Böhmermann: links?

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Für mich ist das der pubertäre Böhmermann,  MEHR NICHT!

Wer hätte das für möglich gehalten: der pubertäre Wortschwall seines zweitklassigen, in öffentlich-rechtlichen Diensten stehenden Satirikers (diese Bezeichnung verbietet sich bei Böhmermann eigentlich aus Respekt vor der legendären, mit unglaublicher Wortakrobatik hantierenden und mit ausgefeilter Ironie versehenen Lach und Schießgesellschaft) erregt den Zorn eines kindsköpfigen Bosporus-Potentaten, dessen unveränderliches Persönlichkeitsmerkmal nun einmal >>Beleidigt sein<< heißt und Frau Kanzlerin zur Unzeit in eine beispiellose Bredouille lotst!

Ja, das Ganze wäre als langweilige Provinzposse maximal einen Fuß-noteneintrag in den Annalen deutsch-türkischer Beziehungen wert, wenn
sich daraus nicht so viele Rückschlüsse über das Verhältnis von Gesellschaft zu Medien und umgekehrt ergäben. Denn jeder, der sich seinen Verstand bewahrt hat, muss sich fragen, ob Böhmermanns >>Tauchgang in die Jauchegrube<< überhaupt das Zeug zur Beleidigung haben kann.

Einen weiteren Aspekt wird bei all dem jedoch erstaunlich wenig Aufmerksamkeit zuteil: nämlich der üppigen Alimentation der Staatsfunker
von ARD, ZDF und Deutschlandradio. Sie kamen alleine 2014 auf Gesamteinnahmen von über 8,3 Milliarden Euro, zwangsfinanziert von jedem Haushalt, jedem Unternehmen und jeder anderen staatstragenden Institution. Da fragt man sich als braver Beitragszahler: Wie lange müssen wir uns solche Niveaulosigkeit noch bieten lassen? Ist dieses gigantische Budget etwa nicht genug, um dem Publikum ein ansprechendes Programm zu bieten? Vielleicht führt ja eines noch fernen Tages die Abschaffung der Rundfunkgebühren oder zumindest deren spürbare Drosselung zu einem heilsamen Schock in den Programmredaktionen, damit die wirklichen Problemstellungen wieder zum Gegenstand fruchtbarer Debatten werden können.

An Satire dürfen sich die Geister scheiden, fürwahr. Doch eine Fragestellung ergreift täglich mehr Besitz von mir: Schält sich aus der aktuellen Abfolge der Ereignisse nicht eine glasklare Realsatire heraus, die ein ganzes Volk hinters Licht zu führen versucht und damit dessen Intelligenz insgesamt misstraut? Sind das Eingreifen einer verunsicherten, um ihr Amt fürchtenden Kanzlerin (die ihren Verbleib darin wesentlich dem Arrangement mit der Türkei zu verdanken hat!), devote Entschuldigungsriten und der Rückgriff auf das antiquierte Konstrukt des Paragraphen 103 StGB nicht Belege genug
hierfür?

Ist die einhellige Empörung über die gerade einmal ein Jahr zurückliegende Ermordung des Redaktionsteams von >>Charlie Hebdo<< gänzlich verflogen, kann die Halbwertzeit eines solchen Schocks so kurz sein? Angesichts dieser Realitäten schlussfolgere ich für meinen Teil:

Nein, ich bin nicht Böhmermann!


Böhmermann ist als Polit-Satiriker schon deshalb ein Linker,
weil es andere - also „rechte“ Polit-Satiriker  - im deutschen (Bezahl-)  Fernsehen gar nicht gibt. Deutlich erkennt man seine linke Position  daran, dass die Unterstützer Böhmermanns alle links sind. Böhmermann hat also die „linke Seele“ getätschelt.
Typisch links ist an Böhmermann  auch sein auffälliges Interesse am Sexuellen. Z.B. die penetranten  Sauigeleien dieses „Moderators“ (widerliche sexuelle Perversionen,  bezogen aus dem Wörterbuch des sexuellen Schweins [Ziegenficker!]), oder
seine Vergleichsdarbietung in einer ZDF-Neo-Sendung: Was
ist  schöner, ein Penis oder eine Vagina, verbunden mit entsprechender  Demonstration und Abstimmung der Zuschauer).

Dieses seltsame Vorgehen  Böhmermanns beruht auf dem spezifischen, stark erweiterten  Freiheitsbegriff der Linken. Konservative, Bürgerliche orientieren sich  am Freiheitsbegriff der
Aufklärung (Kant), nach der nur ein freier  Mensch ist, wer sich bewusst pflichtgemäß, also moralisch verhält  (freies Handeln und moralisches Handeln sind bei Kant Synonyme). Jedoch  zählt die (von ihnen sogenannte) bürgerliche Moral bei den Linken nichts
mehr. Man merkt es daran, dass sie die sexuelle Freizügigkeit als etwas Gutes, zumindest als etwas Normales ansehen. Folgerichtig haben sie das Schuldscheidungsrecht  zugunsten des Zerrüttungsprinzips aufgehoben. Der (unmoralische)  Ehebruch hat für Linke Null-Bedeutung; man darf nach heutiger Rechtslage
lustig und vergnügt unmoralisch leben und trotzdem Rechte einklagen (mit verheerenden Auswirkungen auf die Geburtenrate!).


Böhmermann ist ein Unterhaltungskünstler und wie jeder Hofnarr, macht auch er seine Späße "auf Kosten des Königs". Allein auf Grund dieser Tatsache würde ich ihm jedoch keine politische Haltung zusprechen.

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