Braucht man eine Überweisung zum Psychologen?

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6 Antworten

In Deutschland braucht es eine Überweisung vom Hausarzt und was man sagt? Am besten, so wie es ist

Eine Überweisung zu einem Psychologen gibt es nicht. Wenn, dann kann ein Arzt nur zu einem Psychotherapeuten überweisen, ob der dann Ärztlicher, Psychologischer oder Kinder- und Jugendlichentherapeut ist, ist dann grundsätzlich egal.

Eine Überweisung ist nur erforderlich, wenn du in einem Hausarztmodell versichert bist oder die Krankenkasse aus anderen Gründen eine Kostenübernahme bei einem Facharzt oder Psychotherapeuten von der Vorlage einer Überweisung abhängig macht. Sofern dies nicht der Fall ist, benötigst du keine Überweisung.

Zu überlegen ist aber, zunächst einen Facharzt (psychiatrie/Kinder- und Jugendpsychiatrie) aufzusuchen. Gerade bei Essstörungen kann es nämlich empfehlenswert sein, eine Therapie stationär oder in einer Ambulanz einer Fachklinik oder Fachstelle zu beginnen und eine ambulante Einzeltherapie bei einem Psychotherapeuten später anzuschließen. Oft hilft das auch, die sehr langen Wartezeiten sinnvoll zu überbrücken. Diese Überlegungen kann ein Facharzt mit dir anstellen.

Auch wenn es noch so oft anders wiederholt wird: Nein, seit Jahresbeginn braucht man keine Überweisung zum Psychotherapeuten mehr!! (Das ist eine verbindliche Auskunft, ich bin selbst Psychotherapeut.) Du kannst Dich im Prinzip direkt anmelden bzw. um einen Platz bemühen, was nicht so einfach ist, weil fast überall Therapeutenmangel herrscht. Zum Hausarzt müsstest Du allerdings danach, wenn eine Therapie begonnen werden soll.

Ob Deine Eltern davon erfahren, hängt von Deinem Alter ab: Ab 16 kannst Du selbst entscheiden und Deine Eltern müssen davon nichts erfahren.

Wenn du selber angeblich ein Psychotherapeut bist, solltest du den Unterschied zwischen Psycholgen und Therapeuten kennen. Der eine ist ein Arzt- der andere nicht. Und zu einer Psychotherapie benötigt man sehr wohl eine Überweisung.

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Hier nochmal als eigene Antwort, auch an KittyCat, da sich bei mir die Kommentarfunktion aktuell nicht öffnet: Nein, es braucht keine Überweisung zum Psychotherapeuten (zum Psychologen sowieso nicht, dieser kann nicht über die Kasse behandeln). Das war schon früher so, allerdings war sie seinerzeit notwendig, wenn man die Praxisgebühr sich sparen wollte. Das hängt v.a. mit dem sog. "Erstzugangsrecht" zum Psychotherapeuten zusammen. Man kann also da hingehen wie zum Hausarzt, nämlich ohne Überweisung. An KittyCat: Wenn Du das nicht glaubst, erkündige Dich bei der Kassenärztlichen Vereinigung, ok? Ich behandle jeden Tag meine Patienten so ...

  1. du brauchst eine Überweisung
  2. du erzählst deinem Hausarzt dein Problem und fragst nach einer Überweisung.
  3. Du erzählst ihm einfach warum du da bist den rest fragt er dich
  4. deine Eltern erfahren davon, wenn du minderjährig bist. Denn der Psychologe braucht die Unterschrift deiner Eltern und wird sich auch mit deinen Eltern unterhalten wollen

Die ärztliche Schweigepflicht gilt auch bei minderjährigen Patienten.

Voraussetzung ist, dass der Patient die Reife und Einsichtsfähigkeit zeigt, um Entscheidungen selbst zu treffen. Hierzu gibt es sogar ein Gerichtsurteil:

http://m.t-online.de/index.html#article?id=19773086

Ja hole dir diese Überweisung u bitte den Arzt um eine akutintervention. Damit du schneller an Termine kommst. Wartelisten können paar Monate dauern.

Und kein Arzt redet mit deinen Eltern ohne deine Einwilligung!

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