Bräuchte Erklärung zum Fehlverhalten des Stromwandlers

Stromwandler Fehlverhalten - (Elektrotechnik, elektro)

3 Antworten

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Hallo patti 9000, die Antwort ist ganz einfach. Um die angeschlossene Sekundärtechnik zu schützen. Wichtig ist nicht einfach eine Abweichung von 15%, sondern von -15% (Achtung Vorzeichen!). Der Strom darf nicht weiter übertragen werden weil Dir sonst schlicht und ergreifend das am Wandler angeschlossene Gerät irgendwann abraucht. Grundsätzlich hängen an Wandlern ja drei Abteilungen. Immer dran hängen die Schutzgeräte am Schutzkern. Klar! Dann gibt es noch die Fernwirkgeräte welche die Werte von der Primärseite beispielsweise in der Hochspannung an eine Schaltleitung übertragen. Du willst ja wissen ob auf deiner Leitung wirklich der Strom fliesst von dem willst das er da fliesst. Zu guter letzt gibt es noch die Zählgeräte welche an speziellen beglaubigten Kernen hängen zur Verrechnung der Leistung (Beispiel zwischen Stadtwerk=Versorger und Fabrik=Kunde). Die Interessen der drei sind recht unterschiedlich. Der Fernwirker will nur wissen was auf der Primärseite los ist. Der Zähler will in einem bestimmten Bereich genau wissen was los ist um genau abrechnen zu können. Der Schutz dagegen, brauch keine so große Genauigkeit wie der Zähler (Siehe Klassengenauigkeit bespielsweise 5P Schutz und 0,5 bzw. 0,2 Zählung), will aber dafür über einen großen Bereich den Strom kennen. Dementsprechend ist auch sein Schutzgerät ausgelegt. Brauchs nicht ganz so genau, packt aber die hohen Sekundärströme die vom Schutzkern übertragen werden. Die anderen Geräte sind genauer, packen aber im Fehlerfall nicht den übertagenen Fehlerstrom. Dementsprechend müssen sie geschützt werden. Und eine Schutzfunktion ist das Sättigungsverhalten des Meßkerns.

So das war jetzt etwas viel aber kurz zusammengefasst: Mindestens -15% um die angeschlossene Sekundärtechnik im Fehlerfall (z.B. Kurzschluss) zu schützen, da ein voll auf die Sekundärseite übertragener Kurzschlussstrom die Sekundärtechnik schädigen könnte. Achtung das Minuszeichen ist wichtig! Bei weiter ansteigendem Primärstrom im Fehlerfall wird diese Abweichung von mindestens -15% noch größer da der Kern in der Sättigung ist. Ich hoffe dir geholfen zu haben.

Verluste durch Wirbelstrom Frequenz Temperatur und Sättigung können das Ergebnis verfälschen

http://de.wikipedia.org/wiki/Stromwandler
Bei Stromwandlern mit induktiver Kopplung wird die Genauigkeit in einer Buchstabenkennung der Form 1M5 oder 10P10 angegeben. Dabei steht M für Messwandler und P für Schutzwandler (P vom englischen protection). Die Zahl vor dem Buchstaben gibt die negative Abweichung (in %) des Messwerts zum wahren Wert bei einem Vielfachen des Nennstroms an. Bei welchen Vielfachen des Nennstrom die Abweichung auftritt, gibt die Zahl nach dem Buchstaben an. Die Messwertabweichung bis zu diesem Vielfachen ist als linear anzunehmen

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@newcomer

Tut mir Leid, aber wieso MUSS nun der Fehler bei 5fachen Nennstrom MINDESTENS (<- Betonung) -15% betragen?

das mit den bezeichnungen weiß ich alles. mich irritiert das "mindestens" so

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Hi patti9000,

falls nicht schon anderweitig beantwortet:

der Stromwandler-Kern 5P10 (für Schutzzwecke) hat maximal 5% Fehler bei 10-fachem Nennstrom. Der andere Stromwandler-Kern FS5 (für Messzwecke) muss deshalb mindestens 15% Fehler bei 5-fachem Nennstrom haben, da er ja maximal den 5-fachen Nennstrom liefern soll, egal wie hoch der wirkliche primäre Überstrom ist und deshalb in Sättigung gehen soll. (e-Funktion: Is/Isn max. 5 bei Ip/Ipn unendlich ==> 15% Fehler bei Ip/Ipn = 5)

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