Brauche ich Genehmigung von Vermieter für Sperrriegelschloss bei meiner Haustür, Fensterschlösser, Pilzzapfen?

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

zu 1.)
Selbstverständlich brauchst Du eine Genehmigung und der Vermieter darf die Genehmigung auch verweigern. Was andere Mieter angebracht haben, braucht ihn nicht zu interessieren. Jedenfalls nicht in Bezug auf Deinen Wunsch. Aber warum sollte er das verweigern? Gäbe es einen Grund dafür?
zu 2.)
Beim späteren Auszug gilt, dass Du die von Dir montierten Teile wieder abbauen darfst oder sogar musst und den Zustand wieder so herstellen musst, als wenn nie was montiert gewesen wäre. Falls Du aber keine weitere Verwendung für die Teile hast, weil die neue Wohnung vielleicht schon ausgestattet ist und Du aber auch die Arbeit und Aufwand ersparen willst, kannst Du nach Absprache mit dem Vermieter die Teile ihm aber auch überlassen. Falls Du an Ablöse denkst dafür, könnte es sein, dass Du auf einen großherzigen Vermieter triffst, der Dir noch ein paar Euro zahlt, aber im Normall wird Dir keiner mehr was dafür geben.
Vorab wirst Du wohl kaum einen Vermieter treffen, der mit Dir eine Vereinbarung trifft, die gilt, wenn Du mal ausziehst. Jetzt geht es Dir schließlich um Deine eigene Sicherheit und dafür ist der Vermieter nur bedingt verantwortlich.

Feuerrettungsleiter:
Diese war doch bestimmt schon da, als Du eingezogen bist. Du hast also eine Wohnung gemietet, die eine Einschränkung hat, nämlich, dass der Balkon auch für andere von außen erreichbar ist, auch wenn das nur für den Notfall gedacht ist.

Da bist Du übrigens in Gesellschaft mit vielen Millionen in Deutschland, die entweder eine EG-Wohnung, eine Hochparterrewohnung oder eine Wohnung haben, deren Balkon leicht zugänglich ist, z. B. über eine Anlegeleiter. Dass die Feuerrettungsleiter bei Dir im zweiten Stock endet, liegt schlicht daran, dass Eure Feuerwehr selbst über Rettungsleitern verfügt, die normalerweise sicher bis zum zweiten Stock aller Häuser in Eurer Stadt reichen. Eine Rettung wäre also im Brandfall nicht über Deine Wohnung, sondern über die Leiter der Feuerwehr vorgesehen.

D. h. ich kann bei Abwesenheit oder nachts nicht die Balkontür offen oder das Fenster offen / gekippt lassen.

Bei Abwesenheit darf man das sowieso nie, egal in welcher Etage man wohnt, denn gekipptes Fenster = offenes Fenster. Nachts geht es Dir wie vielen anderen auch, entweder Du gehst ein ungewisses Risiko ein oder Du machst zu und bist dennoch nicht vor Einbrechern sicher, die z. B: die Balkontür einschlagen oder aufbrechen.

zu 3.:
Ob Du solche Schlösser anbringen darfst, bzw. überhaupt kannst, dafür gilt das gleiche, wie für den Sperrriegel. Du darfst aber dennoch keinesfalls während Deiner Abwesenheit ein Fenster gekippt lassen.

Gekipptes Fenster = Offenes Fenster und auch wenn ein Einbrecher deswegen nur versucht, es aufzubrechen und dabei Schaden anrichtet, kann es Probleme mit der Versicherung geben und Du müßtest ggf. für den Schaden am Fenster aufkommen. Nachts bei Deiner Anwesenheit ist das aber kein Problem.

Guten Gewissens während Deiner Abwesenheit "sicher" lüften?

Das funktioniert überhaupt nicht! Kippen ist nicht lüften. Es ist schlicht Auskühlen und entsprechend der Beschreibung Deiner Wohnung beschwörst Du Schimmelgefahr damit geradezu herauf. Guten Gewissens lüften geht nur über Stoßlüften. Morgens und ggf. abends Fenster für mehrere Minuten ganz auf und dann wieder ganz zu machen.

Dass ein Einbrecher, der leichten Zugang zu einer der oberen Wohnungen hat, anschließend über den Balkon zu Deiner Wohnung kommt, ist doch schon sehr weit hergeholt. Einbrecher haben in der Regel nur sehr wenig Zeit und auf ein unbekanntes Abenteuer über irgendwelche Feuerleitern, wo sie ggf. schon von weitem gesehen werden, lassen sie sich nur ein, wenn sie ganz gezielt vorgehen wollen und das Risiko abschätzen können.

Daraus eine Verpflichtung für den Vermeiter ableiten, geht überhaupt nicht. Wenn sich der Vermieter freiwillig beteiligt, ok, aber ich würde Dich fragen, ob es nicht besser wäre, wenn Du Dir eine Wohnung in einem Hochsicherheitstrakt mieten würdest. Kostet ein wenig mehr, aber nur Dich als Mieter, nicht mich als Vermieter.

Zudem nervt mich, dass ich meinen kleinen Balkon kaum nutzen bzw. möblieren kann z.B mit Pfanzwannen und Tisch/Stühle.

Du musst die Einschränkung hinnehmen, denn sie war Dir bei der Anmietung der Wohnung bekannt. Kaum vorstellbar, dass der Vermieter die Leiter für die Besichtigung weggeräumt hat. Du hast also eine Wohnung gemietet, deren Balkon nur eingeschränkt genutzt werden kann und Du hast sie trotzdem gemietet.

Grundsätzlich ist es so, dass Dein Sicherheitsbedürfnis offenbar weit über das der meisten anderen Menschen hier im Land hinaus geht und Du hast den großen Fehler gemacht, eine Wohnung in einem Haus zu mieten, das nicht Deinen Vorstellungen entsprechend gegen Einbruchsgefahr gesichert ist. Wie Du es beschreibst, sind aber die normalen Sicherheitsvorkehrungen, wie sie gängig sind und zumindest den Mindestanforderungen entsprechen, auch wirklich vorhanden. Also gibt es keinen Mangel, an dessen Behebung sich der Vermieter irgendwie beteiligen müßte.

bwhoch2 28.11.2016, 18:58

Danke für die Auszeichnung.

0

Das mit den Schlössern, so lange von innen angebracht und keine baulichen Veränderungen dazu nötig sind, kann der Vermieter nicht untersagen bzw. ist dazu seine Zustimmung nicht nötig.

Das mitten auf deinem Balkon diese Feuerleiter ist war dir ja bei Mietbeginn bekannt.

Balkone dürfen höchstens zu 50 % der Grundfläche zur Wohnfläche gerechnet werden.

Dauerlüften per Kipp ist übrigens kein bzw. die schlechteste Art zu lüften.

bwhoch2 25.11.2016, 13:43

Schösser von innen angebracht, bedeutet normalerweise, dass die Fensterflügel und ggf. auch die Rahmenangebohrt werden müssen. Bei der Wohnungstür genauso. Macht man sie irgendwann wieder weg, bleiben Beschädigungen zurück, die der Vermieter nicht hinnehmen muss. Deshalb unbedingt nach der Genehmigung fragen, diese geben lassen und auch auf mögliche Beschädigungen hinweisen.

1

Was möchtest Du wissen?