Bräuchte man nicht eine groß angelegte Anlage, um die Bahnen menschheitgefährdender Objekte im Sonnensystem zu erkennen, um sie unschädlich zu machen?

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6 Antworten

Derzeit gibt es keine Technologie, die imstande wäre, den Impakt eines großen Kometen oder Asteroiden abzuwenden. Selbst wenn wir die leistungsstärkste Rakete (Ariane 5) mit einem gigantischen Atomsprengkopf auf den Asteroiden feuern, würde der ungebremst weiterfliegen. Auch die Idee aus Armageddon, den Asteroiden zu sprengen, indem man boht, wäre fatal: zuerst einmal ist so ein Unterfangen nicht durchführbar wegen der Ratation des Impaktors und der damit verbundenen ständig bestehenden Temperaturveränderung, ferner würden selbst bei einer erfolgreichen Sprengung gleich mehrere kleinere Impaktoren entstehen, die unkontrolliert ebenfalls die Erde treffen würden, jedenfalls zum großen Teil. Die Verwüstungen durch gleich mehrere Impaktoren wären sehr viel größer als bei einem einzigen großen Einschlag.

Einzige Chance: Eine Möglichkeit finden, den Asteroiden von der Erde abzulenken. Die Forschungen und Entwicklungen dafür laufen gerade auf Hochtouren, aber noch sind die Ergebnisse alles andere als zufriedenstellend. So wird eine Maßnahme ausprobiert, mittels eines konzentrierten Hochleistungslasers einen winzigen Teil der Asteroidenoberfläche zu verdampfen, um so einen geringen Rückstoß zu erzeugen, der ausreicht, die Bahn des Asteroiden leicht abzulenken. Doch zunächst braucht man dafür Daten: Eine Mission zur Erkundung eines Asteroiden startet 2020 in Richtung Asteroidengürtel, um diese Daten zu beschaffen.

http://www.esa.int/Our_Activities/Space_Engineering_Technology/Asteroid_Impact_Mission/Asteroid_Impact_Mission2

Ja das ist doch klar! Es geht doch um die Datenerhebung der korrekten Bahn des Objektes!

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Ja und nein. 

1. ist die Wahrscheinlichkeit eines Treffers, wie ihn die Dinosaurier erlebt haben, gering. 

2. muss man einen solchen Himmelskörper a) erst einmal finden und dann b) in der Lage sein, seine Bahn zu berechnen. 

Nun sind Asteroiden oder ähnliche Objekte aber durch Schwerkraftauswirkungen der Großplaneten beeinflussbar. Eine genaue, verlässliche Bahnberechnung ist erst dann möglich, wenn das Objekt in eine bestimmte Entfernung zur Erde unterschritten hat. 

Und es wäre ja sicher nicht nur einer. Wenn wir schon paranoid werden, dann richtig. Also brauchen wir Daten von vielen (allen?) Asteroiden, Kometen, unsichtbaren Planeten usw. 

3. widerspricht die Erkennung und Berechnung unseren heutigen Möglichkeiten. 

Ein Asteroid muss weit von der Erde entfernt abgelenkt werden. Nur dann ist die notwendige Energie noch vertretbar und ein kleiner Winkel reicht, um auf große Entfernung für Abstand zu sorgen. 

4. Aber, und hier beißt sich die Katze in den Schwanz, man muss die für eine Bahnänderung notwendige Energie erst einmal zum Asteroiden schaffen; eine Sache, die wohl eher etwas für SF-Autoren ist. 

Bleibt das Vertrauen in die Statistik. Und so schlecht kann die nicht sein, denn immerhin gibt es uns ja schon seit ein paar Tagen. Warum sich daran plötzlich etwas (oder soviel) ändern soll, erschließt sich mir zumindest nicht. 

Es ist ja nicht so, dass es eine Asteroiden-Verschwörung gibt, welche die Ausrottung der menschlichen Zivilisation plant - und wenn schon, was würde es für das Sonnensystem oder gar das Weltall ausmachen? 

5. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt. Forschen und probieren kann man ja; warum nicht? 

meine Frage bezieht sich nur auf 2b

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@blueseenInvest

Ja, aber man muss das Gesamtsystem sehen. Kann man die Bahnen berechnen, will und muss man sicher auch etwas unternehmen. 

Aber OK, ich habe (leider) nicht Astronomie studiert, kann mich also auch nur einlesen. 

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braucht es nun erhebliche Investitionen und Stationen im Sonnensystem um die Bahnen zu berechnen, ja oder nein?

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Eine einzelne Anlage kann nie den gesamten Himmel beobachten. Viel sinnvoller ist ein Netz von Beobachtern, die über die ganze Welt verteilt sind. Momentan leisten das meines Wissens nach vorwiegend Amateur-Astronomen. Deren Arbeit bei der NEO-Erkennung ist zwar unbezahlbar, aber bei weitem noch nicht ausreichend.

Vor 10 Jahren startete die Planetary Society das "Shoemaker NEO Grant Program". Es verleiht Geldpreise an Astronomen, die substantielle Beiträge zur NEO-Erkennung und -Verfolgung liefern. [http://www.planetary.org/explore/projects/neo-grants]. Das kann zwar kein internationales Programm ersetzen, ist aber zumindest besser als garnix.

Übrigens: Im Mai findet wieder eine "Planetary Defense Conference" statt, die sich mit genau Deinem Thema beschäftigt [http://pdc.iaaweb.org]. Videos von der 2015er-Konferenz findest Du hier: http://www.esa.int/spaceinvideos/content/search?SearchText=2015+planetary+defense+conference

Ja , sowas ist der Ist zustand und es reicht nicht. Ich vermute, dass man wohl Beobachtungsposten (wahrscheinlich automatisierte) im Sonnensystem verteilen müsste um die triangulation der Objekte genau genug festzustellen. Ich vermute, dass das teuerer wird, als die Ablenkung der Objekte selbst.

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@blueseenInvest

Die Kosten dafür sind wahrlich "astronomisch". Außerhalb der Atmosphäre wird sicher nichts in die Wege geleitet werden, solange es nicht akut wird (und dann ist's eh zu spät).

Ein möglicher Einschlag wird wahrscheinlich ins Wasser gehen, und die unvorstellbar hohe Flutwelle wird vor allem die Ärmsten der Armen treffen.

Aber selbst ein solcher Schuss vor den Bug wird bei den reichen Nationen vermutlich nichts bewegen. Diese müssten dazu nämlich zusammenarbeiten; aber nachdem immer mehr solche Länder von Psychopathen regiert werden, sehe ich da momentan ziemlich schwarz.

Umso mehr weiß ich so klägliche Ansätze wie obiges "Shoemaker NEO Grant Program" zu schätzen. Es gibt mir zumindest das Gefühl, nicht ganz allein unter einem Haufen Idioten zu sein.

Falls die Jungs eines Tages tatsächlich Alarm schlagen und eine Katastrophe in 20 Jahren ankündigen, kann ich mich wenigstens persönlich darauf vorbereiten. An eine Massenpanik glaube ich in diesem Fall nicht. Die allermeisten werden diese Nachricht wohl schlicht ignorieren...

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Alle mit den verfügbaren Teleskopen sichtbaren gefährlichen Objekte sind bei der NASA inklusive der Bahndaten in einer öffentlichen Liste gespeichert. Die Gefahr liegt bei Objekten, die zu weit weg und deshalb noch nicht sichtbar sind. Es werden laufend immer größere Teleskope geplant und gebaut. Wir haben sehr viel Armut auf der Welt, sodaß man nicht beliebig viel Geld für Astronomie ausgeben kann.

Ok, von anfang an. Die Daten sind alle da, das ist nicht annähernd das Problem. Das Problem ist das Objekt. Ein kleiner Asteroid? Kein Problem.

Was aber wenn es eine Rogue-Black hole ist. Ein kleines schwarzes loch mit hohen geschwindigkeit. Na dann.....gute Nacht. Wir können nichts tun. Das lustige ist, diese Dinger sind im gegensatz zu allem anderen verdammt schwer zu erfassen. Es könnte in diesem moment eines den Mond verschluckt haben. Ok das ist vielleicht etwas übertrieben aber sieh es so. 

Jederzeit könnte jeder und alles einfach so aus dem nichts verschwinden, also genieße das leben :)

Oh und da wäre noch der nukleare holocaust durch gamma ray bursts aber ich glaube ich habe dich schon genug verängstigt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gammablitz

Die Daten sind überhaupt nicht alle da. Eine Mission, um die Daten über genaue Struktur und mögliche Abwehrmaßnahmen gegen einen Asteroiden zu erheben, startet erst 2020. Vor 2022 wird diese Mission keine Daten geliefert haben, bis dahin sitzen wir was Asteroiden und Kometen angeht noch auf dem Präsentierteller. Was die übrigend Szenarien angeht, hast du aber recht.

Betonen muss man allerdings noch, dass alle diese Ereignisse extrem selten sind. Es gab im Laufe der Erdgeschichte fünf große Massenaussterben, und nur eines davon und nicht einmal das schlimmste ist nachweislich durch ein kosmisches Ereignis (Asteroideneinschlag) ausgelöst worden.

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Meine Frage bezieht sich nur auf 2b

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