Bodenlose Unverschämtheit des Bestattungsunternehmen?

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11 Antworten

Ich würde mich an die zuständige Verbraucherberatung und an den zuständigen Dachverband der Bestatter wenden und den Fall vortragen und dann entscheiden, ob Ihr einen geeigneten Rechtsanwalt mit einer Klage wegen Betrugs und Schadensersatz beauftragt. Wobei Ihr hoffentlich noch nicht bezahlt bzw. dem Bestatter keine Bankvollmacht erteilt habt.

Die Sache mit dem Sarg ist Betrug. Wobei im Zweifelsfall das Grab noch mal aufgemacht werden muss, wenn anders der Betrug mit dem falschen Sarg nicht nachgewiesen werden kann. Aber wenn Ihr Fotos/Zeugenaussagen habt...

Die andere Sache ist die mit dem Grab. Formal müsste m.E. der Friedhofsbetreiber (örtliche Komune oder Kirchengemeinde) zuständig sein, auch wenn diese einen örtlichen Bestatter mit der Aufgabe beauftragt.

Das Grab wurde offenkundig nicht ordentlich verschlossen, die Hohlräume wurden nicht sachgerecht verfüllt, so dass das Grab beim ersten Regen einsackte.

Evt. kann man eine Bankabbuchung auch rückgängig machen.

Und dann soll er mal schauen, wie er an sein Geld kommt.

Als Trauernde seid Ihr in gewisser Hinsicht in der schwächeren Position, weil bei Euch immer wieder die Gefühle mitspielen und Euch einreden, dass Ihr lieber klein bei gebt als Euch über das Grab der Mutter auf einen Rechtsstreit einzulassen.

Sofern Ihr Euch nicht als "Streithanseln" in einen sinnlosen Prozess verstrickt, würde ich sagen: Ihr tut es für Eure Mutter. Und die hat es nicht verdient, dass sich ein unseriöser Betrieb an ihr und ihrer Beerdigung bereichert. 

Was den Sarg betrifft, folgende Überlegung eines juristischen Laien:

Wenn Ihr einen bestimmten Sarg ausgesucht und verabredet habt und wollt, dass die Mutter drin beerdigt wird, gibt es auch die Möglichkeit, dass Ihr auf genau dieser Beerdigung besteht:

Das würde bedeuten, dass Ihr (irgendann einmal - auf keinen Fall jetzt) die entsprechend vereinbarte Dienstleistung bezahlt und ansonsten darauf besteht, dass der Bestatter auf seine Kosten 1. den richtigen Sarg besorgt, 2. die Mutter mit dem falschen Sarg ausgräbt und Euch 3. ansonsten die komplette Beerdigung neu ausrichtet, 4. einschließlich Begräbniskaffee, 5. Kosten für den Pfarrer, 6. Kosten für zusätzliche Urlaubstage, Anreise und Übernachtungskosten der Trauernden usw. (vielleicht für 7. Kosten für psychische Betreuung aufgrund der vom Bestatter zu veranwortenden Belastungen für die erneute Bestattung)

Das ist dann kein Schmerzensgeld, sondern Schadensersatz.

Denn klar ist: Die Mutter hat den entsprechenden Sarg verdient.

Es kann Euch und ihr niemand zumuten, dass sie den richtigen Sarg in einer Nach- und Nebelaktion bekommt. Also hat der Bestatter dafür einzustehen und entsprechend nachzubessern. Und weil das Ganze eilt, könnte man es ggf. auch vor Gericht sehr eilig machen. Fragt mal einen Rechstanwalt, ob er diesen Gedanken für eher abwegig oder vielleicht sogar für eher selbstverständlich hält.

Und dann hat dieser Bestatter sich diese Lektion ehrlich verdient und soll auch mit den Kosten dafür leben. Wer so mit den Gefühlen seiner Geschäftspartner spielt, soll auch die Folgen tragen.

Jeder Mensch hat seine unveräußerliche Menschenwürde. Und manchmal muss man seinen Rücken durchdrücken und selber dafür einstehen, dass niemand diese Würde ungestraft mit Füßen treten darf.

Wobei ich umgekehrt Verständnis dafür hätte, in der Trauersituation dafür keine Kraft zu haben. Aber wieder andererseits: wofür seid Ihr eine Familie, wenn nicht auch, um Euch gerade jetzt zu stärken?

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Kommentar von geckobruno
01.05.2016, 16:41


2. die Mutter mit dem falschen Sarg ausgräbt und Euch


nicht wirklich, oder?

Ich kann all den Ärger verstehen, und wäre auch an einer Lösung interessiert, aber eine erneute Bestattung (und dann mit dem vorangegangenen Hinweis: nicht jetzt, sondern später) ist absolut undenkbar!


Wie verfüllst du denn sachgerecht Hohlräume unter einem Sarg? Früher hat man die Gräber eingeschlemmt, das macht man heute aber nicht mehr.

Das zu wenig Erde aufgeschüttet wurde ist mir auch nicht verständlich, aber das die Erde nachrutschen kann, im schlimmstenfall eben auch so viel....das kann passieren.....

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Kommentar von auchmama
01.05.2016, 16:47

Respekt! Eine sehr würdevolle Antwort!

Sowas darf in diesem Berufszweig nicht passieren, grad weil die Angehörigen in solch einer Situation sowieso neben sich stehen!

Der Tipp mit dem "Dachverband der Bestatter" klingt sehr gut! Ich würde aber vielleicht trotzdem erst einen Anwalt aufsuchen. Mit dieser Rückendeckung knickt sicher auch dieser ominöse Bestatter schneller ein weil er merkt, dass es Euch sehr ernst ist und bei aller Trauer, lasst Ihr Euch eben nicht an der Nase herum führen!

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Im Fall des falschen Sarges könnte Betrug vorliegen. In jedem Fall dürfen die dir natürlich nur den billigeren Sarg berechnen.

Für den Zustand des Grabes sehe ich die Gemeinde als Betreiber des Friedhofs in der Pflicht.

Eine Forderung nach Schmerzensgeld halte ich für völlig übertrieben. Auf jeden Fall lohnt es sich nicht, darum zu prozessieren.

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Kommentar von Nurosel
30.04.2016, 20:42

Hier hat aber das Bestattungsunternehmen die Erde beseitigt und das Grab nicht richtig aufgefüllt.

Das Schmerzensgeld rentiert sich vieleicht nicht, aber ich hab momentan so etwas von einem dicken Hals vor Zorn.

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Kommentar von vitus64
30.04.2016, 20:49

Dicker Hals als Grund für eine Klage ist aber schlecht. Das lohnt sich nur für den Anwalt.

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Ich denke wenn, dann eher evtl. Schadensersatz. 

Schmerzensgeld halte ich für sehr unwahrscheinlich. Die Versicherung möchte ganz sicher einen körperlichen / seelischen Schaden bewiesen haben. 

Wie möchtet ihr das anstellen ? Ich bin mir sicher, jeder Gutachter der Versicherung schiebt den derzeitigen Zustand deiner Frau in die Richtung  klass. Trauerphase. 

Bleibt ihr hartnäckig kann sich so eine Klage über Jahre hinziehen und die Gutachten müsst ihr vorfinanzieren. 

Für die Trauer bleibt dann sehr wenig Raum.....


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Hallo,

hier sind zwei Sachen zu trennen.

Zum einen geht es um den Sarg.....hier solltet ihr den Sarg bezahlen der auch für die Aufbahrung und Beisetzung genommen wurde. Sicher habt ihr Familie und Verwandschaft, die bezeugen können wie der Sarg der dort stand aussah.

Damit geht ihr zum Bestatter und fragt nach wie sich das mit den Kosten für diesen Sarg verhält. Ein Anruf ist mir da zu unpersönlich...

Das nächste wäre die Erde.....wer hat das Grab ausgehoben und wo ist der Erde hin? Ein Grabaushub muss mindestens auf zwei Meter Tiefe sein und auch zwei Meter in die Länge....da kommt Erde zusammen, wo ist die geblieben?

Das ein Grab einsacken kann habe ich selbst schon erlebt, einmal im persönlichen Umfeld und immer wieder auch im beruflichen. Da ist der Nutzungsberechtigte für verantwortlich, niemand kann sagen inwieweit die Erde sich um bzw. dem Sarg verteilt......

Jemanden zur Rechenschaft zu ziehen, seine Wut und auch berechtigten Ärger jemanden zuweisen zu können kann gut tun, ist oft aber falsch und unangebracht.

Wut gehört zur Trauer dazu, wie die Tränen und das Unverständnis, aber bitte an die richtige Adresse leiten.

Und noch ein Wort zu dem Bestatter: klärt die Sache mit dem Sarg , versucht ruhig zu bleiben vlt. nehmt ihr jemanden mit der emotional nicht ganz so betroffen ist.

Denn nur so kann man aufeinander zugehen. Und das es darauf hinauslaufen wird (solange ihr kein Bildbeweis für die verschiedenen Särge habt) könnte ich mir gut vorstellen.

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Hallo Nurosel und auch erst einmal von mir mein aufrichtiges Mitgefühl!

Ich an Eurer Stelle würde mich auf alle Fälle an einen Anwalt wenden. Wie ich lese hast Du eine entsprechende Versicherung.

Zum Sarg - hier dürfte nur der günstigere Sarg berechnet werden. Von Betrug würde ich nicht voreilig sprechen, weil ihr ja sicher noch keine Rechnung vorliegen habt. Hier lässt sich auch ganz sicher der Preisunterschied im Nachhinein raus finden. Notfalls geht ein befreundeter Bekannter, den der Bestatter nicht kennt, erkundigt sich nach Preisen für die Särge und lässt sich das dann schriftlich geben!

Die Grabbefüllung - mir ist auch absolut neu, dass dies vom Bestatter abgeleistet wird. Ich kenne es nur, dass die Friedhofsverwaltung dafür zuständig ist! Egal, in jedem Fall hat es sich hierbei um absolut unwissendes Personal gehandelt! Jeder der mit Erde zu tun hat ist damit vertraut, dass ein frisch gebuddeltes und wieder verfülltes Loch in recht kurzer Zeit nach rutscht und somit gehört die komplett ausgehobene Erde als Hügel zum Grab!

Ein guter Anwalt wird da sicher recht schnell in den Gesetzen fündig und kann ein entsprechendes Schreiben an den Bestatter aufsetzen. Und um Erstattung Eurer Kosten nachsuchen. Ich würde zum Anwalt gehen, da ihr Fotos habt und doch einige Menschen das falsch verfüllte Grab gesehen haben.

Ich wünsche Euch viel Erfolg

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Zuerst möchte ich mein Beileid ausdrücken.

Was die Erde betrifft... Laut dieser Seite... https://www.arag.de/service/infos-und-news/rechtstipps-und-gerichtsurteile/sonstige/07812/ ... ist allein der Nutzungsberechtigte für die Grabstätte verantwortlich, also Ihr. Ich glaube kaum, dass in dieser Hinsicht der Bestatter finanziell haftbar gemacht werden kann. 

Anders sieht es mit dem Sarg aus. Wenn Ihr beim Bestatter vorab Unterlagen erhalten habt, müssten dort alle Leistungen des Bestatters aufgeführt sein. Somit müsstest Ihr zumindest hier die Möglichkeit haben, Geld wieder zu bekommen.

Auch Schmerzensgeld zu erhalten dürfte schwierig werden. 

LG und alles Gute. 

  

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Habt ihr Fotos vom falschen Sarg? Wißt ihr die Differenz zum richtigen Sarg? Dann würde ich sie von den Gesamtkosten abziehen.

Weiterhin würde ich die Kosten für die Befüllung der Grabstätte abziehen. Soll das Bestattungsunternehmen doch etwas anderes nachweisen.

Solange du noch nicht bezahlt hast, hast du freie Hand.

Es ist unglaublich, was bei Beerdigungen alles passiert, weil die Bestatter schlampig sind. Haben sowieso alle Tränen in den Augen.

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Kommentar von wurzlsepp668
01.05.2016, 11:19

wie bereits einige Antwortgeber schriieben: für die Erde ist der Nutzungsberechtigte verantwortlich ....

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Inzwischen hat uns das normale Leben wieder im Griff. Unsere Oma vermissen wir trotzdem sehr.

Aber ich möchte Euch berichten, was sich nach unseren Widerspruch an den Bestatter getan hat:

Das Grab haben wir selber hergerichtet. Erde beschafft, einen schönen Holzrahmen lakiert und zusammengeschraubt. Mit Blumen und winzigen Sträuchern im Muster bepflanzt. Alle Dorfbewohner erfreuen sich an unserem hübschen Grab.

Der Sarg wurde korrekt abgerechnet und ein Nachlaß verrechnet. Die Rechnug als ganzes wurde erst telefonisch mit dem Bestatterverband Bayern durchgesprochen. Der Berater war äusserst freundlich und hilfsbereit. Er gab uns wertvolle Tips. Als nächsten Schritt sprachen wir mit der zuständigen Dame im Rathaus.

Auf der Rechnung stand der Posten "Grab öffnen und Grab schließen". Diesen Posten minderten wir um die Hälfte. Das Grab wurde ja nicht korrekt verschlossen. Nach einem Anruf der Dame im Rathaus bei dem Bestatter willigte derselbe für die Minderung ein.

Die Erinnerung an unsere Oma wird uns für immer erhalten bleiben. Ebenso aber auch die Erinnerung an dieses schreckliche Thema.

Nochmals vielen herzlichen Dank für Euer Mitgefühl und Euren Rat!


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das war auch schon mal im TV. Das sind Betrügereien. Teure Eichensärge werden verkauft & dann wird der Sarg mehrfach verwendet & die Oma dann in einem Preßspan-Sarg verbrannt.

Das ist leider kein Einzelfall. Anzeige wegen Betrugs erstellen. Das sind ja Tausende von €, die hier quasi unterschlagen werden.

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Kommentar von wurzlsepp668
01.05.2016, 11:20

ähm, wenn der Patient verbrannt wird ist nicht jeder Sarg geeignet ......

bei den Verbrennungen handelt es sich um spezielle Särge ....

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Ich möchte mich bei Euch allen bedanken. Ihr habt mir sehr geholfen. Zorn ist wirklich kein guter Ratgeber.

Morgen, am Montag, gehe ich erstmals zum Bürgermeister und zu der zuständigen Sachbearbeiterin. Danach werden wir unsere weitere Schritte überlegen. Bilder haben wir jede Menge. Es war auch unsere erste Beerdigung, die wir selbstständig ausrichten mussten.

Leider kann ich nur ein Sternchen vergeben. Verdient hättet Ihr aber alle eines.

Vielen herzlichen Dank!!!

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ein gutachter und ein fachanwalt kosten geld. einen gratis-fachrat, der dann auch noch rechtlich verbindlich ist, wirst du  in einem gratis-forum nicht finden.

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Kommentar von Nurosel
30.04.2016, 20:35

Das ist sicher richtig. Ich wäre auch Rechtschutzversichert. Das wäre also kein Problem. Aber hier gibt es auch gute weiterhelfende Antworter. Sehr gerne würde ich einfach mein Wissen über etwaige Möglichkeiten vor einem Anwaltsbesuch erweitern.

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