Borderlinestörung Beziehung?

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8 Antworten

das ist hart und ich kann das gut nachvollziehen. meine erste partnerin war bzw ist noch immer borderlinerin und das größte problem ist das die meisten keine hilfe wollen aber wissen das es so nicht geht.

ich kann dir auch keine wirklichen tips geben wie du das unbeschadet überstehen kannst, denn das wirst du nicht. leider ist diese krankheit für alle mehr als nur ausbrennend, für die person selbst wie auch deren umfeld.

die einfachste möglichkeit aus diesem zustand zu kommen für dich wäre - wie du sagtest - die beziehung zu beenden. solltest du ihm vieleicht mal androhen, das weckt manche für einen kurzen zeitraum auf.

die beste möglichkeit für deinen mann wäre so schnell wie möglich therapien zu beginnen und diese unter keinen umständen zu beenden, egal wie sehr er sich sträubt.

was nun für dich das beste ist musst du selbst entscheiden.

ich konnte nach 3 1/2 jahren betrug, "geldspenden" und absoluter aufopferung nicht mehr und habe sie nun vollends aus meinem leben entfernt. ich weis das es ihr nicht wirklich gut geht und sie wird niemals wirklich arbeiten oder eine richtige beziehung führen, aber das ist jetzt nicht mehr mein problem und ich bin glücklich mit meiner jetzigen frau.

Fran83w 23.11.2016, 12:20

Für eine Trennung kommt noch erschwerend hinzu, dass wir ein gemeinsames Haus haben.

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Rikkin 23.11.2016, 12:23
@Fran83w

wer zahlt den kredit ab? und wer ist nur der bürge bei euch beiden? könntest du es schaffen das haus alleine zu erhalten? oder eine wohnung zu suchen? ansonsten ... hast du freunde und/oder familie zu denen du im notfall kannst?

das soll nicht heißen "mach mit ihm sofort schluss" sondern soll nur als denkanstoß gelten sollte es hart auf hart kommen

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Ich kenne das...

Und leider muss ich dir sagen - wenn er nicht schleunigst in eine Therapie kommt, wird sich das kein Stück mehr drehen. Die Krankheit an SICH ist danach benannt, ständig "über die Grenze zu gehen" -> das pendelt sich von selbst nicht ein, denn Gleichgewicht ist so quasi das einzige, das diese Menschen nicht einfach so haben können. Was, in Wahrheit, ziemlich traurig ist. :/

Wutanfälle, Vorwürfe, das alles gehört leider zum Standart bei Borderline ab einer gewissen Schwere. Ich würde dir raten, dich in die Krankheit intensiv einzulesen - sowohl in Fachliteratur, als auch in Ratgebern für Angehörige. Es könnte durchaus sein, dass du dort einige Tipps findest, wie du mit ihm besser umgehen kannst, die in weiterer Folge sein Verhalten dir gegenüber verbessern. Kann - muss aber nicht. Aber wie du schon sagst, 12 Jahre wirft man nicht einfach weg und einen Versuch ist's allemal wert.

Woran genau liegt es denn, dass ihr noch keinen Therapieplatz gefunden habt? Ist's ein logistisches Problem, weil's die Kasse zahlen muss, oder blockiert er?

Falls es Ersteres ist, versuche, es durchzustehen, bis er einen Platz bekommt und warte danach ab, ob sich etwas ändert. (Wir reden hier allerdings von Monaten bis einem ganzen Jahr Minimum - Therapien wirken ja nicht von heute auf morgen.) Falls es Letzteres ist, bleibe nur so lange, wie du sicher sein kannst, dass deine eigene Psychohygiene nicht nachhaltig beschädigt wird.

Man kann leider Menschen, die im Rollstuhl sitzen, nicht einfach befehlen, laufen zu lernen. So ist's halt auch mit psychisch Kranken. :/

Mein Rat ist wirklich, dich einzulesen und zu versuchen, den Vorgang des Therapieplatzfindens irgendwie zu beschleunigen.
Aber wenn's nicht mehr geht, dann geht's nicht mehr - und bitte sei an diesem Punkt bereit, zu gehen, sofern du ihn erreichst. (Und pass auf eventuelle emotionale Erpressung seinerseits auf - auch das KANN ein typisches Borderlinesymptom sein.)

Fran83w 23.11.2016, 14:35

Leider ist es sehr schwer einen Therapieplatz zu bekommen, dass ist leider das Problem daran. Ich hab schon so viele AB´s besprochen und warte auf Rückruf. Oder die haben 1 x in der Woche ne halbe Std. wo sich neue Patienten anmelden können. Es ist echt entmutigend. Leider weigert er sich auch eine stationäre Therapie zu machen.

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Schattentochter 23.11.2016, 14:51
@Fran83w

Au weia :( Das tut mir wirklich sehr sehr leid.

Versucht ihr's bei einem Psychotherapeuten oder auch beim Psychiater? Denn gerade bei Borderline, soweit ich weiß, ist Medikation eigentlich zumindest am Anfang tendentiell eher notwendig - speziell, wenn Wutausbrüche im Spiel sind.

Was den Therapieplatz angeht, weiß ich leider wirklich nicht, wie ich dir etwas Hilfreiches sagen könnte. :/ Bei mir ging das immer ratzfatz. :S

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Seanna 26.11.2016, 01:37

ER muss auf die ABs sprechen. Wenn da ein Angehöriger anruft reagieren Therapeuten da zu Recht nicht drauf! Was meinst du wieviele Angehörige bei Therapeuten anrufen und "für einen Betroffenen" fragen, der gar keine Therapie will, braucht, oder noch gar nix von seinem "Problem" weiss?!

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Mir ist unklar warum der AG im Krankheitsfall kündigt, da muss doch schon einiges vorgefallen sein ansonsten geht das rein rechtlich schon gar nicht. Du schreibst, dass das Problem eure Beziehung stark belastet und er wegen jeder Kleinigkeit ausflippt. Darf ich nachfragen wie sich dann 12 Jahre Beziehung gestaltet haben und warum man sich unter den bekannten Verhaltensweisen (die sicher nicht über Nacht auftraten) sich ein gemeinsames Haus zulegt oder besser gesagt warum DU eingewilligt hast!?

Therapieplätze sind rar. Dein Partner bräuchte zudem einen DBT-Therapeuten die lange Wartezeiten haben. Allerdings gibt es auch die Möglichkeit, über die Krankenkasse, wenn man nicht innerhalb von 6 Monaten einen Therapieplatz findet, das für einen außervertraglichen Therapeuten die Kosten übernommen werden.

Wenn ihr diese Beziehung aufrecht erhalten wollt müsst ihr beide etwas tun. Beziehungsarbeit miteinander leisten, er in Therapie und du in eine Selbsthilfegruppe für Angehörige und auch ordentlich informiert und aufgeklärt wirst um zb. auch sowas hier zu verstehen: "Für die er Zeit hat. Während er zu mir sagt er ist zu ausgebrannt um z.b. Zärtlichkeiten auszutauschen. "


In den ersten 4 Wochen wo der Verdacht auf Bournout bestand haben wir auch eine Psychologin gefunden diese hat dann festgestellt das es kein Bournout ist sondern Borderline. Die Psychologin kann aber nicht die Therapie durchführen sondern hat uns darauf verwiesen einen Psychotherapeuten zu suchen.

Wäre interessant wo ihr da ward denn eine Psychologin behandelt keine Patienten und diagnostiziert nicht. Das machen Fachärzte und Psychotherapeuten.

Fran83w 23.11.2016, 13:19

Der AG kann jederzeit Kündigen auch im Krankheitsfall, er muss die Kündigung noch nicht einmal begründen er muss nur die Kündigungzeit einhalten. Auf Wiedereinstellung zu klagen hätte Keinerlei erfolgsaussichten lt. Fachanwalt. Die Psychologin ist eine Fachärztin gewesen. Für die Therapie braucht er aber eine Psychotherapeuten. Ich habe mich auch schon nach einer Selbsthilfe umgeschaut leider gibt es bei uns in der Region keine.

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WelleErdball 23.11.2016, 13:29
@Fran83w

Jura ist nicht mein Fachgebiet, komisch kommt mir das dennoch vor, dass man einfach so aus dem Nichts, ohne, dass etwas vorgefallen wäre im Krankheitsfall gekündigt wird. Psychologin und Fachärztin sind wohl 2 Paar Schuhe. Viele Fachärzte bieten Psychotherapie mit an ansonsten habe ich einen weiteren möglichen Weg beschrieben, weitere Möglichkeit ist auch ein voll- oder teilstationärer Aufenhalt (auch das ist über die Fachärztin zu erfragen). Wenn es keine Selbsthilfegruppe in der Nähe gibt hat man durchaus auch die Möglichkeit auf speziellen Onlineforen. Wie jetzt mal ganz spontan in 5 Sekunden gegoogelt: http://forum.borderline-angehoerige.net/

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Fran83w 23.11.2016, 14:41
@WelleErdball

Das ist das Problem mit den Arbeitgebern ist solange man funktioniert ist alles gut. Solltest du aber länger ausfallen kannst du nicht darauf vertrauen das du noch ein Danke dafür bekommst, dass du dich vorher immer eingesetzt hast. Das ist leider so.

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Wenn dein Partner an einer Borderline Störung leidet, dann war dies ja nun auch die ganzen 12 Jahre über so und die Situation kann sich höchtens gerade (mal wieder) verschlimmert haben. Wieso ist es denn gerade jetzt, nach immerhin 12 Jahren Beziehung mit einem Menschen, der an Borderline erkrankt ist, auf  ein Mal so ein Problem? Nur weil nun das Problem per Diagnose einen Namen hat? So ganz werd ich da nicht schlau raus.


Fran83w 23.11.2016, 12:53

Die ersten 6 Jahre der Beziehung war das auch nicht so das man das gemerkt hätte bzw. darauf zurückgeführt hätte da gab es immer nur Kleinigkeiten was man nicht auf sowas zurückgeführt hätte. Wirklich angefangen hat das mit der Diagnose das er keine Kinder zeugen kann. Ab da hat es so die ersten Auffälligkeiten gegeben. Wo es mir im nachhinein jetzt bewusst geworden ist. Und das hat sich seit dem Hauskauf immer mehr gesteigert. Das Problem an der Sache ist das ich zwölf Std täglich arbeiten gehe, dann noch den Haushalt mache usw. und ich nichts zu hören bekomme ausser Vorwürfe und zum Teil auch Beleidigungen. Und wenn man das Tag ein Tag aus zu hören bekommt, stösst auch irgenwann ein Gesunder Mensch an seine Grenzen. Zudem kommt noch erschwerend hinzu das meine Mutter im Sterben liegt. Und ich 700 km entfernt wohne.

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schloh80 23.11.2016, 13:52
@Fran83w

Hm, ja, ich denke, wenn ich das so lesen, dass du dir auch Zeit für eine Unterstützung sichen solltest. Das klingt komplex. Vielleicht machst du mal einen Termin in einer Beratungsstelle, um das mal in Ruhe und vor allen ausführlicher als hier möglich zu besprechen?!

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Kannst du vielleicht für ein paar Tage zu deinen Eltern oder zu Freunden? Dann sieht er, wie es wäre, wenn du nicht bei ihm wärst und weiß das Ganze auch vielleicht wieder deutlich mehr zu schätzen. In dieses Borderline kann ich mich leider nicht mehr hineinversetzen, deswegen weiß ich nicht genau, was in ihm vorgeht. Allerdings ist das zwar ein Grund, dass er dich anschreit, aber entschuldigen tut es das nicht wirklich. An deiner Stelle würde ich ein paar Tage zu Bekannten..

Fran83w 23.11.2016, 12:17

Eine Arbeitskollegin hatte mir angeboten das ich bei Ihr bleiben kann. Aber ich weiß nicht ob das viel bringen würde im Moment, er würde das anders bewerten wie ein normaler Mensch. Er würde nicht merken das er was falsch macht sondern würde nur wieder die Schuld bei mir suchen.

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Schattentochter 23.11.2016, 14:14
@Fran83w

Ich will jetzt nicht alle Borderliner in einen Topf werfen - aber da die Krankheit (üblicherweise) Verlassensängste, Misstrauen und Possessivität mit sich bringt, würde sie durch's Weggehen für ein paar Tage vermutlich bloß besagte Krankheit triggern. :/

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CamrenJauregui 23.11.2016, 20:27
@Schattentochter

Das stimmt, aber so schreit er sie wohl oft an und da muss man auch Rücksicht auf sich selbst nehmen..

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Hab Ihr in den Anfängen (beim Burnout) versucht nach professioneller Hilfe zu Fragen?

Wenn man den Zustand der Beziehung bewerten müsste zwischen Gesund (1) und akkut gefährdet (10), wie würdest du es bewerten?

Habt Ihr Vertrauenspersonen mit denen Ihr darüber gesprochen habt?

Fran83w 23.11.2016, 12:14

In den ersten 4 Wochen wo der Verdacht auf Bournout bestand haben wir auch eine Psychologin gefunden diese hat dann festgestellt das es kein Bournout ist sondern Borderline. Die Psychologin kann aber nicht die Therapie durchführen sondern hat uns darauf verwiesen einen Psychotherapeuten zu suchen. Leider ist das einfacher gesagt als getan. Die moisten Therapeuten sind ausgebucht oder sagen das sie Borderline nicht behandeln. Ich bin echt am verzweifeln. Wenn ich unsere Beziehung bewerten müsste sind wir mittlerweile bei einer 7,5 angelangt.

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relevant 23.11.2016, 12:27
@Fran83w

Das verstehe ich nicht. Fast jeder Therapeut nutzt die Verhaltenstherapie, die eignet sich eigentlich auch bei Borderline. Borderline ist ja im wesentlichen eine Persönlichkeitsstörung. Die Ursachen können vielfältig sein.

Ansonsten eignet sich auch ein Klinikaufenthalt als Überbrückung zum Nachdenken.

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Fran83w 23.11.2016, 13:01
@relevant

Ich habe mittlerweile unzählige Therapeuten angerufen. Und bekomme entweder die Antwort das Sie voll sind oder das nicht behandeln. Klinikaufenthalt das ist ein heikles Thema, da weigert er sich momentan

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relevant 23.11.2016, 13:11
@Fran83w

Das klingt gut, d.h. es wurde schon thematisiert. Ich denke schon, dass man - wenn auch nur Eingeschränkt, da es nicht bei allen funktioniert - solche Menschen sachte an Ihre Verantwortung heranführen kann indem Sie verbindliche Zusagen abgeben müssen zum Wohle und zum Erhalt der Beziehung. Wenn nicht einverstanden, dann sollten Alternativen kommen wie er sich das vorstellt die Beziehung wieder zu beleben.

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Es ist scheinbar schwierig, ihm klar zu machen, dass er professionelle Hilfe braucht.

Verständlich ist, dass er sich wegen der Kündigung wertlos vorkommt und ihm das Stress macht.

Besonders besorgniserregend ist die destruktive Art, wie er versucht, diesen Stress zu bewältigen.

Kommunikation reduziert Stress. Und hier musst Du aktiv werden.

Frag ihn, was für ihn das Wichtigste im Leben ist. Es sollte seine Familie und eine gute Gesundheit sein. Doch genau das wird wahrscheinlich zu kurz kommen, wenn  er sich nicht helfen lässt.

Allerdings solltest Du dieses heikles Thema nicht ausgerechnet dann ansprechen, wenn er müde oder gestresst ist. Wäre es nicht besser, den richtigen Augenblick abzupassen — wenn er eher bereit ist, zuzuhören?

Vielleicht schaffst Du es auch geschickt, ihm eine Arbeit zu übertragen, von der Du weisst, dass sie ihm Freude macht. Das könnte ihm helfen, wieder sein Selbstwertgefühl aufzubauen.

Versuch es mit Milde, Geduld und Freundlichkeit. 

Ist Trennung die Lösung? Du wärest nicht zu kritisieren, wenn Du Dich dazu entschliesst.

Eine Trennung mag für ein gewisses Maß an Ruhe und Frieden sorgen.

Aber eine Trennung beseitigt nicht die Wunden. Manchmal kommt es zu noch mehr Schwierigkeiten.

Ihr habt euch mal ein Versprechen gegeben. Wenn möglich arbeitet BEIDE daran, eure Ehe doch noch erfolgreich zu gestalten.

Mit viel Einfühlungsvermögen sollte euch das gelingen. Das wünsche ich euch von Herzen.

Vielleicht solltest auch du eine Therapie in Erwägung ziehen. Man muss nicht alles aushalten.

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