Bodenarbeit mit dem Pferd, wie fange ich am besten an?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wenn es ein Araber ist, dann lass Parelli und erst recht Monty Roberts sein. Diese Rasse erträgt die Sklaverei, die diese beiden Pferdegurus predigen, nicht. Besorge dir ein Buch von Linda Tellington! Sie hat Wegweisendes für vertrauensbildende Bodenarbeit geschrieben.

Was ich nicht verstehe, ist, dass du das Ausreiten als nicht förderlich für Vertrauen ansiehst. Nichts ist besser als das. Im Gelände trifft das Pferd ständig auf Monster, und wenn es dem Reiter mit der Zeit glaubt, dass das nicht gefährlich ist, hast du das Ziel erreicht.

Was verstehst du unter Vertrauen? Bitte verwechsel Vertrauen nicht mit Gehorsam. Bodenarbeit kann helfen, ein Pferd gehorsam zu machen, aber sie schafft allein kein Vertrauen. Ich kenne Parellipferde, die sehr weit gefördert sind, die extrem gehorsam sind, aber ihren Menschen kein bißchen vertrauen. Ich würde diese Pferde nicht im Gelände reiten wollen, denn wenn in einer Krisensituation der Gehorsam doch mal "reißt", und dann kein Vertrauen da ist... dann aber Gute Nacht.

Vertrauen braucht Zeit, Zeit und noch mal Zeit. Vertrauen kann nicht anerzogen werden. Ein Pferd vertraut seinem Menschen, zu dem es eine Beziehung aufgebaut hat, der sich authentisch verhält und für das Pferd vorhersehbar ist. Putzen, Füttern, spazieren gehen, gemeinsame kleine Abenteuer erleben - das schafft mit der Zeit Vertrauen. Allerdings nur, wenn der Mensch dem Pferd vertraut. Er muss immer Vorschussleistung erbringen. Wenn ein Mensch seinem Pferd nicht vertraut - und ich kenne viele davon - wird sich das Vertrauen des Pferdes nie herstellen.

Ich habe mit meiner Araberstute ein Jahr lang Natural Horsemanshipunterricht bekommen. Ok, das war nicht schlecht, das rohe Pferd lernte gehorsam auf Signale rückwärts zu gehen, zu weichen, seitwärts zu gehen. Der Mensch lernte, dazu die richtigen Signale zu geben. Das war ok. Aber  Vertrauen wurde auf die Art kaum hergestellt.

Meine Stute, die ich seit 11 Jahren habe, vertraut mir sehr. Aber das kam nicht durch die Bodenarbeit. Bzw. wenig. Ich habe halt gelernt, das Pferd loszulassen, nicht festzuhalten, nicht zu ziehen und zu zerren. Das war´s aber auch schon. Ich habe seit 9 Jahren keine Bodenarbeit mehr gemacht. Ich finde es auch langweilig, geb ich zu. Aber letztlich ist Bodenarbeit alles, was man am Boden mit dem Pferd macht. Putzen, Satteln, Leckerli geben, streicheln....alles. Da brauchst du das "Wedeln und Strickeln" nicht.

Das Vertrauen passierte dadurch, dass ich bei meiner damals sehr schreckhaften Stute auf Monster zugegangen bin. Wenn es ging im SAttel, sonst halt zu Fuß. "ist nicht gefährlich", sagte ich zu ihr. Und mit der Zeit glaubte sie mir. Ich kenne eine Frau, die Bodenarbeit -besser als ich - bis zur Bewußtlosigkeit macht. Aber sich mit dem Pferd nicht ins Gelände traut, weil zwischen den beiden kein Vertrauen herrscht. Und sie hat das Pferd selbst gezüchtet, kennt es also seit Geburt. Aber wenn sie dem Pferd sagt: "Ist nicht gefährlich", glaubt ihr das Pferd nicht.

Es ist viel gehorsamer als meine Stute durch die viele Bodenarbeit. Aber beim erste Trekker außerhalb der Halle dreht es durch.

Und, ehrlich gesagt, die Strickler und Wedelleute in  meinem Stall  brauchen unweigerlich Stunden, bis das Pferd in den Hänger steigt. Mein Pferd hat Angst vor dem Hänger, der ist ihr nämlich unheimlich. Aber sie hat eine Verladezeit von 5 Sekunden - weil sie mir vertraut. Und ich kann, da ich keinen Hänger besitze, auch nicht üben dafür.

Linda Tellington ist sehr gut für einen Araber geeignet. Parelli und Co... nein. NIcht für Araber. Vielleicht für Quarterhorses, aber nicht für sensible Araber. Diese Rasse ist gezüchtet, um enge Bindungen mit ihrem Menschen einzugehen. Und sie braucht auch diese Beziehung.




Danke das war eine sehr hilfreiche Antwort die mich auch ein wenig zum nachdenken (positives) angeregt hat.

0

Huhu,

am besten holst du dir eine erfahrene Person dazu. Anleitungen können oftmals viel besser umgesetzt werden, wenn ein Trainer dabei ist und dir ggf. deine Fehler erklären kann. Falls das nicht möglich ist wäre es allerdings sinnvoll, das Ganze erstmal langsam anzugehen.

Am Anfang würde ich dir Führtraining empfehlen. Das hört sich erstmal relativ langweilig an, allerdings scheitert es oftmals schon hierbei. Dein Pferd sollte dir hierbei natürlich folgen und anhalten, wenn du es verlangst. Wenn das klappt kann man dann noch das Rückwärtsrichten hinzunehmen.

Wenn diese ersten Schritte getan sind kann man natürlich noch mehr in die Arbeit einbringen, das kommt darauf an, in welche Richtung du gehen willst. Zur Bodenarbeit gehört nämlich auch Schrecklosigkeitstraining, Freiarbeit etc..

Dementsprechend kannst du dein Pferd auch mal mit ungewohnten Dingen wie Bällen, Luftballons, Plastikplanen usw. konfrontieren und damit ein wenig arbeiten ("Fußballspielen", ...).

Im Bezug auf die Freiarbeit ist die Sache etwas anspruchsvoll, denn dein Pferd deine Anweisungen am Strick bereits im Schlaf befolgen und dir auch bei leicht durchhängendem Strick noch immer gehorchen.

Wenn das funktioniert kannst du irgendwann einfach den Strick abmachen und das Ganze ohne Strick versuchen (dann aber am Besten wieder erstmal mit leichten Übungen anfangen: Halten - Losgehen - Halten usw....) - allerdings ist es hierbei wichtig, dich nicht plötzlich anders zu verhalten. Bewege dich genauso, als wäre der Strick noch immer da - andernfalls kannst du es deinem Pferd nicht verübeln, wenn es ebenfalls anders reagiert.

Du siehst also, dass die Bodenarbeit dir eigentlich recht viel Spielraum lässt. Man kann ziemlich viele verschiedene Elemente einbringen - das Wichtige ist eben, dass du dich in deiner Körpersprache klar ausdrückst.

Wie gesagt: Ich würde dir für den Anfang einfach mal Führtraining empfehlen und hierbei die Anforderungen langsam steigern. Damit kann man (theoretisch) nichts falsch machen =)

Liebe Grüße =)

Shetty Hengst vs. Shetty Wallach - wie sind eure Erfahrungen?

Hallo liebe Community!

Ich habe einen kleinen Shetty Hengst (um die drei Jahre.. Genaues Alter nicht bekannt). Er ist generell nicht extrem hengstig. Klar, wenn er in eine größere Menge kommt, kriegt er ein paar KURZE Ausraster, nur um zu zeigen, dass er Hengst ist. Allerdings ist er sehr leicht händelbar und es klappt (bisher?) auch hervorragend mit ihm. Meine Frage ist nun, was eure Erfahrungen mit Shetty Hengsten sind. Wo unterscheiden sie sich extrem von Wallachen (sprich Wesen/Art/Charakter/...)? Ich weiß, dass Wallache eher ruhiger und gelassener sind, und natürlich fällt decken/Stuten/Hengstmanieren weg. Trotzdem: Wie sind eure Erfahrungen mit Shetty Hengsten? Wie haben sie sich im Alter entwickelt? Und: Habt ihr es bereut euren Hengst kastriert/nicht kastriert zu haben? Wieso?

P.S. Mein Shetty soll KEIN Kinderpony werden. Weder Reiten noch Kuscheln. Ich arbeite mit ihm Bodenarbeit-technisch und er wird später vorraussichtlich eingefahren.

Viele Grüße und danke für brauchbare Antworten!

...zur Frage

was ist bodenarbeit und wie macht man das? (Pferde)

hallo

ich habe schon oft was von bodenarbeit gehört und möchte es mal mit meiner RB machen. auf jeden fall stärkt es die bindung und das vertrauen von pferd zu mensch. aber wie geht es genau ? habt ihr tipps ? wie macht ihr es ?

danke

...zur Frage

was meint ihr ein 3 Jähriges Pferd zu kaufen?

hallo ich habe schon 12 Jahre Reit Erfahrung und wollte mir jetzt ein Pferd anschaffen und ich habe im Internet geguckt dann bin ich auf ein Pferd gestoßen es ist aber erst drei Jahre alt aber sehr gut geritten ich mache mir sorgen ob es überhaupt Muskelatur hat ich hatte die Idee das Pferd nur zu longieren,reiten bodenarbeit und spatzieren gehen halt alles ohne reiten was meint ihr..

...zur Frage

Was kann man mit einem Pferd alles machen(außer reiten)?

Also ich hab jetzt eine Reitbeteiligung, aber ich darf sie im moment nicht reiten. Ich longiere gerade nur und versuch da ein bischen zu variieren, also mit halfter, mit trense, mit oder ohne longiergurt. Aber es ist ziehmlich doof immer nur zu longieren. Also was kann ich mit ihm noch machen. Also zum beispiel wenn ich mit ihm bodenarbeit mache, mit was fängt man da an? also ich kann doch nicht geleich beibringen sich zu verbeugen oder?

...zur Frage

Wie bekomme ich mein Pferd beim Longieren und reiten vorwärts abwärts?

Hallo, wie bekomme ich es hin, dass mein Pferd beim Longieren besser vorwärts-abwärts läuft? Sie drückt den Rücken jetzt nicht extrem durch und reißt den Kopf hoch, aber sie lässt sich auch nicht richtig fallen.
Ich longiere immer mit Kappzaum und ohne Ausbinder!

...zur Frage

Sattel rutscht nach vorne?

Huhu..!

Vor ein paar Monaten habe ich mir für mein neues Pferd endlich meinen Traumsattel geleistet. Unsere Sattlerin meinte, dass er auch super passen würde.

Nun stelle ich seit einiger Zeit fest, dass der Sattel während dem Reiten nach vorne rutscht. Nicht extrem, aber man merkt doch einen Unterschied.

Ich habe verschiedene Schabracken getestet. Und bei Gurten das gleiche. Einmal einen mit einseitig Elastik, mit beidseitig Elastik und einen stinknormalen ohne Elastik. Daran kann es nicht liegen.

Mein Pferd steht jetzt wieder auf der Wiese und da steht auch noch ordentlich Gras. Er hat deshalb natürlich einen leichten Grasbauch. Könnte es daran liegen, dass der dicke Bauch einfach den Gurt mitsamt Sattel nach vorne rutschen lässt? Vielleicht hat er auch einfach eine doofe Gurt- und/oder Sattellage... aber hätte jemand eine Idee?

Es gibt ja diese Antirutsch-Pads... taugen die was? Oder gibts andere Antirutsch-Dingens?

Ich werde natürlich unsere Sattlerin nochmal draufschauen lassen, aber vielleicht gibt es ja hier den ein oder anderen Tipp :-) LG

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?