Braucht Deutschland ein Bildungssystem wie China um wieder führend zu werden?


29.07.2021, 19:01

Keine Genderdebatten mehr, lineare Algebra ist angesagt.

Das Ergebnis basiert auf 19 Abstimmungen

Bin nicht dafür 79%
Bin dafür 21%

13 Antworten

Bin nicht dafür

Das chinesische Bildungssystem ist hochgradig einseitig und ineffizient.

Ausbildungsberufe sind in der Leistungsgesellschaft der VC unter dem Sozialismus chinesischer Prägung vollkommen vernachlässigt; die Schüler*innen werden jahrelang darauf gedrillt, bis spät in die Nacht sich für die große Prüfung, die ihre Zukunft entscheidet, die Gaokao, um einen Uniplatz zu erhalten, vorzubereiten. Noten werden in Schulen öffentlich ausgehängt, damit Eltern sehen können, welche Ergebnisse ihre Kinder erzielen. Das hat zur Folge, dass vollkommen am Bedarf vorbei gelehrt wird; alle sind bestrebt, zu studieren, sodass Ausbildungsberufe auf der Strecke bleiben.

Der damit einhergehende Stress hat nachweislich unglaublich schädliche Auswirkungen auf die Psyche von Heranwachsenden, weswegen viele Eltern in China auch ein Ende der Gaokao und dem perversen Wettbewerbskonzept im Bildungssystem sich wünschen. Dass Bildung auch mit Interessen und mit Freude am Lernen zusammenhängt, ist in der VC kaum verankert. Man interessiert sich nur, den "chinesischen Traum" durch seine Arbeit voranzutreiben; Individualismus ist hier störend.

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Woher ich das weiß:Beruf – Externe Lehrkraft an einer Grundschule
Bin nicht dafür

Lass das mal nicht machen...

Ich würde es deutlich präferieren, wenn wir uns ein Beispiel an den Bildungssystemen in den skandinavischen Ländern nehmen würden. Wo die stehen, ist auch hinlänglich bekannt, nur begehen deren Schüler nicht laufend Selbstmord. :-)

Bin nicht dafür

Pisa ist so ne Sache. Die Deutschen sind blöd genug, um die entsprechenden Formulare korrekt auszufüllen. Die anderen Länder lügen sich und den anderen was in die Tasche und freuen sich über bessere Platzierungen. Im Grunde sind aber viele Länder schlechter aufgestellt, wenn es um die Leistung der Schüler geht.

Allerdings ist in Deutschland die Leistungsbereitschaft der Schüler auch dramatisch gesunken, weil der Anreiz fehlt. Wozu was lernen, wenn ich später eh Kohle krieg? In anderen Ländern hat sich das rumgesprochen, dass man schon in der Schule was leisten muss, um später auch gute Chancen zu haben.

Interessante Sichtweise. Hast du einen Beleg?

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@Hinkelsteiner

Für 1: Schüler, die in Ländern einen Schüleraustausch machten, deren Pisa-Ergebnis deutlich über dem von D liegt - und dann eine Klasse nach oben gestuft wurden, weil ihre Leistungen deutlich über denen lagen, die gleichaltrige Einheimische haben.

Für 2: a) Bewerbungen von Schulabgängern im eigenen Unternehmen. b) Beobachtungen im eigenen Umfeld. c) Fragen hier auf GF

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Bin nicht dafür

Aber trotzdem wäre es gut und wichtig, wenn Mathe an deutschen Schulen viel besser, viel effizienter und viel mehr unterrichtet würde.

Wenn deutsche Schüler bereits in der Schule viel besser vorbereitet würden auf die Mathe-Anforderungen in den meisten zukunftssicheren Studiengängen und Berufen, dann würden die viel zu hohen Abbrecher- bzw. Versager-Quoten deutlich sinken.

Irgendeine Lösung muss es auf jeden Fall geben. So, wie es ist, kann es nicht bleiben. Der gute Wille der letzten beiden Jahrzehnte hat auf jeden Fall nichts gebracht außer dramatischem Abstieg. Entweder wir bekommen das in den Griff oder China wird uns langfristig ökonomisch übernehmen und dann selbst seine Standards bei uns durchsetzen.

Wenn die Chinesen kommen, geht's richtig zur sache (endlich), Schluss mit Gendern und Regenbogen, dann ist man Humankapital.

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