Bodenarbeit mit einem 1 1/2 jährigem Pferd

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6 Antworten

Das immer alle gleich meckern müssen... Ich denke, wer ein junges Pferd hat, der weiß auch Bescheid, dass man die nicht überfordern darf und nur entsprechend ihres Alters bewegen sollte!

So, jetzt zu den Übungen. Schau doch mal in die Aufgaben einer Gelassenheitsprüfung. Dort gibt es Flatterbänder, knisternde Flaschen, über Wasser gehen, Hufe wässern, Regenschirme usw. Du kannst ja auch mal in der Gegend schauen, wo es verschiedene Untergründe gibt (Steine, Asphalt, weicher Sandboden, ...), das stärkt die Muskulatur auch für später.

Du kannst ihn am Bauch und an den Ohren kitzeln und schauen, wie er reagiert und es ggf. üben. Natürlich auch Hufe geben, ihn am Kopf anfassen und eben sowas. Außerdem kannst du ihn mit Schubkarren, Haken, Besen und deren Geräuschen bekannt machen, falls das noch nicht passiert ist ;) Außerdem kannst du schauen, wie er auf Wasser reagiert, über ihm einen Schwamm ausdrücken sodass es auf seinen Rücken läuft oder aber auch den bekannten Trick: Schlüssel über seinem Rücken klingen lassen.

Dann noch Ball spielen, Leckerchen unter Eimern verstecken, Sand über ihn rieseln lassen, ... Denk dir einfach was aus! Aber denk auch nebenbei wirklich daran, ihn nicht zu überfordern. Wenn es ihm aber Spaß macht und er weitermachen möchte, dann tu das ruhig auch ;))

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Kommentar von Lossarnach
16.10.2011, 15:18

Das wissen eben nicht alle, die ein junges Pferd haben! Viele kaufen sich junge Pferde oder Fohlen weil sie günstiger sind, obwohl sie keine Ahnung haben, was die Anforderungen an Haltung und Ausbildung sind. Habe ich leider schon zu oft sehen müssen um von vornherein anzunehmen, dass jeder der ein junges Pferd besitzt auch weiß, wie er damit umzugehen hat. Viele lassen den Youngstern zu viel durchgehen und bieten ein paar Jahre später die sogenannten "Problempferde" zum Kauf an. Andere sind ehrgeizig und überfordern sie viel zu früh und geben dann Beisteller mit kaputten Gelenken und Rücken ab. Die Zahl derer die sich auskennen und derer bei denen das nicht der Fall ist, hält sich ziemlich die Waage. Man kann es also nicht oft genug sagen.

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Hallo,

wenn dein Jährling dich jetzt schon öfter zum Spielen auffordert und du generell merkst, dass er was für den Kopf braucht, kann man schon ein bisschen was mit ihm machen.

Allerdings nichts, was körperlich und geistig sehr anstrengend ist, sprich, alles, was über das, was er auch den ganzen Tag auf der Weide tun würde, hinausgeht. Ganz lange Spazierengehen und dabei den Wald entdecken zum Beispiel eine gute Sache, weil er auf der Weide auch viel läuft und rumguckt - Freispringen dagegen wäre ziemlich schlecht, weil das total auf seine Gelenke geht und großen Stress auslöst, weil das so eine enorm actionreiche Aufgabe ist.

Was gerade bei Jungpferden gut ist, ist Horsemanship (Kein Monty Roberts!!!, sondern z. B. Parellis 7 Spiele). Das kennen sie aus der eigenen Pferdeherde und es beansprucht ihr Köpfchen, weil es beim Spielen darum geht, wer geschickter und intelligenter ist und außerdem wird die Rangfolge zwischen euch klar, wenn du geschickter bist als er.

Dabei kannst du ihm dann beibringen, dir durch alles durch zu folgen (was gerade fürs Spazieren gehen ziemlich hilfreich ist - wenn er dann mal aus reinem Trotz nicht durch eine Pfütze gehen will, hast du ein Problem), deinem Druck zu weichen, sprich, generell auf deine Signale zu reagieren (=Kommuniation).

Was gerade verspielte Jungpferde ganz toll finden, ist Fußballspielen und verschiedenen Untergründe erkunden. Geh mit ihm über Gras, Matsch, Stein, alles, was er bei euch so zu finden gibt. In einem See schwimmen ist auch eine tolle Sache. Wenn er merkt, dass er den Fußball (großer Gymnastikball) kicken und treten kann, wird er daran ziemlich schnell gefallen finden. Führ ihn an den Ball ran, lass ihn dran riechen, guck, wie er reagiert, wenn du ihn bittest, dagegen zu laufen (einige Pferde denken oft, sie müssten darüber springen). Irgendwann wird er mal sein bein heben oder direkt mit dem Kopf dagegen latschen. Wenn du ihn dafür immer ausgiebig lobst, nicht zu sehr eine Aufgabe, sondern eher eine Spielrunde daraus machst, wird er daran bald Gefallen finden.

Bei verspielten und unterforderten Jungpferden brauchst du viel Fantasie! :D

Allerdings würde ich es niht übertreiben - er hat, wenn er in einer gemischten Herde steht, genug Spielkumpanen und ist da sowohl körperlich und geistig ganz gut ausgelastet, auch wenn er manchmal mehr will. Ist eben ein kleines Kind ;)

Du solltest darauf achten, ihn nicht immer zu bespaßen, wenn er ankommt und spielen will, gerade dann nicht, wenn du keine Lust hast. Das kann schnell dazu führen, dass er übermütig wird, dich nur noch als Spielgefährten sieht, gerade, wenn du beim Horsemanship nicht so geübt bist. Wenn du keine Lut hast, mit ihm zu spielen, weil du beispielsweise das Paddock abäppelst, schick ihn ruhig auch mal weg - der Raghöhere bestimmt, wann gespielt wird und wann nicht.

Wenn du ihn beschäftigst, achte darauf, dass es nichts ist, was er in der freien Wildbahn nicht auch tun würde. In der freien Wildbahn rennen die Jungpferde nicht ständig im Kreis rum oder hüpfen über viel zu hohe Hindernisse, rumlaufen, suchen, gucken und sich selbst beschäftigen tun sie dagegen schon. ;-)

Also lass es in der Zeit, Anstrengung und Intensität des Spiels nie zu viel werden!

Grüße und viel Spaß!

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Auch wenn du es nicht hören willst, mit einem so jungen Pferd ernsthaft arbeiten wollen halte ich für übertrieben und verfrüht. Auf keinen Fall solltest du ihn zu viel auf dem Zirkel gehen lassen, er kann sich noch nicht richtig ausbalancieren und biegen, tritt folglich falsch unter und das belastet die Gelenke enorm. Also ist longieren sowieso tabu. Dazu kommt, dass es ihn vielleicht nicht großartig stresst wenn du ihm was vorknisterst, aber konzentriert zu arbeiten muss ein Pferd auch erst nach und nach lernen. Denk dran dass das ein Kleinkind ist, mit dem du da Schule spielen willst! Also meine Meinung wäre, noch mindestens ein Jahr Kind sein lassen und dann langsam anzufangen, das ist noch früh genug, denn vor 3,5-4 Jahren wirst du ihn hoffentlich nicht anreiten wollen und wenn er ein paar Monate vorher anfängt die Bodenarbeit kennenzulernen ist das früh genug. Spazierengehen, Gelassenheits- und Vertrauensübungen reichen bis dahin mehr als aus.

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Kommentar von Sunshinesback
15.10.2011, 22:27

Ich habe ja auch gefragt was für Gelassenheits bzw. Vertrauensübungen du vorschlägst und nicht wie bzw. ob ich Longieren soll ..! Longieren kommt sowieso erst später, wer mit 1 1/2 Jahren longiert kann sein Pferd mit 12 Jahren nur noch Spazieren führen...

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Auf keinen Fall longieren. Die Knochen und Gelenke sind noch im Wachstum und können schwere Schäden nehmen. Spiel doch auf dem Reitplatz mit ihm Fangen und geh mit ihm Spazieren und zeig ihm die Welt. Das schweißt Euch zusammmen und stärkt die Bindung. www.mitpferdensein.de

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Hab mir jetzt die anderen Texte nicht durchgelesen, aber was du noch machen könntest, wenn dein pferd es nicht schon kann, zb in den hänger gehen und rausgehen üben, oder nach dem putzten nur mal ne satteldecke auf den rücken legen und wieder runterholen, dass jmd anderes mal einen regenschirm (oder sowas was man halt kennt) mal ,,üben´´ (Natürlich nicht stundenlang :))

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Ein Pferd mit 1,5 Jahren gehört auf die Weide zu Gleichaltrigen ... was es lediglich können muss, ist Halfter drauf und wieder runter, sich überall anfassen lassen und Hufe geben, sowie führen lassen.

Mehr nicht!

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Kommentar von little0cookie
16.10.2011, 13:21

Das stimmt so nicht ganz. Es gibt durchaus Jungpferde, die extrem verspielt sind und denen man aufgrund der Haltung nicht die optimalsten Gegebenheiten für die geistige und körperliche Auslastung geben kann - zum Beispiel wenn die Weide sehr einseitig (nur eine Fläche Gras ohne Hügel, verschiedene Untergründe oder Wäldchen) oder die Gruppe einseitig ist (nur Stuten, nur Wallache, nur Jungpferde, nur Altpferde).

In der freien Wildbahnen haben Jungpferde enorm viel zu entdecken - wenn sie in Gefangenschaft unterfordert sind, muss man ihnen einen Ausgleich bieten, das ist genau wie mit Kindern.

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