Brandschutz in Gewerberäumen Was darf gemacht werden Dekoration

6 Antworten

Also grundsätzlich gilt für Euer Lokal auch die "Verkaufsstättenverordnung" und die darin enthaltenen Vorschriften und Richtlinien für den Brandschutz da Ihr ja ein öffentliches Lokal betreibt und "Kundenverkehr" habt. Die damalige Erstabnahme durch das Bauordnungsamt ist kein Freibrief für alle Zeit, nehmt Ihr Veränderungen vor, zum Beispiel indem Ihr durch leicht entflammbare Dekoration in erheblichem Maße die Brandgefahr und die Brandlast erhöht, kann es im Extremfall bisa zum erlöschen der Betriebserlaubnis führen. Ein solcher Fall ist mir allerdings noch nie bekannt geworden, in der regel versuchen schon die Behörden einen Mittelweg mit dem Betreiber zu finden. Grundsätzlich findet Ihr Informationen in der oben genannten Verkaufsstättenverordnung Eures Bundeslandes sowie bei der BG (dürfte bei Euch die BGN sein) unter dem Thema Brandschutz / Arbeitsschutz). Dekoration in öffentlich begehbaren Räumen mit Publikumsverkehr und ohne aktive Löschanlagen (wie etwa Sprinkleranlagen in Einkaufscentern oder Theatern, Kinos) sollten grundsätzlich schweer entflammbar sein! Viele Brandkatastrophen in Diskotheken oder Restaurants entstehen, weil die Dekoration (häufig viel Farbe und Kleber) sich entzündet und ruck zuck der ganze Raum in Flammen steht! Also, zu Eurer und der Gäste Sicherheit lieber etwas mehr Geld ausgeben!

Grundsätzlich sind die jeweils örtliche Landenbauordnung, die vorhandenen Verkaufs- und die Versammlungsstättenverordnungen sowie die Arbeitsstättenverodnung einschl. der ASR und die Bestimmungen der Berufsgenossenschaften zu beachten. Hinzu kommen die allgemein anerkannten Reglen der Technik (z. B. DIN-und VDE-Normen, Zulassungen u. a. m.) Der immer wieder genannte Bestandsschutz ist nur eine Ausrede, für unwillige oder nur mit äußerst mangelhaften Brandschutzkenntnissen ausgestatteten Personen. Den Begriff Bestandsschutz kennt nur das Baurecht (MBO, LBO) für ein rechtmäßig errichtetes Gebäude ohne daß wesentliche Änderungen vorgenommen werden und wurden. Das Arbeitsstättengesetz, die Normen, die allgem. anerkannten Regeln der Technik, die Vorgaben der Berufsgenossenschaft u. a. m. kennen keinen Bestandsschutz. Hier müssen alle - auch neuen - rechtlichen Vorgaben erfüllt sein und fortlaufend am Bau fortgeschrieben werden. Zur Klärung von Fragen ist allein die Bauordnungsbehörde (BOB) der Gemeinden zuständig. Vielfach wenden die BOB sich zur Beurteilung auch an einen anerkannten und vom Innenministerium zugelassenen Brandschutz-Sachverständigen. Nun zur aufgeworfenen Frage: Es handelt sich hier nicht um das Bauwerk, sondern um Deko-Stoffe. Diese müssen u. a. bestimmte Vorgaben erfüllen, wie: sie müssen schwer entflammbar sein, dürfen nicht in Flucht- und Rettungswegen vorhanden und nicht unter 2,50 m Höhe angebracht sein. Wie gesagt, zuständig zur Beurteilung und Genehmigung ist die örtliche BOB. Es ist wichtig, wenn zur Beurteilung der Deko-Stoffe, der Befestigungsmittel und des Untergrunds etc. pp. das / die Datensicherheitsblätter vorgelegt werden. Das Datensicherheitsblatt muß jeder Verkäufer dem Käufer auf Wunsch übergeben. Wenn das Datensicherheitsblatt für eine bestimmte Waren nicht erhältlich ist oder die die darin genannten Angaben nicht beachtet werden können, sollte man auf jedem Fall dem Kauf der Waren nicht nähertreten und die "Finger" davon lassen. Wie schon gesagt, zuständig zur Beurteilung und Genehmigung ist die örtliche BOB.

Sämtliche Ausstattungs und Dekomaterialien müssen einer Brandschutzqualifikation von schwer entflammbar, schwach qualmend und nicht tropfend entsprechen. Für Rauchwaren Abfälle muss ein dicht schließender unbrennbarer Behälter verwendet werden... Das ist gesetzlich geregelt! Bereits beim Einkauf muss darauf geachtet werden, dass es diesen Qualifikationen entspricht. Muss für das Produkt angegeben sein. Ansonsten nicht kaufen...!!!

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