Brauche hilfe über die Religion taoismus und konfuzianismus!

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3 Antworten

Taoismus oder Daoismus kann sowohl eine Religion als auch eine Philosophie sein. Die eigentliche Stifterfigur Laotse oder Laodsi (oder ähnlich aus dem Chinesischen umgeschrieben) ist eine legendarische Figur, Laotse kann gelebt haben, es ist aber auch möglich, daß er nicht gelebt hat. In der Lehre geht es darum, die Welt und das Dasein in ihr anhand der Beobachtung der Welt zu verstehen und sich ihrem Wirken oder ihren Gesetzen nicht in den Weg zu stellen, sondern seine Persönlichkeit so zu schulen, daß sie sich in die Welt einfügt. Wird der Taoismus als Religion verstanden, so arbeitet ein Taoist an sich selbst, indem er seine Lebenshaltung und seinen Geist so kultiviert und schult, daß er bereit ist, nach seinem Tod in etwas einzugehen, daß man als das All-Eine oder das kosmische Einssein bezeichnen könnte. Dieser Glaube oder diese Philosophie ist in China entstanden und gilt dort als die eigene Religion, während der Buddhismus "importiert" ist.

Im Gegensatz dazu lehrt der Buddhismus, den Geist zu schulen und zu üben, so daß man mittels Meditation und richtiger innerer Einstellung fähig wird, in diesem Leben die Erleuchtung und danach das Nirvana zu erreichen, eine Art Aufgehen in etwas, das nicht näher bestimmt werden kann, aber einen Zustand von Befreitsein von allem Leidvollen darstellt.

Als Volksreligion beinhaltet der Taoismus - wie der tibetische Buddhismus auch - das Erbe früherer schamanistischer Religionen und ist durchsetzt mit magischen Praktiken. (Im eigentlichen Buddhismus werden solche Praktiken als unwirksam und überflüssig betrachtet.)

Der Konfuzianismus beschäftigt sich vor allem mit Fragen der Ethik und der Beziehungen unter Menschen, mit Gesellschaftsordnungen und Politik. Er ist mehr auf das Diesseits ausgerichtet als auf spirituelle Praxis, die auch einem Fortleben nach dem Tod dienen sollen. Religiöse Verehrung genießt der Stifter, der eine historische Person ist, und seine Schüler. Teil des konfuzianischen Denkens in China und Korea ist die Ahnenverehrung, die aus älteren religiösen Traditionen stammt und problemlos integriert wird.

Der Buddhismus beschäftigt sich - wenn überhaupt - nur am Rande mit politischen oder gesellschaftlichen Fragen. Für die optimale Praxis wird der Rückzug aus der Gesellschaft angeboten, nämlich der Eintritt in den Mönchs- oder Nonnenorden. Der Buddhismus ist vielmehr eine Schule des Geistes als der praktischen, alltäglichen Lebensführung, wenn man einmal von Grundgeboten absieht.

Ob man alle drei Lehren als Religionen bezeichnen kann oder soll, wird immer wieder diskutiert; wahrscheinlich läßt sich das nicht einfach so beantworten mit unserem Blick aus der westlichen Kultur. In Ostasien sieht man diesen Bereich der Gesellschaft etwas anders und übt auch Religionen vor einem anderen Hintergrund aus.

dankeschön =)

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Hallo, eine gute Antwort :) Bei zwei Punkten stimme ich aber nicht zu.

Erstens, selbst wenn es Lautse gegeben hat, würde ich ihn nicht als Stifter bezeichnen. Die Leute haben später seinen Schrift Daodejing aufgegriffen, aber das Buch an sich handelt in erster Linie um Philosophie. Für mich ist das Buch so wenig religiös wie die Werke Platons (man beachte: Platon wurde von manchen Leuten im antiken Griechenland auch vergöttert (im wörtlichen Sinne)).

Zweitens ist mir das kosmische Einssein neu. Diesen Aspekt gibt's wohl schon, da Meditation und somit auch mystische Elemente eine Rolle spielen im Taoismus. Aber so wie ich es kenne, spielt "Xian" eine große Rolle im Taoismus. Xian bezeichnet Unsterbliche mit besonderen Kräften. Und in vielen (historischen) Schulen des Taoismus geht es darum, eben solche Unsterbliche zu werden. http://de.wikipedia.org/wiki/Xian_(Mythologie) Jedenfalls taucht Xian im Werk von Zhuangzi auf.

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@TeeEi

O.k., TeeEi, darüber kann man natürlich lang und breit diskutieren. Das wäre auch sicher interessant, weil es so viele verschiedene Aspekte zu berücksichtigen gilt und man eigentlich Ostasien-Experte sein müßte. Ich wollte jetzt aber keine Doktorarbeit draus machen. g Gruß, q.

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Von der Theorie her sehe ich ähnlich wie Kampy, ich sehe Konfuzianismus und auch Taoismus nicht als Religion. Ich denke, das religiöse daran kommt vor allem vom Ahnenkult bzw. -Verehrung. Man betet sozusagen Konfuzius auch am Altar an, aber es ist nicht die wirklich gleiche Anbetung zu einer Gottheit. Es gibt sonst noch einige größere und kleinere Gottheiten, die sich irgendwie unter Taoismus einordnen. Ich denke, man kann sie in einigen Hinsichten mit der Heiligenverehrung der Katholiken vergleichen - von der Praxis her.

Unterschied zum Buddhismus? Jede Menge, fast alles eigentlich. Was ist da unklar?

Also Konfuzionismus ist mehr sowas wie ein Verhaltenskodex, eine Harmonielehre. Es ist mehr im Grenzbereich der Religion. Ich selbst sehe Konfuzionismus nicht als Religion im engen Sinne. Mit dem Taoismus kenne ich mich nicht aus, aber hast du mal bei Wikipedia geguckt?

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