Brauch man eine Soundkarte für Musikproduktion?

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5 Antworten

Es gibt folgende Gründe, ein Audiointerface zu benutzen:

1. Eine größere Anzahl von verschiedenen Ein- und Ausgängen (Line, Mic, SPDIF, ADAT, etc. Die meisten Audiointerfaces haben auch ein Midiinterface integriert.)

2. Schon ab c.a. € 150,- bekommt man Audiointerfaces mit relativ guten Vorverstärkern und A/D Wandlern

3. Die meisten Audiointerfaces ermöglichen Hardware Monitoring. Das bedeutet, das während der Aufnahme das aufgenommene Signal bereits im Interface direkt zum Ausgang geschickt wird, ohne den Umweg durch den Computer zu machen. Dadurch kann man sich selbst latenzfrei hören. (DAs gilt selbstverständlich nicht für midiaufnahmen)

4. Die Treiber von guten Audiointerfaces ermöglichen geringe Latenzen.

5. Der D/A Wandler ist meistens hochwertiger, als bei onboard soundchips, wodurch das Ausgabesignal (also das SIgnal, dass von deinem Computer über das Audiointerface zu den Lautsprechern geht) besser wird.

Wenns dir nur um Midiproduktion geht, sind die Punkte 1. bis 3. komplett irrelevant für dich. Auch auf die Qualität deiner Soundfiles hat das Interface keinen Einfluss, da ja bei einem virtuellen Synthesizer, den du mit Midifiles ansteuerst, wie du schon richtig geschrieben hast, der Sound vom Prozessor errechnet wird, bzw. wenn du einen Sampleplayer wie Kontakt oder Play von Eastwest oder Omnisphere ansteuerst, die Soundfiles, die dadurch abgespielt werden, schon fertig auf deiner Festplatte liegen.

Was du durch ein Audiointerface für deine Arbeit relevantes erreichen kannst, ist also eine kleinere Latenz, falls du deine Midifiles per Midikeyboard einspielst und einen besseren Klang deiner Studiomonitore (was dir beim Mischen hilft und sich so tatsächlich positiv auf die Qualität deiner Musik auswirkt...)

Wenn du wirklich keine Audiosignale selbst Aufnehmen willst (also keine Mikrofone, E-Gitarren, etc.), ist ein PCI-Express Interface empfehlenswert. Da musst du zwar auf gute Mikrofonvorverstärker verzichten, allerdings ist per PCI-Express eine geringere Latenz möglich als per USB oder Fire Wire und es gibt schon ziemlich Preiswerte gute Modelle. Das Maya 44 XTe wäre beispielsweise eine Möglichkeit.

 

Schau mal bei einem großen Musikhandel z.B. Thomann nach Audio-Interfaces. Zum reinen abspielen benötigst du keines , allerdings wenn es um Latenzen geht, sprich Asio und Synchronisierung von Midi-Instrumenten, ist es unerlässlich. Für was zuverlässig solltest du so 100€ - 150€ einplanen. Dazu noch Monitore für ca. 200€ und Kopfhörer. Damit bist du erstmal gut beraten.

Nun die heutigen Mainboards vefügen über einen guten Sound der im normalen arbeitsbereich reicht, wenn du es jedoch mit der Musik ernst meinst kommst du um eine Soundkarte nicht rum

Alien3ware 22.11.2015, 19:12

Worauf müsste ich dann beim kauf achten? Oder könntest du mir eine empfehlen für maximal 200€

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TheStone 23.11.2015, 02:11
@Jimmy619

"hat einen Dolby Digital 7.1 Kanal, was sehr wichtig ist." Wozu? Softwaresequencer spucken in aller Regel ohnehin kein Dolby Digital kodiertes Signal aus.

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Ich kann dir keine Empfehlen. Zum normalen "hören" braucht man nicht unbedingt eine Soundkarte. Aber für Musikproduktion ist dringend eine gute zu empfehlen.

Alien3ware 22.11.2015, 19:13

Worauf müsste ich dann beim kauf achten? Oder könntest du mir eine empfehlen für maximal 200€

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Wenn der Computer bereits Audio ausspuckt, würde ich die Kohle eher für Boxen bzw. nen Kopfhörer ausgeben...

Alien3ware 22.11.2015, 19:21

Da hol ich mir schon die Shure 315 ;)

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TheStone 26.11.2015, 17:22
@Alien3ware

Kopfhörer - und erst recht in ears - eignen sich allerdings nicht besonders gut als hauptsächlich benutzte Abhöre zum Mischen. 

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MidnightWine 26.11.2015, 20:51
@TheStone

Ich rede von richtigen Studio-Kopfhörern. Daher ist deine Antwort nur die Hälfte der Wahrheit. Du hast recht, einzig und allein sollte man nicht ausschließlich mit Kopfhörern mischen. Es kann aber eine sehr wertvolle Referenz sein. Man hat in Studios daher auch gerne beides.

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TheStone 30.11.2015, 15:48
@MidnightWine

Das Posting war auch keine Antwort an dich sondern an Alien3ware, der die Shure 315 erwähnt. Dies sind In Ear Kopfhörer. 

Ansonsten stimme ich dir zu, wobei Kopfhörer von professionellen Mischern eher sehr selten zu Rate gezogen werden und daher in der Prioritätenliste auch nicht besonders weit oben sein sollten und erst Recht nicht vor den Lautsprechern.

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