Brauche dringend Rat von Allen , die sich mit Demenz auskennen und/oder findig im Aufspüren hilfreic

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12 Antworten

Nach meinen Recherchen sollen doch Alltagsbegleiter auch bei der Aufklärung der Angehörigen über den Umgang mit Demenz, Parkinson und Schlaganfall helfen und beim Fragen zur Vorsorgevollmacht, Pflegevollmacht die Angehörigen unterstützen (!?)

Unter diesen Umständen verstehe ich nicht, warum man dir die Kontaktaufnahme mit dem/den Angehörigen verbieten können sollte!??

http://haus-aja.de/fileadmin/websites/haus-aja.de/download/farbe_bekennen.pdf

Hochschule Vechta - Studiengang Interdisziplinäre Gerontologie - Semesterarbeit Sommer 03 Jan Zerbe, Homburger Landstrasse 909, 60437 Frankfurt/Main

da ist u. a. auch eine Tabelle drin, wie die verschiedenen Farben empfunden werden, u. a. :

Schwarz lochartig bis drückend, lastend, begrabend verlieshaft, substanzfern abstrakt, vertiefend befremdend (Vor hellem Hintergrund: Informationsträger)

und eine Abhandlung über Schwarz, die so beginnt:

Schwarz: Schwarz verkörpert Endgültigkeit, Absolutheit, Ernst und Tod. Mit Schwarz ist nicht zu spassen. Viele zur Nekrophilie neigende Menschen kleiden sich nur in Schwarz und erteilen damit eine Absage an alles Positive, ein unbedingtes Nein zur Entfaltung.

aber zum "schwarzes Loch - Effekt" finde ich dort nichts.

aber es gab mal eine Frage, die darauf schließen lässt, dass in Altersheimen mit dem Effekt gearbeitet wird:

Warum klebt auf zwei Etagen eines Gummersbacher Altenheims ein schwarzes Quadrat auf dem Fußboden?? >>>

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Kommentar von koch234
14.10.2011, 00:15

hier noch was "offizielleres": http://www.dgsgb.de/downloads/band%206.pdf

Seite 18 wird auf schwarze Löcher als Wegehindernis eingegangen, dass sie zu vermeiden sind (der Text ist kopiergeschützt, läßt sich aber wohl ausdrucken)

von der

Deutsche Gesellschaft für seelische Gesundheit bei Menschen mit geistiger Behinderung

auf deren Seiten dgsgb . de könntest du ja noch mal kucken, ob es dazu noch mehr gibt?

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Hallo veritas55,

Zuerst möchte ich dir einmal sagen, dass ich es unglaublich beeindruckend finde, mit welcher Hingabe und welchem Interesse du dieser Ausbildung nachgehst. Es gibt leider Gottes nicht viele gute Altenheime und wahrscheinlich noch weniger kompetentes und einfühlsames Personal. Es ist nun mal in diesen Land, wo die Alten nicht so geehrt werden wie in anderen Ländern, alles eine Frage des Geldes und der Zeit.

Ich selbst kann dir in dem Bereich leider nicht mit fundiertem Wissen dienen, aber ich kann zum einen sagen, dass meine Mutter (mittlerweile Rentnerin) 35 Jahre lange hingebungsvoll als Altenpflegerin gearbeitet hat (zwischendurch auch selbständig war, weil sie in manchen Punkten ähnliche Proleme hatte wie du) und mir mal von demselben Phänomen berichtet hat. Auch sie hat immer versucht darauf zu achten schwarze Gegenstände abzudecken oder zu verschönern.

Ich weiß, es ist keine große Hilfe, aber weil mich deine Frage interessiert und ich gern helfen möchte, werde ich noch mal etwas googlen, vielleicht werde ich fündig.

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg morgen:-)

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Kommentar von veritas55
13.10.2011, 22:15

Danke - es wäre toll wenn du was findest !

Wenn deine Mutter schon wußte, dass schwarze Gegenstände beängstigend wirken, dann können kann diese Erkenntnis ja gar nicht so neu sein - aber ich brauche das schwarz auf weiß, sonst habe ich einen schweren Stand morgen und die betroffene Bewohnerin muss darunter leiden wenn ich mich nicht durchsetzen kann.

Ich habe selber den allergrößten Respekt vor der Arbeit der Pflegekräfte - es ist unglaublich beeindruckend was die leisten, dazu bei einem unbeschreiblichen Stress weil sie ständig unter Zeitdruck stehen. Deshalb ist es verständlich, dass sie sich nicht über jede "Kleinigkeit" Gedanken machen können. Trotzdem darf es nicht so weit kommen, dass sie durch ihre harte Arbeit dermaßen abstumpfen, dass sie überhaupt nicht mehr nachdenken wollen !

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Hallo ! Es ist noch früh am Morgen und ich habe eben Ihren / Deinen Bericht gelesen und bin echt schockiert!!! Ich bin auch Betreuerin §87b, zur Zeit aber leider krank geschrieben. Ich hätte genauso wie Sie reagiert und den Fernseher abgehängt, denn wenn man auch als " noramler " Mensch ewig vor eine schwarze Mattscheibe gucken muss, ist das nicht gerade positiv für die Gedanken. Bei dementen Personen spielen sich andere Gedanken ab....was wird ganz groß geschrieben, gerade im Umgang mit Demenzkranken??? Empathie !!!!! Das scheint aber selbst in dem " humanen " 'Pflegeheim in diesem Fall nicht zuzutreffen !!!! Warum unterbindet man eine Erleichterung für einen alten, hilflosen Menschen, der sich im Grunde genommen nicht wehren kann? WEN stört die Decke denn? Die Dame bestimmt nicht !!!! Auch das Sie / Du das Gespräch mit dem Sohn gesucht hast, finde ich richtig !!!!! Zumal der auch noch dankbar dafür ist ( das ist ja wohl ein Zeichen dafür, daß er ansonsten KEIN Gehör bei dem Personal findet !!!! ). Hast Du / Sie Mal gefragt, warum er strikt untersagt ist, sich mit den Angehörigen zu unterhalten? Deine Kolleginnen sollten doch froh sein, daß sie Jemand unterstützt bei Sachen, bei denen sie sowieso leider überfordert sind ( Pflegerinnen werden ja immer mehr Aufgaben übertragen und die alle zu bewältigen ist doch unmöglich !!! Danke der Politik in unserem Lande ) Haben die Kolleginnen den auch diese Zusatzausbildung???? Wenn Du / sie die Ausbildung hast, bist Du im Umgang mit Demenzkranken qualifizierter und das sollte man zur Kenntnis nehmen!!! Du willst ja Niemanden schaden und mit Deinm Handeln tust Du / Sie das mit Sicherheit nicht !!!! Würde mich echt interessieren, wie die Fallbesprechnung gelaufen ist. Falls es negative Konsequenzen hat, würde ich versuchen, mit einer Person zu sprechen, die ÜBER den Kolleginnen steht. viel Glück und Erfolg dabei !!! Viele Grüße S.

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Kommentar von veritas55
14.10.2011, 22:55

Hallo Sylvi, - schön, dass auch noch die Meinung einer Kollegin dazukommt - du sprichst mir aus der Seele: WEN stört´s... und WARUM ? Das ganze Trara ist so überflüssig wie ein Kropf und kostet nur unnötig Zeit und Power !!!

Die Fallbesprechung wurde auf nächste Woche vertagt weil ich heute Nachmittagsschicht hatte und da war es dann angeblich nicht mehr möglich über das Thema zu reden.

Heute hatte ich einen Kalender mit großen Fotos (Wege zum Träumen) dabei - exakt so groß wie der schwarze Kasten ;) Wir haben uns die Bilder zusammen angesehen und das, was ihr ein "schön" entlockt hat habe ich über die Glotze gehängt. Just in dem Moment kam eine Pflegerin rein, die immer am allerfreundlichsten zu mir ist (was ich naiverweise bislang für Sympathie gehalten hatte) - ich erklärte ihr, dass das Bild doch schon an sich freundlicher wirkt als der schwarze Kasten und unser Dialog war bemerkenswert:

sie: - aber ich finde den Fernseher sehr schön, der ist ganz neu und warum soll sich die Frau X nicht darüber freuen dürfen ...

ich: - weil ihr das spiegelnde Schwarz möglicherweise zusätzlich Angst macht

sie: - die hat keine Angst, das wüßten wir doch wohl besser...

ich: - sie hat mir selber mehrmals gesagt, dass sie Angst hat, - schon bevor sie das Gerät gekriegt hat

sie: - dann hat sie eben immer Angst, da kann man dann nichts gegen machen und da ändert der Fernseher auch nichts dran

ich: - aber wenn sie sowieso schon Angst hast, dann kann der Anblick die noch verschlimmern - muss nicht, aber kann - und das ist doch Grund genug um sie davor zu schützen - WEN stört das Waldbild denn ???

sie:- da sag ich jetzt nichts mehr zu ---- weg war sie :/

Ich finde, da läßt sich eine Menge zwischen den Zeilen lesen - denn so dumm kann doch eigentlich kein Mensch sein, oder täusche ich mich da ?

Bislang war ich immer total froh, auf unserer Station mit allen gut klarzukommen und nicht, wie meine Kollegin eine Etage tiefer von der Pflege gemobbt zu werden. Die meisten bei uns sind wirklich lieb und nett - vor allem nicht so übertrieben wie die zitierte Madame, ;)

Irgendwie kann ich mir aber auch vorstellen, dass manche aus der Pflege einen gewissen Neid auf unsere Arbeit empfinden, denn wir haben das Privileg all das zu tun wozu sie selber vor lauter Betten beziehen und Doku schreiben keine Zeit haben. Wenn sie mit dem Windeln wechseln fertig sind kommen wir und übernehmen die angenehmen Beschäftigungen - das löst sicher bei einigen Frust aus, denn sie machen die Knochenarbeit und wir setzen uns gemütlich ans Bett und wollen ihnen dann auch noch was erzählen zu den Bewohnern...- was sie vielleicht gar nicht hören wollen, denn dass die alte Frau, um die es hier geht unter permanenten Angstzuständen leidet ist schon alleine an ihrer Körpersprache unübersehbar wenn man nur hinsieht. Und wenn ich das von ihr gesagt bekomme, dann nur deshalb, weil ich die Zeit habe genauer hinzuhören - welche die Pflege eben leider nicht hat.

Bis alle von der Pflege akzeptieren können, dass unsere Arbeit auch ihren Sinn und ihre Berechtigung hat wird wohl noch eine Menge Überzeugungsarbeit zu leisten sein - in einem Pflegeforum wurden wir doch glatt als die "Bespaßer" abqualifiziert - oder "Pausenfüller" ist auch so eine nette Bezeichnung, die an meinem Selbstverständnis gründlich vorbeigeht - erst wo der individuelle Bezug zu jedem einzelnen Bewohner beginnt wird das was wir tun sinnvoll. Der Spruch: die Dokumentation ist wichtiger als der Bewohner ! wurde sogar von einer anderen Betreuerin losgelassen und das war NICHT ironisch gemeint !

Daran siehst du, wie viele Hürden mir noch bevorstehen ...;)

Ich hoffe, du bist bald wieder gesund und hast nicht solche Dumpfbacken an deinem Arbeitsplatz - aber die gibt es sicher überall, oder ?

Liebe Grüße von veritas

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Hallo Veritas 55, ich denke es handelt sich hier um ein zwischenmenschliches Problem und hier bedarf es ein Coaching von einer Person, die nicht aus dem Unternehmen ist. Das Problem ist nicht der Fernseher und der Kontakt zu den Angehörigen. Gerade die Betreuungskräfte sind auf die Aussagen von Angehörigen angewiesen, um professionelle Ergebnisse zu erzielen.

Viele Grüße Demenzpm

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bist du denn in diesem besagten Altersheim als Altenbegleiterin eingesetzt ,oder kommst du von außen in die Einrichtung.? vielleicht könnte man den Fernseher etwas weniger präsent in dem Raum unterbringen, oder ganz weg . Versuche eher mal rauszukriegen , was die demenzerkrankte vorher so gemocht hat , z. Bsp. an Musik oder an Düften usw. kann man ihr eher ein Duftlämpchen aufstellen als immer nur glotze. Versuche noch Eckpunkte aus ihrem Leben zu aktivieren wie alte Photos gemeinsam anschauen, oder zusammen singen , das musikalische Gedächtnis "vergeht" zuletzt! schreib einfach nochmal eine Fortsetzung , dann kommen auch aus mir noch mehr Tipps hervorgequollen. LG M3

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Kommentar von veritas55
13.10.2011, 21:55

Ich arbeite dort als soziale Betreuerin und meine Aufgabe ist es, den BewohnerInnen ihr Umfeld so vertraut und angenehm wie möglich zu gestalten - dazu gehört alles was du beschreibst und auch, wie in diesem besonderen Fall, alles von den Leuten fernzuhalten was sie verängstigt !

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Kommentar von veritas55
14.10.2011, 00:04

Genau über das Alles; Fotos, Musik, Düfte, gewohntes Fernsehprogramm etc. habe ich mit dem Sohn gesprochen - und das soll ich jetzt auch nicht mehr dürfen :( !

Jeder Mensch hat schließlich andere Vorlieben und Abneigungen - da sind die Auskünfte der Angehörigen total wichtig um Jedem gerecht werden zu können und nicht erst ziellos an den Leuten rumexperimentieren zu müssen.

Außerdem sind die Verwandten froh und dankbar wenn sie mit einbezogen werden und das Gefühl haben aktiv mithelfen zu können um der Mutter, dem Vater oder Bruder das Leben im Heim zu erleichtern.

Nebenbei haben es doch auch die PflegerInnen leichter wenn die BewohnerInnen mit einfachen Mitteln ruhiger und zufriedener werden - sie profitieren doch ebenso von zusätzlichen Informationen - aber wie mache ich denen das klar wenn sie alles als Einmischung in ihre Kompetenzen ansehen ?

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Forts.zur Frage::: - ging leider nicht als Kommentar -

– wir haben Vieles austauschen können und das Gespräch war absolut wichtig – für mich ein ganz wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit, denn wie sonst kann ich Jemandem eine harmonische Umgebung und erfreuliche Eindrücke verschaffen wenn ich über die Person nichts Persönliches weiß !?!

Am meisten hat mich allerdings empört, dass mir einfach etwas untersagt wird, weil ein paar Pflegerinnen nicht daran glauben, dass es gravierende Gründe dafür gibt ! Wenn der Fernseher bei Nichtgebrauch mit einem schönen Bild oder Tuch ansehnlich gemacht wird schadet das Niemandem – auch dann nicht, wenn meine Befürchtung unnötig ist. Wenn ihr der Kasten dagegen tatsächlich Panik verursacht, was niemand genau wissen kann, dann ist das doch so grausam als würde man einem Spinnenphobiker, der sowieso schon Angststörungen hat, auch noch ein Foto von einer fetten Spinne über´s Bett hängen  !

Weil ich weder bereit war die eine wie die andere Einschränkung zu akzeptieren gibt es nun morgen eine Fallbesprechung wo ich wenigstens Gelegenheit habe meine Ansichten (soweit es mir möglich ist aus dem Blickwinkel der betroffenen Frau: - auch das Licht, dem sie ausgesetzt ist, ist grauenvoll ) darzulegen und es ist mir klar, dass ich alleine mit Argumenten nicht weiterkomme wenn ich keine ausgedruckten Belege vorweisen kann – am besten von irgendeinem Dr.Dr.Prof. … - denn mir glaubt man ja nicht, obwohl meiner Meinung nach ein Minimum an Einfühlungsvermögen reichen würde...

Ich habe den Eindruck, als wenn meine Hinweise und Anregungen lieber gleich abgeblockt werden weil sie zusätzliche Arbeit einbringen könnten !? Anders kann ich mir so viel Ignoranz nicht erklären !

Ich habe schon bei Google Einiges zu dem Thema schwarze Flächen gelesen, das wurde aber meist nur am Rande erwähnt und ich brauche unbedingt noch aussagekräftigere Berichte, Studien o. ä. damit ich morgen überzeugen kann !

Wer kennt sich aus oder wer findet den richtigen Link dazu ? Danke für jeden Tipp !!!

P.S.: hilfreiche Links soll es im Titel heißen !

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Kommentar von mariechen3
13.10.2011, 21:52

meinst du es ist wirklich nötig irgendeinen Dr.Prof. mit ins spiel zu bringen? ein Appell an die Menschlichkeit muss reichen. Sonst frag mal direkt einen user hier wie cyracus oder mucker , die beiden haben immer total gute links auf tasche. sonst fällt mir als profi noch der Neurobiologe Oliver Sachs ein , den kannst du googlen, der recherchiert immer total gründlich und gibt viele Dr. Dr.`s an in seinen Büchern.viel glück M3

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Forts. zur Frage: Weil ich noch ein paar Tage Frist bis zur offenen Auseinandersetzung bekommen habe würde ich mich über weitere Vorschläge und Links freuen, wie ich mit der Situation am besten umgehe - das Problem scheint doch eher ein zwischenmenschliches zu sein und tiefer zu gehen - dieser Einzelfall war wohl nur ein Auslöser, der bislang verborgene Vorbehalte gegen mich offenbart hat.

Ich wünsche mir einfach ein angenehmes Arbeitsklima mit einem größmöglichen Freiraum - bisher wußte ich das sehr zu schätzen und bin jetzt reichlich perplex, weil ich plötzlich so ausgebremst werde !.

Weil zum bereits empfohlenen Fingerspitzengefühl eine Menge Psychologie gehört bin ich auch für Ratschläge in der Richtung dankbar für weitere Hinweise !

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Liebe veritas,

ich hoffe, ich habe nichts übersehen und poste evtl. doppelt. Im angegebenen PDF gibt es gegen Ende ein Kapitel zu Böden und der Wahrnehmung dunkler Flächen durch Demenzkranke. Speziell die gestörte Tiefenwahrnehmung bzw. die "Ergänzung" von 2D auf 3D und die daraus folgende Interpretation dunkler Flächen als bedrohlich und "Loch" läßt sich eventuell damit belegen.

http://www.gerontologische-beratung-haan.de/dokumente/Raumstruktur.pdf

Sollte wirklich jemand damit überfordert sein sich vorzustellen, wie verunsichernd es ist, den ganzen Tag auf ein "Loch" mitten im Raum zu schauen, aus dem einen mit etwas "Glück" ab und an ein wahrscheinlich unbekanntes Gesicht anschaut? Bei einem angeschalteten Fernseher ist der Wahrnehmungsfokus doch ein ganz anderer. Mir ist wirklich schleierhaft, warum das Pflegepersonal so vehement den Alleinsorgeanspruch vertritt... Das simple Abdecken des Kastens kann doch so problematisch nicht sein - und gerade bei Demenzkranken mit ihren ab und an auftretenden Panikschüben einem medizinisch geschultem Mitarbeiter den Kontakt zu untersagen erschließt sich mir vom Sinn her nicht...

Ach und ... auch ohne Bart: varsinbirsin hat recht mit seinem/ihrem Lob

LG andisazi

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Kommentar von veritas55
14.10.2011, 21:18

Hey andizasi,

vielen Dank für deinen interessanten Link - werde den in meiner Sammlung als geballte Argumente-Ladung auf meine Widersacher loslassen ;)

Zwar bin ich nicht medizinisch geschult wie die Pflegekräfte, habe aber in meiner Ausbildung zur Demenzbetreuerin genau das gelernt, was in den Artikeln alles beschrieben ist: die veränderte Wahrnehmung zu berücksichtigen und den Betroffenen möglichst viele vertraute Sinneseindrücke anzubieten, wozu die Auskünftte der Angehörigen eine riesige Hilfe sind wenn sich ein dementer Mensch verbal nicht mehr äußern kann. Die Angehörigen möglichst einfach zu ignorieren... - wie mir schon angetragen wurde, werde ich auf gar keinen Fall akzeptieren weil deren Einbeziehung absolut wichtig ist ! Basta !

Sollte wirklich jemand damit überfordert sein sich vorzustellen, wie verunsichernd es ist, den ganzen Tag auf ein "Loch" mitten im Raum zu schauen... - offensichtlich ja :/

Mir ist wirklich schleierhaft, warum das Pflegepersonal so vehement den Alleinsorgeanspruch vertritt... - dieser Gesichtpunkt scheint mir leider noch entscheidender zu sein: ein unterschwelliges Kompetenzgehabe, das auch Beutelkind schon erkannt hat. Sowas auf dem Rücken der Betroffenen auszutragen ist absolut übel und vermiest mir die Freude an meinem Arbeitsplatz gewaltig, falls sich solche Spielchen fortsetzen :(

Das simple Abdecken des Kastens kann doch so problematisch nicht sein - - eben - und wenn schon solche Kleinigkeiten zu solchen Auseinandersetzungen führen, wie soll ich dann erst alle weiteren Ideen umsetzen :/

Vielleicht ist die Befürchtung der PflegerInnen und Heimleitung ja garnicht so unberechtigt, dass meine Ein-Sichten und daraus resultierenden Vorhaben auch unbequem sein könnten: so halte ich es eigentlich für meine Pflicht, dem Sohn dieser Frau unbedingt einen weiteren oder anderen Arzt anzuraten, denn es kann doch nicht sein, dass es keinerlei angstlösende Medikamente gibt, die nicht apathisch machen - ich kann mir nicht vorstellen, dass heutzutage noch jemand an schrecklicher Angst oder starken Schmerzen leiden muss, ohne dass was dagegen unternommen werden kann !

Das beurteilen zu können fehlt mir leider die Kompetenz und ich hatte gehofft, bei den PflegerInnen Verbündete und Ratgeber zu finden - stattdessen empfinden sie (vermutlich nur ein oder zwei) meine Ansichten als Einmischung in ihre Kompetenzen, die nur Unruhe und weitere Arbeit mit sich bringen.

Es gibt sooo viel zu tun in dem Bereich und meine eigentliche Kompetenz ist einerseits, dass ich die horizontale Lage zur Genüge kenne und andererseits, dass ich nie verlernt habe, mich an Kleinigkeiten jeder Art zu erfreuen, was ich sehr gerne weitervermitteln möchte, denn jedes Lächeln, das zurückkommt ist ein Geschenk - deshalb ist diese Arbeit eigentlich wunderschön, wenn ich nicht gleich in den Startlöchern ausgebremst werde :/

Naja, euer Zuspruch tut mir jedenfalls sehr gut - danke :) !

veritas55

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Hallo Frau mit Herz, meine liebe Veritass, ich bin stolz auf DICH!

Das ist schon blöd, viele Ehrenamtliche haben dieses Problem. Sie dürfen arbeiten, aber sie dürfen nichts hinterfragen. Haben sogut wie keine Rechte. Hoffe, dass diese Link behilflich sein wird.

Spiegelnde Flächen verhüllen

"Viele Demenzkranke entwickeln eine Angst vor Spiegeln und spiegelnden Flächen", sagt Marion Karstens, Vorsitzende der Alzheimer-Gesellschaft Kiel. Sie könnten sich selbst nicht mehr erkennen und fürchteten sich vor der fremden Person, die sie dort sehen. In solchen Fällen sei es daher sinnvoll, Spiegel und spiegelnde Flächen - wie beispielsweise auch Fenster - mit Gardinen abzudecken.

Zudem empfiehlt Karstens, ein Windspiel oder einen Bewegungsmelder an der Eingangstür zu befestigen. "Demenzkranke haben oft den Drang, die Wohnung zu verlassen. Solche Vorrichtungen können dafür sorgen, dass man mitbekommt, wenn der Betroffene sich auf den Weg macht", sagt Karstens. Man könne die Tür auch mit einem Vorhang verhängen oder in derselben Farbe streichen wie die Wand, damit der Betroffene sie nicht wahrnimmt. Wichtig sei jedoch, dass man Demenzkranke nicht einsperre, sondern auf ihr Bedürfnis, sich an einen bestimmten Ort zu bewegen, eingehe. "Es gibt auch kleine Ortungsgeräte, mit denen man Demenzkranke ausstatten kann", sagt Günther Schwarz. Sie könnten dabei helfen, den Betroffenen zu finden, falls er sich verlaufen hat.

http://www.senio-web.de/gesund/erkrankung/demenz/artikel/praktische_hilfen_erleichtern_den_alltag_demenz-kranker.html

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Kommentar von varsinbirsin
13.10.2011, 22:10

Nicht jede Umstellung ist ein Gewinn

"Oft möchten Angehörige Demenzkranken das Leben erleichtern, indem sie ihnen besonders einfach zu bedienende Geräte in die Wohnung stellen", sagt Günther Schwarz. Solche Umstellungen seien für den Betroffenen aber oft eine Überforderung. "Eine neue Mikrowelle mit nur einem Knopf scheint vielleicht praktikabler, aber der Kranke kann vielleicht nicht mehr begreifen, wie man sie bedient", gibt Schwarz zu bedenken. Derartige Neuerungen seien daher eher im frühen Stadium der Demenz sinnvoll. Zudem müsse man sie durch häufiges Wiederholen mit dem Kranken einüben.

Auch Änderungen, die in der Zeit vor der Erkrankung vorgenommen wurden, können dem Kranken Probleme bereiten. "Da das Kurzzeitgedächtnis durch die Erkrankung Schaden nimmt, leben Betroffene oft stark in der Vergangenheit und können möglicherweise mit den Neuerungen nicht mehr umgehen", sagt Marion Karstens. In solchen Fällen könne es daher sinnvoll sein, auf Altbekanntes zurückzugreifen und beispielsweise die neue Digital-Küchenuhr wieder durch eine Uhr mit Ziffernblatt zu ersetzen.

"Bekannte Dinge geben Demenzkranken Sicherheit in einer zunehmend fremd werdenden Umwelt", sagt Karstens. Daher freuten sich viele, wenn man Bilder von früher in der Wohnung aufhänge und Fotoalben auslege. "Manche nutzen auch digitale Fotorahmen, in denen die Bilder immer wieder wechseln", sagt Karstens. Man könne sich auch darauf besinnen, welche Musik der Betroffene in der Jugendzeit gerne gehört hat, und diese Platten immer mal wieder auflegen. "Jedes Wiedererkennen ist ein Erfolgserlebnis für die Betroffenen", betont Marion Karstens.

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Liebe veritas55! Dein Einsatz ist super und treibt mir die Tränen in die Augen...! Meine große Mutter mußte unter Schmerzen sterben, weil Pfleger/innen des Pflegeheims nicht akzeptieren konnten, dass eine Nahrungsaufnahme per Patientenverfügung von der Betreffenden nicht mehr gewünscht war - ärztliche Ansage hin oder her... ... Bitte unterschätze den Einsatz Deiner Kollegen nicht... Die machen einen schweren, schlecht bezahlten Job... Leider gibt es - bislang - keine wirkliche Honorierung in diesem Job. Die Kollegen fühlen sich in ihrer "Kompetenz" angemacht durch Dich! Da bedarf es an Fingerspitzengefühl Deinerseits, wenn Du der alten Dame helfen willst! lächeln dort, wo Du am Liebsten knirsch machen wolltest... Wie ist denn nun die "Fallbesprechung" verlaufen? Konntest Du der alten Dame den Weg bereiten? Liebe Grüße vom Beutelkind!

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Kommentar von August22
14.10.2011, 18:29

lächeln dort, wo Du am Liebsten knirsch machen wolltest...

...das ist aber nicht gerade veritas-like ;)

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Kommentar von veritas55
15.10.2011, 01:06

Hey Beutelkind, - das Thema Patientenverfügung hatten wir glaub ich schon mal - glücklicherweise ist es ja inzwischen Gesetz, dass die bedingungslos akzeptiert werden muss - das hat sich aber auch noch nicht auf allen Pflegestationen rumgesprochen und Leute, die sich nicht äußern können sind weiterhin einer Mißachtung ihres Willens durch manche Pfleger ausgesetzt wenn sie keine Angehörigen haben, die sich nachdrücklich für die Einhaltung einsetzen. Ohne PV und Verwandte oder Freunde hat man erst recht die A - Karte gezogen !

Deshalb habe ich in meiner PV ALLES festgelegt: Bett mit Blick aus dem Fenster, Extra-Salz auf´s Essen, kein Heino und sonstiges Volksdümmliches, keine prvaten TV-Sender und kein Mainstream aus´m Radio - nur DLF oder Funkhaus Europa oder Stille ;) Ansonsten kann die Hilflosigkeit zur Hölle werden - schon durch solche Nebensächlichkeiten ! ! Ob sich allerdings da später jemand dran hält ist fraglich - schon deshalb wäre es diplomatischer zu lächeln anstatt zu knirschen ;)

Aber im Ernst: du hast natürlich Recht, dass jetzt absolutes Fingerspitzengefühl angesagt ist, denn dass ein gewisses Kompetenzgehabe und auch Neid dahintersteckt ist zu vermuten. Die Pflegearbeit ist unvergleichlich härter und die Leute haben eine lange schwere Ausbildung hinter sich, dazu ihre Erfahrung und für das Alles bekommen sie kaum mehr Gage und Anerkennung als ich, was eine Riesensauerei ist ! Deshalb habe ich vor den PflegerInnen die allergrößte Hochachtung und quake auch in nichts rein wovon ich keine Ahnung habe, springe ein wo ich kann und bin auch sonst recht pflegeleicht !

Wenn ich aber berechtigten Gründe habe, etwas durchzusetzen, dann werde ich weder lächeln wenn ich es ernst meine, noch knirschen oder Zähne klappern sondern es erstmal mit sachlichem Reden versuchen :)! LG von veritas.

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krasse sache...aber ist klar der chef fährt seine schiene und du wirst nicht für voll genommen...für einige ist halt dieser job wirklich nur ein job...finde es wirklich krass...aber bleib dran denn in so einem fall mit menschen die einem brauchen und sonst neimandem haben...muss ja auch mjemand menschlichkeit und gedanken haben...und nich nur massen abfertigung...habe selbst mal ehrenamtlich im altenheim gearbeitet und ich habe grossen repeckt vor den leuten die ihre arbeit lieben....

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Kommentar von veritas55
13.10.2011, 23:44

Ich finde es auch krass und es erleichtert mich wenn andere das auch so sehen :/ !

Mein Chef ist voll ok, aber zu dem möchte ich nicht rennen, sondern das mit den PflegerInnen direkt abklären. Natürlich versucht auch von denen fast jede/r sein/ihr Bestes zu tun - oft sind sie aber gezwungen wie am Fließband ihr Pensum abzuarbeiten. Manchmal kann es aber auch besser sein, etwas zu unterlassen, z.B., einer völlig orientierungslosen Person einen Krimi oder Horrorfilm vorzusetzen. Dafür bedarf es allerdings des Mit-Denkens und die Köpfe sind voll damit, zahllose Dokumentationen abfassen zu müssen. Da ist jede weitere Anforderung zu viel.

Vielleicht mögen sich auch manche qualifizierte und erfahrene Pflegekräfte von mir Frischling im Betreuungsbereich nicht gerne was erzählen lassen - wer weiß...:/ Allerdings geht es hierbei nicht um Besserwissen und Recht haben sondern nur darum, den Kranken das Leben nicht unnötig zu erschweren !

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Vielen Dank für dein Kompliment und deine Bewertung. Habe ich vorhin vergessen. Sorry! Viele Grüße Demenzpm

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Kommentar von veritas55
15.10.2011, 20:19

Du warst mir schon mehrmals wegen kompetenter Antworten zu dem Thema aufgefallen - dein Nick spricht ja auch dafür, dass du dich viel damit beschäftigst und deshalb hab ich um deine Antwort gebeten. Vielen Dank dafür !

Was mir nicht ganz klar ist: wie soll das mit dem Couching von einer außenstehenden Person möglich sein ? Dazu müsste ich erstmal die Pflegeleitung sowie die Chefin überzeugen, dass es einer professionellen Mediation bedarf um zwischen Pflege und Betreuern zu vermitteln - oder denkst du bei Couching an eine Fortbildung für die Pflege, wie sie uns zu behandeln haben ;) ? - *So** schwierig ist unser Verhältnis ja zum Glück noch nicht und die Vorgesetzten möchte ich aus dem Konflikt auch möglichst raushalten.

Ansonsten stimme ich dir vollkommen zu !

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