Bodenrichtwert, Schenkungssteuer?

... komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Gesetzeshinweis: ImmoWertV

Literaturhinweis Kleiber: Verkehrswertermittlung von Grundstücken.

Grundsätzlich wird  der Wert des Grund- und Bodens zunächst so ermittelt, als wenn das Grundstück unbebaut wäre. Die Aufbauten bekommen in der Ermittlung des Grundstückswert einen extra Wert. Es ist von einer Doppelgarage und einem bestehenden Haus die Rede. Wenn diese so sanierungsbedürftig sind, dass eine wirtschaftlich sinnvolle Wiederherstellung nicht möglich ist, mindern die Abbruchkosten den Wert des Grund- und Bodens (Liquidationswert).

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von lesterb42
14.11.2015, 09:27

Ergänzung: Das Finanzamt berechnet die Schenkungssteuer nach einem gesondert festgesetzten Grundbesitzwert (§ 157 ff BewG).

0

Grundsätzlich ist bei der Bewertung von Grundstücken der vom Gutachterausschuss festgestellte Boderichtwert anzusetzen (§ 179 BewG). Von diesem Wert werden auch nur in wenigen Ausnahmefällen Abschläge gemacht; diese sind in R B 179.2 Abs. 2 bis 7 ErbStR aufgezählt. Doch haben die von dir genannten "wertbeeinflussenden Faktoren" keine Auswirkungen auf die Grundstücksbewertung, denn:

"Wertbeeinflussende Grundstücksmerkmale, wie z. B. Ecklage, Zuschnitt, Oberflächenbeschaffenheit und Beschaffenheit des Baugrundes, Lärm-, Staub- oder Geruchsbelästigungen, Altlasten sowie Außenanlagen bleiben außer Ansatz." (R B 179.2 Abs. 8 ErbStR)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von RotiBakar
14.11.2015, 15:26

Vielen Dank, sehr hilfreicher Verweis. Sind diese Richtlinien rechtlich bindend?

Aber es müssen doch Abschläge gemacht werden, wenn das Grundstück tatsächlich wertmindernde Randbedingungen aufweist. Klar, "wertmindernd" ist zum Teil subjektiv. Aber ein weiterer Punkt: Bei meinem Anbau müsste ich das Bestandsgebäude aufwendig unterfangen. Das kostet mich inkl. Statik, Prüfstatiker (wird vom Bauamt gefordert) und Ausführung mindestens 20.000 Euro. Es kann doch nicht sein, dass ein anderer, der diese Kosten nicht hat, weil er ein frei bebaubares Grundstück geschenkt bekommt, bevorteilt wird vom Finanzamt. 

Oder Fahrt-und Wegerechte und Abstandsflächenübernahmen. Das müssen doch auch Faktoren sein, die den objektiven Wert des Grundstücks mindern. 

Auch Lärm: Mein Grundstück liegt direkt an einer viel befahrenen Bundesstraße. Dann ist doch klar, aus meiner Sicht zumindest, dass dieses Grundstück objektiv weniger attraktiv ist als ein Grundstück, das 1.000 m entfernt liegt und sehr viel ruhiger gelegen ist (die Bodenrichtwertzone ist in meinem Fall tatsächlich sehr groß). 

Noch einmal vielen Dank für Deine Antwort. Aber ich kann (bzw. will!) nicht glauben, dass nur in wenigen Ausnahmefällen auf solche Faktoren eingegangen wird.

0

Hallo,

vorab: es gibt Freibeträge ja nach Verwandschaftsgrad.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?