Weltkrieges wollte Deutschland sich klein und bedeckt halten und dazu passte eine hübsche Kleinstadt mit Bezug zur alten deutschen Kultur (Bonn ist nebenbei Beethovens Geburtstadt) besser als Köln oder Hamburg. Die echte deutsche Hauptstadt wäre meiner Meinung nach aber ohnehin Frankfurt am Main, weil dort bis ca. 1870 (weiß nicht so genau) die erste deutsche,demokratische Institution, nämlich der Bundestag ihren Sitz hatte. Im Gegensatz zum Berliner Reichstag, der erst später entstand.

Ach und noch was: Adenauer, der erste Bundeskanzler hatte sich für die Abstimmung angeblich noch einige Stimmen gekauft, sonst wäre es wohl tatsächlich Frankfurt geworden und er war Rheinländer, also irgendwie aus der Ecke von Bonn.

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Ich bin zwar ein Österreicher, aber Bonn is noch halbwegs eine zentrale, neutrale Stadt. München??? nööö, die Bayern, da hätten die Nordstaaten was gegen (bin zwar dort geboren) - aber die Münchner des geht goanet. Hamburg is wieder das genaue Gegenteil. Joo, Köln wär sicher toleriert worden, aber is Köln net eh in da Nähe von Bonn??? pfiat di

Jo. Und Köln mit dem Dom, so neutral war das auch nie und es sollte doch ein säkularer Staat werden. Von städtebaulichen Aspekten mal abgesehen. Und der Klüngel. Pfiat di a

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@dawala

tschüßikowski, säkaler Staat? Klüngel? ist das afrikanisch?

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Wenn es Köln geworden wäre, hätte sich doch nur Westerwelle gefreut, oder?

Nur an einer Stelle findet die beschauliche Kleinheit Bonns bei den Antworten Erwähnung, die wohl neben den genannten Gründen und dem Umstand, dass Adenauer als Rheinländer schon als Kölner Oberbürgermeister in den 1920er Jahren für eine enge Bindung nach Westen hin eintrat und Köln in der Nähe lag, eine sehr gewichtige Rolle spielte. In Bonn würde man in Ruhe Politik machen können und nicht durch ständige Massendemonstrationen und mögliche Krawalle an der Durchsetzung auch unpopulärer Entscheidungen be- oder gar gehindert werden. Dieses Kalkül ging auf. Im Bonner Hofgarten fand tatsächlich nur eine Großdemonstration gegen die Nato-Nachrüstung im Jahre 1981 statt. Ansonsten blieben Regierung und Opposition in der beschaulichen Kleinstadt relativ ungestört.

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